Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Generationenvertrag

Odin, Saturday, 24.01.2004, 16:36 (vor 8048 Tagen) @ Jens

Als Antwort auf: Re: Generationenvertrag von Jens am 22. Januar 2004 10:08:58:

Vermutlich adelt auch, dass sich unser Außenminister mit der Polizei rumgeprügelt hatte, Mao verehrte, vor seinem Amt mit Idealen und pazifistischem Gesülze rumsabberte, im Nachhinein aber dem Export einer Atomanlage zustimmte deren Betrieb er persönlich Jahre vorher mit aller Gewalt verhindert hat, weil es angeblich zu gefährlich war und dann auch noch durch Zustimmung für die Aufhebung eines Waffenembargos Rüstungsexporte in eine Diktatur fördert, die keine 2 Wochen vorher einer Demokratie drohte, sie platt zumachen, falls sie auf den Gedanken kommen sollte, durch eine Wahl die eigenen Souveränität auszurufen.

Das gäbe nun eine längere Diskussion Off topic, aber tatsächlich haben die Grünen - sehr zum Ärger der politischen Gegner - ihre Regierungsfähigkeit gerade dadurch bewiesen, daß sie in der Lage sind, Kompromisse zu schließen, die natürlich dem "harten Kern" und auch ihren Anhängern wenig passen, aber ohne die Politik niemals möglich ist. Auch die Ansicht, daß Pazifissmus niemals grenzenlos ist, ist überzeugend und hätte sicher auch früher kommen können.
Eine Keilerei mit der Polizei kann für mich in der Tat adeln. Das waren die Leute, die damals den Kopf hingehalten haben, damit wir heute frei demonstrieren können. Zur damaligen Zeit war man nicht sicher, ob die Polizei "nur" mit Tränengas, mit Schlagstöcken oder mit Pistolen auf einen losgehen. Ein "Rechtsstaat" von heutigem Verständnis war noch in weiter Ferne.
Bei meinem ersten Popkonzert (Procul Harum) liefen noch die Wächter mit Schlagstöcken an den Sitzreihen entlang, falls mal jemand zu laut jubelt. Ein Aufbegehren der Jüngeren Generation war überfällig. Der einzelne Polizist war da sicher froh, heil zu Frau und Kind nach Hause zu kommen, war aber auch bereit, auf wehrlose Demonstranten einzuschlagen, was auch oft praktiziert wurde. Mit heutiger Zeit zu vergleichen ist unseriös.
Theman damals waren der Vietnamkrieg, mit Millionen von Toten und der nur aufgrund dieses Aufbegehrens ein Ende gefunden hat.
Der Schah wurde hoffiert, trotz einer Diktatur, von der Saddam Hussein nur träumen konnte.
Andere Theman wie Obrigkeitshörigkeit - noch aus der NS-Vergangenheit - und sexuelle Befreiuung sollten uns auch heute noch zum nachdenken bewegen. Letzteres hat sich leider überhaupt nicht durchgesetzt.
Mit heutigen Augen in diese Zeit zurückblicken sollte man nur, wenn man sich auch ein wenig in die Stimmung dieser Zeit hineinversetzen kann.
Das kann J. Fischer natürlich so nicht sagen. Als Politiker die Wahrheit sagen? Und das DIESEM Volk? Er wäre schön blöd! Solltest Du aber bei einer der Demonstrationen gegen den Irakkrieg dabeigewesen sein und Du trotzdem trocken, ohne Erblindung und ohne Nierenschläge nach Hause gekommen sein, dann sei ein wenig dankbarer.


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