Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Kann mich einmal jemand aufklären

Jörg Rupp, Friday, 28.05.2004, 17:01 (vor 7924 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Kann mich einmal jemand aufklären von Jolanda am 28. Mai 2004 13:31:38:

mich mal kurz einmische:

Ich finde die Idee der Grünen, Frauen ins Land zu lassen, nur weil sie Zwangsverheiratet wurden oder die Gefahr besteht, dass das geschieht, das ist doch so was von blauäugig und wird nur Probleme bringen, mit Sicherheit.

Dieses Gutmenschdenken ist hier einfach naiv, sorry. Man kann das nicht nachprüfen und es tut mir leid, solche Probleme muss man in den Ländern lösen in denen sie herrschen und nicht bei uns.

Oder wollen wir als nächstes eine Initiative lancieren, in welcher wir beschliessen, alle jungen Männer, die Gefahr laufen in die Armee eingezogen zu werden, dass wir die dann alle aufnehmen, wenn sie nicht in den Krieg ziehen wollen um dort zu krepieren?!

erstens geht es um geschlechtsspezifische Verfolgung, also ganz geschlchteneutral. Außerdem knn man leicht auf seinem schweitzer Sofa sitzen und derartige Sprüche vom Stapel lassen.

und dazu dann noch die PM er Grünen:

"Endlich wird auch in Deutschland nichtstaatliche und geschlechtsspezifische Verfolgung anerkannt. Deutschland war in dieser Frage in Europa bislang fast vollstaendig isoliert. Die Fluechtlingsverbaende, die Kirchen, die Suessmuth-Kommission und allen voran der UNHCR haben seit Jahren darauf hingewiesen, dass hier eine Schutzluecke existiert.

Dass diese Schutzluecke jetzt gegen den erbitterten Widerstand der Unionsparteien endlich geschlossen werden kann, ist ein Ergebnis der gruenen Hartnaeckigkeit bei den Verhandlungen. Endlich werden Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts an Leib und Leben bedroht sind, auch in Deutschland als Fluechtlinge im Sinne der Genfer Fluechtlingskonvention (GFK) anerkannt.

Frauen und Maedchen sind in vielen Laendern der Welt besonderen Gefahren ausgesetzt. In Kriegssituationen werden sie oft Opfer von sexuellen Gewalttaten und Verschleppungen. Dabei beschraenkt sich diese Gewalt nicht nur auf UEbergriffe im Zusammenhang mit Kampfhandlungen, sondern reicht auch in die Fluechtlingslager und den privaten und haeuslichen Bereich hinein. Oft werden sie als Opfer nachtraeglich stigmatisiert und verachtet.

In zahlreichen Faellen werden Frauen aber auch von nichtstaatlichen Gruppen wie z. B. Milizen im Buergerkrieg oder von privaten Dritten z.B. bei Ehrkodexverletzungen, Genitaler Verstuemmelung und Mitgiftmorden verfolgt. Meist ist ihr Herkunftsstaat weder willens noch in der Lage, sie zu schuetzen. Deshalb ist es entscheidend, dass auch die nichtstaatliche Verfolgung beruecksichtigt wird.

Aus rein wahltaktischen Erwaegungen hat die Union den Schutzbedarf dieser Menschen ignoriert und faellt damit weit hinter ihre eigenen "christlichen" Grundwerte zurueck.

BUENDNIS 90/DIE GRUENEN haben in den Verhandlungen gezeigt: Der Schutz von Frauen und Maennern, die auf Grund ihres Geschlechts verfolgt werden, ist fuer uns nicht verhandelbar."

jörg


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