Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Ressourcen gehen nicht aus, Marktwirtschaft ist supi

Daddeldu, Tuesday, 27.01.2004, 02:35 (vor 8046 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Generationenvertrag von Garfield am 26. Januar 2004 16:35:37:

Hallo Garfield,

Ich meinte das nicht auf dich bezogen, sondern eben bezogen darauf, daß es insbesondere den Leuten in den Chefetagen der Wirtschaft nicht so recht ist, wenn das Thema der begrenzten natürlichen Ressourcen zu intensiv diskutiert wird.

Schon seit über 200 Jahren gibt es die Unkenrufe, die Ressourcen würden bald ausgehen. Diese beruhen immer auf falschen Annahmen. Ein Buch, das Dich von 50 % Deines Pessimismus heilen kann ist „Apokalypse No!“ von Bjørn Lomborg.

Es gibt nämlich noch Herrn C, der ein enorm hohes Vermögen hat, dieses teilweise bei Herrn B anlegt und dafür Zinsen erhält. Diese Zinsen bekommt er, ohne dafür einen Finger zu rühren. Herr B wiederum möchte natürlich auch gut verdienen. Also schlägt er auf die Zinsen nochmal etwas drauf, und daraus ergibt sich dann der Zinssatz, den Herr A für den Kredit zu zahlen hat.

Die Zinsen werden am Markt gemacht, wie alle Preise sonst. Wer nur von Zinsen lebt kann auch nicht höhere Zinsen für seine Kredite verlangen, sonst holt sich unser Unternehmer A sein Geld woanders.

Herr A ist ein kleiner Unternehmer, der mit seiner Familie im Unternehmen arbeitet und außerdem noch zwei Mitarbeiter beschäftigt. Er kauft sich von dem Kredit neue Maschinen, was ihn in die Lage versetzt, einen seiner Mitarbeiter zu entlassen. Dafür kann er nun aber rationeller produzieren. Theoretisch könnte er nun seine Preise senken. Nur leider muß er ja nun jeden Monat die hohen Zinsen für seinen Kredit zahlen, von denen die Herren C und B gut leben möchten. Also kann er die Preise nicht senken.

Leider ist A ein schlechter Unternehmer: Er hat sich nämlich verkalkuliert. Die Maschine kommt ihn mit den Finanzierungskosten teurer als der Mitarbeiter. Er hat sich (in Deinem Beispiel) schlicht verrechnet! Normalerweise schafft ein Unternehmer eine Maschine nur an, wenn er damit nach einkalkulieren der Finanzierungskosten billiger anbieten kann. Das funktioniert auch regelmäßig bestens.

Nun ist es aber so, daß nicht nur Herr A so verfährt, sondern viele andere Unternehmer auch. Alle setzen sie Leute auf die Straße, um billiger produzieren zu können, da sie aber alle auch Zinsen an Herrn B und seine Kollegen zu zahlen haben, können sie ihre Preise trotzdem kaum oder gar nicht senken.

Die allermeisten Unternehmer sind cleverer als Herr A und produzieren wirklich billiger. Die Produkte, die sich massenhaft mit Maschinen bauen lassen werden sehr, sehr schnell besser (Autos, Computer, Mobiltelefone) oder immer billiger.

"Entschuldige, aber irgendwie habe ich den Eindruck das Du "reich" mit "böse" gleichsetzt."

Das habe ich nicht geschrieben, sondern das hast du assoziiert. Denk mal darüber nach, wieso! [/i]

Also, den Eindruck habe ich auch.

Solange es aber so ist, daß viele Politiker selbst Unternehmer oder sonstwie mit der Wirtschaft verbunden sind, ist klar, für wen die sich vorrangig einsetzen.

Die derzeitige Stagnation liegt m. E. daran, dass bei uns die letzten 50 Jahre die Sozialpolitik der Wirtschaftspolitik vorgegangen ist. Deshalb erdrücken die Sozialabgaben auf die Löhne die wirtschaftliche Entwicklung.

"Unter anderem auch dank des Euro."

Mir stellt sich da wieder mal die Frage: Sind unsere Politiker wirklich so unfähig, oder stellen sie sich nur so? [/i]

Der Euro ist eine fantastische Erfolgsgeschichte und gute Idee. Ohne ihn ginge es uns schlechter.

"Da bin ich eher der Meinung das die Planwirtschaft die meiste Schuld an der schlecht laufenden Wirtschaft der DDR hatte."

Die Planwirtschaft war nur ein Grund von vielen. [/i]

Die Planwirtschaft war der Grund dafür. Überall auf der Welt, wo die Planwirtschaft regiert, geht es den Menschen schlecht, überall wo Marktwirtschaft eingeführt wird geht es den Menschen bald besser. Das ist in jedem einzelnen Ostblockstaat so gewesen, auch wenn manche das durch Betonung der Probleme, die es gibt (Kriminalität z. B.), wegzudiskutieren versuchen. Die südkoreanische Wirtschaft boomt seit Jahrzehnten, in Nordkorea gibt es eine Hungersnot. Japan hat überhaupt keine Rohstoffe und ganz wenig landwirtschaftliche Nutzfläche und ist der zweitreichste Staat der Welt. Die Gruppe der 7 wirtschaftlich am besten entwickelten Staaten der Welt (sog. G 7) sind alle Marktwirtschaften. Einem ostdeutschen Sozialhilfeempfänger geht es materiell besser als der überwiegenden Zahl der Arbeiter in der DDR.

Ehrlich gesagt kann ich gar nicht verstehen, wie jemand heutzutage noch an der Marktwirtschaft zweifeln und die Planwirtschaft und den Sozialismus hochhalten kann. Man sieht es an jeder Behörde und staatlichen Unternehmung, dass der freie Markt besseres billiger anbietet.

Mitte der 80er Jahre wurde in der DDR dann der weltweit erste 1-MB-Speicherchip entwickelt. Das blieb auch ein reines Prestige-Projekt, das der DDR mehr Kosten als Nutzen brachte. Denn im Westen kaufte wieder niemand den Chip

Der wurde auch nur entwickelt, die DDR hatte nicht die Technologie um ihn in Serie kostengünstig zu produzieren. Ein Beispiel für die katastrophalen Folgen der Planwirtschaft: Hohe Entwicklungskosten für etwas was niemand kauft. Die Entscheidungsprozesse in der Marktwirtschaft führen weitaus seltener zu solchen Fehlern.

Das Buch, das Dich von den anderen 50 % Deines Pessimismus heilen kann ist „Das kapitalistische Manifest“ von Johan Norberg.

auch in Ländern wie Frankreich oder Deutschland gibt es planwirtschaftliche Elemente und teilweise sogar auch Behörden, die Wirtschaftspläne aufstellen, um die Wirtschaft so zu lenken. Sowas ist auch nötig, weil der freie Markt keineswegs alles reguliert.

Kannst Du mal in kurzen Worten schildern, was Du meinst? Ich kenne nur Elemente von Sozialismus, die zu wirtschaftlich sehr negativen Folgen führen (garantierte Abnahmepreise in der Landwirtschaft z. B.)

Als die Bundesrepublik der DDR dann den berühmten Milliardenkredit gab, ging es keineswegs nur darum, dann im Gegenzug Erleichterungen für den innerdeutschen Reiseverkehr und den Abbau von Selbstschußanlagen an der Grenze zu erreichen. Es ging dabei weit mehr um wirtschaftliche Vereinbarungen. Die DDR war der weltgrößte Kalisalz-Produzent und so eine echte Konkurrenz für westliche Kali-Produzenten. Man legte dann z.B. vertraglich fest, daß die DDR kein Kalisalz in den Westen liefern durfte.

Es fällt mir sehr schwer das zu glauben. Wo hast Du das her?

"Ich finde eine Wahl via Internet nicht gut."

In den USA werden sie das nun wohl ausprobieren. [/i]

Ja, als erstes für die Soldaten im Ausland. Offenbar sollen dadurch deren konservative Stimmen möglichst umfassend eingesammelt werden.

Netten Gruß

Daddeldu


gesamter Thread:

 

powered by my little forum