Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: ja, mein ich

Arne Hoffmann, Sunday, 06.06.2004, 21:31 (vor 7915 Tagen) @ Gastredner

Als Antwort auf: Re: ja, mein ich von Gastredner am 06. Juni 2004 16:23:49:

Man muss wahrlich kein Genie sein, werter Herr Hoffmann, um zu erkennen, das Sie eine rosarote Brille tragen. Das ganze tun Sie für eine Person, die sich nur fortlaufend selbst disqualifiziert. Was wünschen Sie zu erreichen?

Für eine andere Person tue ich gar nichts, sondern vor allem für mich selbst. Ich unterhalte mich gerne zivilisiert und ohne Hass mit anderen Leuten und stelle fest, dass das in der Regel auch sehr gut funktioniert. Selbst solche, die sehr barsch auftreten, kann man häufig dadurch abbremsen, dass man auf diesen Tonfall nicht auch noch einsteigt. Dass es einem GERADE vorgeworfen wird, nicht ebenfalls herumzupoltern, wie es in diesem Forum gerade geschieht, ist normalerweise der Ausnahmefall. Es gibt allerdings bekanntlich auch Leute, bei denen ich es aufgegeben habe, zu einer "normalen" Verständigung zu finden; ich brauche die Namen hier ja wohl nicht zu erwähnen.

Besonders bewundernswert finde ich die Tatsache, das Sie offensichtlich in der Lage sind Beleidigungen auch noch einen Wert beizumessen.

Einen gewissen Wert schon. Entweder verraten sie mir etwas über die Verfassung des Beleidigers oder ich kann mich fragen, was genau an mir ihn eigentlich so auf die Palme bringt. Dass ich aus der ganzen Sache auch noch Gewinn schlage, ist natürlich erst mal doof für den Beleidiger, wenn er mich damit eigentlich nur niedermachen oder verletzen will.

Wobei ich zugebe, dass der Gewinn, den man aus einem hingeworfenen "Arschgesicht" ziehen kann, extrem dürftig ist und dass mich Dauer-Beleidigungen, Dauer-Häme und Dauer-Hetze, wie ich sie von gewissen Leute kenne, nach ein paar Monaten schon etwas annerven. Es tröstet mich allerdings, dass DIE in ihrem Hass verstrickt und gefangen sind und nicht ich.

Letztlich sollte man eines nicht vergessen: Es sind Internetforen. Es ist nicht das Alltagsleben mit Leuten, mit denen man irgendeine Form von ernsthafter Beziehung führt und die einem besonders wichtig sind. Muss ich immer gleich furchtbar erbost oder zutiefst verletzt sein, weil irgendwo irgendwer mit was weiß ich für aktuellen oder biographischen Problemen dummes Zeug in die Tastatur tippt? Verleumdungen haben eine andere Qualität; die können für mich als Person des öffentlichen Lebens bleibende Rufschädigungen darstellen.

Wo ist denn der angeblich erkennbare Kritikpunkt im "Schleimer"? Etwa, das Sie darauf aufmerksam gemacht wurden, das sie jemanden in unterwürfiger Art und Weise völlig unreflektiert zugestimmt haben?

Aufpassen: "Schleimer" ist nur die Sichtweise und Bewertung einer Person. Sie sagt damit, dass sie mit einem bestimmten Diskussionsverhalten nichts anfangen kann. In meinem Fall mit meiner Diplomatie und Zurückhaltung. Ich muss mir diese Sichtweise nicht aneignen, kann aber feststellen: "Aha, darum reagiert XY so empfindlich auf mich." Das muss ich weder übernehmen, noch muss ich deshalb mein Verhalten ändern, wenn ich keine Böcke dazu habe. Allerdings stimme ich Anti-Sexistin darin zu, dass ich oft etwas zu konfliktscheu bin.

Ein ebenso uncharmanter, wie erkennbarer Kritikpunkt verbrigt sich doch auch hier. Man möchte Sie blos drauf hinweisen, das Sie sich an den Konflikten bereichern und das skrupellos.

Ja, aber das ist keine Bewertung, sondern eine (falsche) Unterstellung. Es ist etwas anderes, ob ich sage "Herr Schulzes oberlehrerhaftes Gehabe geht mir auf die Senkel" oder ob ich sage "Herr Schulze muss ständig die Leute verbessern, weil er mit seiner Impotenz nicht klar kommt."

Zum einen kann ich gehaltvolle Beleidungen von unsinnigen Verleumdungen nicht unterscheiden, zum anderen ist es einfach nicht meine Art so plump, dumm und arrogant zu Beleidigen, wie es der von Ihnen so Verehrten des öfteren gelingt.

Könnte auch ein Missverständnis sein. Nicht jeder, den ich nicht wüst beschimpfe, wird von mir "verehrt". Die allermeisten Leute fallen in keine von beiden Kategorien. Ich finde Beleidigungen auch nicht an sich "gehaltvoll", im Gegenteil. Wenn ich aus hundert Prozent Text mühselig die fünf Prozent herausklauben muss, mit denen man etwas anfangen kann, wird mir das schnell zu dumm. Deswegen überfliege ich bestimmte Postings nur noch.

Arne


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