Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Strafen für Freier?

Xenia, Friday, 04.02.2005, 23:08 (vor 7670 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Strafen für Freier? von Garfield am 04. Februar 2005 11:50:46:

Hallo Garfield

Der grund, weswegen Frauen die Dienste männlicher prostituierter nicht oder nur wenig in Anspruch nehmen bzw. wieso es nur wenige männliche prostituierte für Frauen gibt, liegen nicht darin, dass Frauen von Natur aus einen auf gefühlsduselig machen, sondern weil es eine lange lange laaaaaaaaange Tradition der Kontrolle von weiblicher Sexualität gegeben hat. Mit anderen Worten: es gibt gar keine große Tradition in dieser Hinsicht, was man umgekehrt ja nun nicht behaupten kann. Die Kontrolle weiblicher Sexualität wiederum rühr davon her, wie du bereits richtig angeführt hast, dass die Kontrolle über die Fortpflanzung angestrebt wurde.
Wenn du davon redest, dass viele Frauen bei der Partnerwahl lieber die passive Rolle bevorzugen würde - beziehst du dich damit auf historische Zustände, dann stimmt dies. Heute trifft dies nicht mehr so eindeutig zu. Jedenfalls nicht bei den Frauen meiner Generation.

Di stellst das ja so dar, als hätte die Frau den vater als Ernährer gerade mal so zugelasen - und nicht, dass eine lange Tradition darauf beharrt hätte, dass der Vater auf seine Nachkommen rechnete, sie wollte, sie bracuhte, sie schützte, sie verlangte. Und für sehr lange Zeit auch die alleinige Verfügungsgewalt über sie (inklusive der Frau) hatte. Mit anderen Worten, dass Kinder vorhanden waren, dass dieselben mit ihrem Vater aufwuchsen etc. war nicht etwa die Idee der Frau gewesen, sondern die des Mannes. Die Frau ist nur Mittel zum Zwecke gewesen, zum Zwecke der Fortsetzung der Dynastie - hocherrschaftlich gesprochen. Um dies zu erreichen und dabei auch sicher zu gehen, dass das Kind von ihm ist, gehörte eine strikte Kontrolle der Sexualität der Frau (die ja gemeinhin als labil und hysterisch galten) dazu, Kontrolle vom Mann, der Familie, der Kirche, dem Staat. Der ganzen Gesellschaft.

Offengestanden ist mir langsam nicht mehr klar, wie weit du in der zeit zurückgehen willst, wenn du davon redest, nach welchen kriterien die Frau ihren Mann ausgewählt haben soll - die meiste zeit der letzten 2500 Jahre hat sie dies - zumindest in den europäischen "Hochkulturen" - nicht selber getan, das ist eine Neuheit, die mit dem Aufkommen der Liebesheirat in der bürgerlichen Schicht Einzug hielt.

Von welcher Zeit also redest du, von der Steinzeit? Da würde mich dann interessieren, woher du deine Informationen hast.

Dass Männer die aktive und Frauen die passive Rolle bei der Partnerwahl zugeschrieben wird, ist jedenfalls nichts, was sich organisch aus irgendwelchen natürlichen Begebenheiten entwickelt hat, keine Natur, sondern Kultur. Mit anderen Worten, es hätte auch völlig anders verlaufen können.

Dass Frauen einfach nur zu pfeifen brauchten in einer Disko um einen Mann abzubekommen - wann warst du zuletzt in einer Disko? Und falls vor nicht allzulanger Zeit - du hast die Mädels da gesehen?

Dass so mancher Mann dann frustriert zu Prostituierten geht, halte ich für einen Fehlschluß. Denn Männer, die eben keine abbekommen aufgrund welcher Dinge für die sie nichts können auch immer - die gehen nicht oder nur selten zu prostituierten. Und das ist auch in diesem Forum zu sehen, die lehen das ab, die sagen: ich brauche es zwar, aber bevor ich das mache, mach ichs mir lieber selber. Und wenn ich mich in meinem bekanntenkreis so umgucke, dann machen dies tatsächlich die meisten. Also nix is mit dem frustrierten Mann, der nur seinen Samenstau nich bei einer Frau auf "normale" Art loswird.

Dass Frauen genauso nach dem Schönheitsideal - oder vielleicht besser Imageideal - schauen, habe ich niemals bestritten, sondern im übrigen ziemlich genau so ausgeführt!

Weswegen es so wenige männliche Prostituierte für Frauen gibt, habe ich ebenfalls hier oben beschrieben. Prostitution ist ebenfalls eine kulturelle Erfindung.

Die armen verheirateten Freier! Vielleicht finden sie auch einfach nur, dass die alte Schaluppe neben ihnen im Bett lang nich mehr sop knackig ist, wie die junge Prostituierte.

Ich präzisiere noch einmal: die meisten Freier sind meiner Annahme nach eben nicht solche, die eine Partnerin haben wollen, aber keine kriegen, weil sie irgendeinem ideal nicht entsprechen. Weil diese Männer eben meistens nicht zu Prostituierten gehen, sondern dazu - zu stolz sind. Die meisten Freier sind solche, die entweder eine beziehung haben, aber keine Lust haben was dafür zu machen, oder die keine Beziehung haben, und auch keinen Bock drauf haben, sich eine anzuschaffen oder irgendwas dafür zu tun. Mit anderen Worten, das sind nicht all die potentiellen guten Kinderväter, die da hingehen, sondern es sind die - vielleicht nicht mehr potentiellen - Beziehungslustlosen.

Ich habe schonmal gehört, dass ein mann eine Frau verlassen hat, weil ihm ihre Brüste zu klein waren, und sie sich nicht operieren lasen wollte (das Ganze ist natürlich nur die Schuld der Frau gewesen). Was die Penisgröße angeht - bisher hatte ich noch nie einen der mir zu klein war, also kann ich dazu nix sagen.
Ich hab auch schon gehört, dass Männer sagten, ihnen sei die Brustgröße völlig egal, weil es kämem ja haha, auf die inneren Werte an. Ebenfalls völliger Schmarren. Übrigens entblößen zur Freude vieler Männer nicht grade wenig bestückte damen Tag für Tag ihre Brüste im fernsehen, den Zeitschriften. Also so einen Entrag in den Perso brauchen wir Frauen ja gar nicht, uns kann mans schon von weitem ansehen.

Zur Vagina - das ist für die Frau mit allergrößter Sicherheit auch nicht gerade das schönste, wenn sie beim Sex nix mehr empfindet. Andererseits ist dies behebbar, ich sag nur Beckenbodenmuskel. Ja, das kan schon sein, das man nicht gerne über Vaginas redet im öffentlichen Diskurs, vielleicht liegt das daran, das da so Sachen herauskommen wie Blut und Gebärmutterschleim - und weil im westlichen Europa Vagina im Gegensatz zum Phallus keine wirklch große öffentliche symbolische Tradition hat.

Lies mal ein bisschen Vaginamonologe, das hilft dir evtl weiter, die weibliche Vagina besser zu verstehen.

Weibliche Bedürfnisse beim Sex tretn heutzutge deswegen in den Vordergrund, weil sie jahrhunderte/jahrtausendelang niemanden interessiert haben.

Ich wiederhole nochmal: ja, es gibt Schönheitsnormen für Männer - bestreitet dies jemand?

Ich wiederhole auch nochmal: wenn ein mann mit einer Frau keinen Sex mehr haben will, dan wird sie denken "was ist mit *mir* los?". daher die vielen Missverständnisse bei erektiler Dysfunktion. Frauen lasten diese Dinge immer sich an.

Übrigens, nicht jede Frau sucht sich gleich einen anderen Mann, weil ihrer nicht mehr mit ihr schlafen will das ist ebenfalls ein Ammenmärchen.

Deine ständige Kasuistik übrigens besagt gar nichts. Ist ja nett, was in deiner Verwandtschaft oder im Freundeskries sich so alles abspielt. Ich verwette jedoch meinen Haarschopf darauf, dass ich jede Menge Leute finde, bei denen sich genau das andre abspielt. Ud ich hörs net zum ersten Mal "Der Jan will nich mehr mit seiner Freundin schlafen? Hatse Pickel?"

Von ehelichen Pflichten in Bezug auf Sex halte ich übrigens auch nichts, niemand kann zum Sex gewzungen werden, kein Ehemann, keine Ehefrau.

WAs das wieder für Umfragen sind, die du kennst. Thja, die entsprechen nur leider allesamt nicht dem, was sich in meiner Umgebung abspielt - aber ich schätze, das ist meine Schuld - oder die der kollektiven Frauschaft vielleicht, was andres kanns ja nicht sein.

Ehrlich gesagt würde ich mir an deiner Stelle überlegen, ob du nichtnal den Wohnoirt wechseln solltest.

Dass Frauen sich nicht mehr zu Dingen zwingen lassen, das finde ich doch eine erfreuliche Entwicklung. Umgekehrt gibts noch genug Männer, denen man ihren Dreck hintererräumen muss.

Ich kenne übrigens so gut wie keine Frau, die ein Problem hätte, über ihre Beziehung zu reden. kenne aber sehr viele Männer, die das nicht tun - und meistens deswegene, weil sie es nicht können, weil es ihnen unheimlich schwer fällt, ihre Bedürfnisse zu verbalisieren. Und Probleme sprechen sie ebenfalls so gut wie nie an - meiner Erfahrung nach - sondern schweigen sie lieber tot, kehren sie unter den Teppich, sitzen das aus.

Frauen reden schon ehrlich mit ihrem Partner. Männer hingegen reden nicht, sondern sind nur stumm ehrlich. Und das ist einfach nicht genug.

Den Rest snippe ich mal, ich halts für zu großen Unsinn. Es deckt sich auch mit nichts, was ich in realität erlebt habe. Nichtmal annähernd. Ich kenne auch viel zuviele Männer, die nichts vo dem tun, was von ihnen angeblich verlangt wird, aber auch gar nichts.

Du hast mich gefragt, was ich schätze und ich habe geantwortet. Vermutlich sinds auch mehr. Wenn wir von 500.00 Zwangsprostituierten ausgehen, dann wedren die wohl nicht pro Tag einmal ein und denselben Kunden bedienen müssen.

Xenia

PS: Auf deine Antwort werde ich nun nicht mehr antworten, der Thread wird zu lang und zu übersichtlich, und am Ende ist es dann wieder meine "Schuld" wenn er sich fortsetztm, während das eigentliche im Archiv bereits verschwunden ist.


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