Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: OT: Portugal, Ex-SU, Estland, Goldener Pinsel der Erinnerung

Rüdiger, Saturday, 31.01.2004, 22:16 (vor 8041 Tagen) @ Daddeldu

Als Antwort auf: OT: Portugal, Ex-SU, Estland, Goldener Pinsel der Erinnerung von Daddeldu am 30. Januar 2004 12:10:00:

Sieh dir doch nur mal die Zustände in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion an.
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Denen geht es jetzt eindeutig besser als vorher. Nicht toll, aber besser. Und jedes Jahr verbessert sich ihre Situation weiter. Estland hat radikal auf Markt gesetzt und hatte die letzten 10 Jahre immer 2stellige Zuwachsraten. Bei allen Problemen des Umbaus ist das besser als vorher. Ich verstehe nicht, wie Du all das negieren kannst.

Und ich verstehe, daß der Kapitalismus auch zur ideologieartigen Brille werden kann, durch die man die Wirklichkeit nicht mehr so recht sieht :-) Ist schon aufschlußreich, diese ganzen "ideologischen" Diskussionen über solche Themen ....

Vor ein, zwei Jahren war im FOCUS ein Bericht, wie toll es jetzt den osteuropäischen Staaten unter der Marktwirtschaft geht, aber die beigefügten Statistiken zeigten ein anderes Bild: ALLE diese Länder gingen nach 1990 erst mal durch ein tiefes Tal der Tränen, sozusagen, es gab nach dem Zusammenbruch der Planwirtschaft ein Absacken des Bruttosozialprodukts pro Kopf um ein Viertel bis ein Drittel, und das von einem eh schon niedrigen Niveau aus - was für einen Aufstand hätte das in der verwöhnten (Alt-)Bundesrepublik gegeben! Nach zwei, drei Jahren war der Tiefpunkt erreicht, und es ging wieder aufwärts. Sogar recht rasch, zugegeben. Aber noch zum Zeitpunkt dieses Artikels war nur bei einem oder zweien dieser Oststaaten (ich glaube Slowenien und Estland) das Niveau von 1989 knapp erreicht; überschritten war es nirgendwo. Das fand ich doch ernüchternd. Ich hätte (gerade als Marktwirtschaftler, der ich im Prinzip bin) erwartet, daß es wesentlich schneller geht. Natürlich kann die alten kommunistischen Zahlen bezweifeln, aber unter einem großen Erfolg der Marktwirtschaft würde ich doch etwas anderes verstehen. Und die vielen Verlierer kann ich auch nicht vergessen - alte Leute z. B., die im Kommunismus mit seinen subventionierten Grundnahrungsmitteln und Straßenbahnen auch mit mickriger Rente noch passabel leben konnten, jetzt aber nahe der Hungergrenze leben. Auch gibt es halt nicht nur Slowenien und Estland, es gibt auch Albanien und die Republik Moldau ....

Gruß, Rüdiger


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