Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: ja, mein ich

Andreas (der andere), Friday, 04.06.2004, 15:40 (vor 7917 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: meinst Du?! von Garfield am 04. Juni 2004 11:29:33:

Hi Garfield.

" [...] Denn sehr viele Frauen aus islamischen Ländern [...] in Zukunft eben doch noch mehr Menschen [...]"

Ja, gut - Du hast mein Zitat davor etwas gekürzt, um so antworten zu können, aber zwischen "viele" bzw. "noch mehr" und "Milliarden" besteht ja wohl doch ein kleiner Unterschied. Migrationsbewegungen gibt es immer, und aus Sicht der Flüchtlinge ist es wohl nicht weniger legitim, vor dem Tod durch Verhungern zu fliehen als vor der Gefahr des gewaltsamen Todes durch Militärs, Folter etc. - Ich bin auch kein Wirtschaftswissenschaftler, aber die These, daß Zuwanderer allein die Sozialkassen belasten, nichts jedoch zur Erhöhung des Budgets beitragen würden, kommt mir ein wenig wie ein Cliché vor. Irgendwo hatte ich vor einiger Zeit mal eine Reportage gesehen, die dieses Vorurteil widerlegte - zumindest bin ich nicht mehr geneigt, dem Ganzen so einfach Glauben zu schenken. Belege?

"Du mußt bedenken, daß es in Deutschland ein Heer von Berufsfeministinnen gibt, die teilweise immer noch gut von unseren Steuergeldern leben. Angesichts knapper Kassen müssen die irgendwie ihre Existenzberechtigung nachweisen, um die Gelder nicht gekürzt zu bekommen. [...]"

Du übersiehst dabei aber, daß so ein Vorgehen gemäß Deiner Argumentation die knappen Kassen noch weiter leeren müßte. Den "Berufsfeministinnen", wie Du sie nennst, geht es ja in erster Linie um die Aufrechterhaltung des eigenen Opferstatus' - die Situation von Frauen in anderen Ländern wird dazu herangezogen, einen übergreifenden Konsens von "Repression gegen Frauen im Allgemeinen" zu produzieren, von dem man dann hier profitiert - stellvertretend. Die Frauen herzuholen würde bedeuten, daß es ihnen a) hier besser geht (obwohl es bei Alice Schwarzer ja heißt, "Von Köln bis Kabul ...") und b) sich etwas am Status veränderte - beides nicht sehr gut geeignet, den Status aufrechtzuerhalten. Erst recht nicht, um ohnehin schon knappe Kassen weiter zu schröpfen.

"Da müssen Einwanderer bereits Kenntnisse in der Landessprache, eine Wohnung und einen Job haben, um überhaupt dauerhaft im Land bleiben zu dürfen. Oft muß man auch eine bestimmte Geldsumme vorweisen können, und man darf nicht zu alt sein, damit man auch ja nicht dem Sozialamt zur Last fällt."

LOL - Was müssen das für Flüchtlinge sein? Gastarbeiter, Übersiedler, Greencard-Gewinner? Oder wirklich Verfolgte? - Ich glaub, es gibt da ein paar mehr Unterschiede, die bei so einer vereinfachten Darstellung allzu leicht verwischt werden.

Nichts für ungut, ich muß nicht das letzte Wort haben.
Gruß, Andreas


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