Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: volle Zustimmung

Arne Hoffmann, Friday, 04.06.2004, 11:49 (vor 7917 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: volle Zustimmung von Garfield am 03. Juni 2004 17:43:05:

Hi Garfield,

Alle Themen, die eigentlich positiv sind, wurden mittlerweile zum großen Teil von selbstherrlichen Gutmenschen übernommen, die nun eifrig ihre Dogmen pflegen, sich dabei toll und überlegen dünken und immer frei nach dem Motto "was nicht sein kann, darf nicht sein" handeln und reden. Das betrifft eben nicht nur das Thema Gleichberechtigung, sondern beispielsweise auch die Themen Umweltschutz oder Asyl. Und da ist es dann eben auch so, daß jemand, der Meinungen äußert, die nicht den gängigen Dogmen und Klischees entsprechen, als ignoranter Umweltschädling oder eben als Rechtsradikaler bezeichnet wird.

Umgekehrt haben auch viele Rechte ihre Dogmen und Klischees und greifen jeden, der eine andere Meinung äußert, als "selbstherrlichen Gutmenschen" an.

Beispielsweise ist es nun mal nicht so, dass man hierzulande nur "Asyl" zu sagen braucht und schon aufgenommen wird. Wer sowas behauptet, hat sich eben mehr mit bestimmten Angstphantasien und Stimmungsmache beschäftigt als mit der Anhörungspraxis. Man könnte ja auch mal Flüchtlingsbiographien lesen wie beispielsweise Devrim Kayas "Meine einzige Schuld ist, als Kurdin geboren zu sein" oder "Unbequem", die Zeitschrift kritischer Polizisten, oder oder oder.

Zum anderen ist auch nicht jeder ein "Gutmensch", der überhaupt noch moralische Erwägungen (außer dem Schicksal der tausendjährigen Nation) ins Spiel bringt und vor einer hysterisierenden Darstellung warnt. Die rechtsradikalen und -extremistischen Zausel, die an Ausländer, Abgeordnete und Journalisten Hassbriefe schicken, legen ihnen regelmäßig aufhetzerische Angstmacher-Artikel aus Zeitungen bei, in denen Panik vor einer Überflutung Deutschlands durch Millionen von Asylanten geschürt wird. Insofern ist es gerade bei diesem Thema sehr wichtig, ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl anzumahnen.

Es ist ja nun beiliebe nicht so, dass man sagen könnte: "Also die Rechten führen die Ausländer und Asyl-Debatte so angenehm sachlich, aber die Linken wittern bei jeder Problematisierung sofort den Holocaust."

Je mehr Themen es gibt, über die nicht offen gesprochen werden darf

Ach, wo darf denn nicht offen gesprochen werden? Ich finde die Opfer-Tour ein bisschen billig, wo man selbst vom Leder zieht und beim kleinsten kritischen Gegenwind so tut, als ob man hierzulande seine Meinung nicht mehr äußern dürfte. Wer stark auftritt, muss schon damit rechnen, dass auch starke Einwände kommen.

Arne


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