Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: ja, mein ich

Andreas (der andere), Friday, 04.06.2004, 19:11 (vor 7917 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, mein ich von Garfield am 04. Juni 2004 15:14:16:

Hi nochmal!

Sicher, aber es geht mir ja nicht darum, nun irgendwelche Zahlen abzuschätzen.

Ach - nicht? Also mich persönlich berühren ein paar Asylanten mehr herzlich wenig; bei "Millionen" oder "Milliarden" - als reale Größenordnung - würde ich das aber nicht mehr behaupten.

Fakt ist, daß sich durch die Anerkennung einer "geschlechtsspezifischen Verfolgung" als Asylgrund die Zahl der Menschen, die Aussicht auf Asyl in Deutschland haben, beträchtlich erhöhen wird.

Liegt die Betonung bei Deiner Kritik jetzt eigentlich auf "geschlechtsspezifisch" oder "Asyl"? Weil - das beides ist ja nicht zwingend aneinander gebunden ...

Es ist doch viel sinnvoller, darauf hinzuarbeiten, die Situation in den jetzigen armen Ländern zu verbessern. Wenn man das effektiv tun würde, dann würde man viel mehr Menschen damit helfen als durch irgendeine Ausweitung der deutschen Asylgesetze.

Notwendigerweise gibt es leider auch komplexere Verflechtungen zwischen unserem Wohlstand und dem Nord-Süd-Gefälle, so daß eine "effektive Hilfsleistung" ebenfalls einen Einschnitt in unsere Lebensqualität bedeuten würde (beispielsweise durch Anhebung der Gehälter von an der Produktion von Exportgütern beteiligten Arbeitern). - Das vergißt man so leicht, wenn die Leute statt vor der eigenen Tür irgendwo in Afrika verhungern. Kostenfreies Mitgefühl hat in diesen Fällen immer ein bißchen was von einem Lippenbekenntnis.

Um sich darüber ein Bild zu machen, muß man kein Wirtschaftswissenschaftler sein. Natürlich tragen auch Asylbewerber, selbst wenn sie hier gar keine Arbeitsgenehmigung haben, zum Konsum bei. Das ist aber nur auf den ersten Blick von Nutzen. Denn das Geld für diesen Konsum bekommen sie ja von der Gesellschaft, ohne daß sie dafür einen Nutzen erbringen. Unter'm Strich macht die Gesellschaft dadurch also minus. [...] usw.

Nein Garfield, das habe ich damit nicht gemeint. Du legst Deine Ansichten sehr wortreich dar, aber so eine Herleitung, aufbauend auf Mutmaßungen, überzeugt mich heute nicht mehr so einfach. - In einer Sendung, in der es um Türken in Deutschland ging, wurde etwa gesagt, daß der Anteil der Selbstständigen und einer Erwerbstätigkeit nachgehenden Türken hier prozentual höher sei als bei den Deutschen. Trotzdem sahen sie sich mit eben diesen Vorurteilen konfrontiert, sie würden der Gemeinschaft nur auf der Tasche liegen, denn das Geld bekämen sie ja nur vom Sozialstaat zugesteckt, etc. ... Dabei ignorierst Du nicht nur, daß die Immigranten nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren; Du ignorierst ebenfalls, daß sich unter ihnen nach einiger Zeit eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Arbeitgebern befindet, die - immer mit Beruf auf diese ARD-Sendung - sich in der Beziehung sogar noch etwas risikofreudiger als die Deutschen verhalten.

Gruß, Andreas


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