Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Ich weiß nicht, wie es die anderen sehen...

Gastredner, Sunday, 06.06.2004, 20:55 (vor 7915 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Ich weiß nicht, wie es die anderen sehen... von susu am 05. Juni 2004 23:53:03:

Werte Susu,
ich erlaube mir den Versuch einer Antwort, auch wenn sie nur unzureichend ausfallen wird, weil ich nicht wissen kann, was Kritiker dazu sagen würde.

... aber ich finde dieses pseudo-intellektuelle Philosophieren dieser beiden, die in ihrer Einstellung, ihrem Auftreten und Habitus noch nicht einmal der Männerbewegung zuzuordnen sind, etwas anstrengend.
1) Welche Definition von intellektuell liegt dem zu Grunde. Bzw:
"Was immer auch die Intellektuellen sind - sie und sie allein waren es, die ihre jeweiligen Definitionen entwarfen und verwarfen. Jeder Versuch, Intellektuelle zu definieren, ist ein Versuch der Selbstdefinition; jeder Versuch, den Status eines Intellektuellen zu gewähren oder zu verweigern, ist ein Versuch der Selbstentwerfung. Definieren und über Definitionen zu streiten sind das Kernstück der Produktion und Reproduktion des intellektuellen Ich."

Welche Definition, so fragen Sie, liegt hier zu Grunde. Die Antwort ist eigentlich einfach. Keine und Alle.
Es ist auch nicht förderlich den Versuch zu unternehmen von einem Adjektiv kommend einen Definitionsversuch des Substantivs dazu zu verwenden, das man zeigt, das alles nicht bestimmbar sei. Nur weil man "die Intellektuellen" nicht an bestimmten Attributen ihrer Selbst bestimmen kann und eine Auswahl immer zur Selektion der eigenen Fähigkeiten gereicht, kann man deswegen nicht von der Unbestimmbarkeit des Adjektivs pseudo-intelekutell ausgehen. Dies ist schlicht der Hinweis darauf, das einige ihr Dasein damit verbringen Federn in die Luft zu blasen.
Ihre Frage ist also schlicht unbegründet, aber wenigstens amüsant, denn Sie bestätigen damit Ihren Kritiker in seiner Kritik.

2) Was ist der Habitus der Männerbewegung? Was ist ihr Auftreten?

Nun, nur weil Ihr Habitus nicht hierher zu passen scheint (an dieser Stelle möchte ich nur darauf hinweisen, daß dies nicht meine Meinung ist!), kann man nicht im Umkehrschluss darauf schließen, es gäbe nur einen Habitus in der Männerbewegung. Auch ist es nicht sinnvoll, daß Sie Ihr Auftreten dadurch bestimmen wollen, daß Sie nach dem Auftreten dem Männerbewegung fragen.

3) Würdest du mir bitte sagen, wo du mich dann einordnen würdest? Ich sammle gerade ein paar Zitate von den Foren um Anhand dieser meine Thesen zum "lesen" von Personen in verschiedenen Kontexten näher zu erläutern.

Mal ganz kess gefragt, zitieren und analysieren Sie sich da selbst?

Laßt uns zu den Tatsachen und besonnenen, aber klaren Worten zurückkehren, die dieses Forum immer so unverwechselbar gemacht haben -
zum einzig niveauvollen, aber trotzdem direkten und aussagefähigen Forum zur Männerbewegung.

Und da war immer auch Platz für meine Meinung. Dazu gab es hier immer mal wieder den ein oder anderen Thread. Das statt über die Sache und dazu vertretene Meinungen über den Habitus und das Auftreten von Postern diskutiert wird, statt darüber, was sie sagen ist relativ neu...

Vielleicht sehen Sie es dem Kritiker nach. Er kann und will nicht all dem folgen, was Sie sagen. Das ist eine Kritik an den von Ihnen vertretenen Meinungen. Diskussionen und Meinungen, die sich nur noch dekodieren lassen, wenn man den Sermon der Hocheiligen, wie Butler oder Beauvoir, kennt oder triviale Aussagen, die sich hinter ganzen Wortbergen verschanzen, wie im folgenden:
"Darüber hinaus kann es bei der Philosophie mehr bewirken. Es ist ein Unterschied, ob man in eine Prüfung geht und Fragen gestellt bekommt wie "Untersuchen Sie die Fichtesche Wissenschaftslehre in ihrer Erstfassung und vergleichen Sie sie mit dem Trinitätskonzepten des Konzils von Chelcedon und der romanitschen Narratologie" oder "Spielt der Analysebegriff des vorkritischen Kant noch eine Rolle im Tractatus Wittgensteins" (Frankreich) viel sinnvoller, da zum synthetischen Denken (welches Du, ich nenne es nur anders, auch zu meinen scheinst) anregt und auffordert, als hermeneutisch in Seminaren herumzudümpeln und sich gemeinsam durch das Autor-Konstrukt zu hangeln: "Wie hat denn der Platon jetzt das mit dem Sonnegleichnis gemeint? Na, los Leute, sagt was." (Deutschland)"
Das ist selbstgefällige Bauchpinselei mit dem Ziel sich selbst und seinen Texten den Anstrich des wichtigem richtigen und klugen zu geben.
Da suche ich doch Zuflucht zu diesem: "Alles, was gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles, was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen.".
Somit ist die Kritik an den Meinungen, ebenso eine Kritik am Inhalt, wie an der Form. Es ist berechtigt die Frage zu stellen, wo ein Forum zu einem Thema denn hinkommen soll, wenn Diskussionen nur noch dem reinen Selbstzweck, des Redens um des Redens willen, dienen.


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