Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Strafen für Freier?

Garfield, Wednesday, 02.02.2005, 18:52 (vor 7672 Tagen) @ Monika

Als Antwort auf: Re: Strafen für Freier? von Monika am 02. Februar 2005 15:42:18:

Hallo Monika!

Die Grenze zwischen Minderjährigen und Erwachsenen ist gesetzlich festgelegt.

Ob in diesem Fall mit "Mädchen" tatsächlich Minderjährige gemeint waren, weiß ich nicht. Manche Leute bezeichnen auch eine 20jährige noch als Mädchen. Diese Aussagen kommen im Übrigen meist von Hilfsorganisationen, denen es darum geht, Geld zu bekommen. Oft leider nicht nur für die Opfer, sondern auch für die hauptamtlichen Mitarbeiter dieser Organisationen. Deshalb betonen sie gern, daß unter den Opfern auch Kinder sind, weil sie sich davon eine höhere Spendenbereitschaft erhoffen. (Und deshalb werden übrigens männliche Opfer nie explizit erwähnt - da geht man nämlich umgekehrt davon aus, daß für Männer kaum jemand spenden wird.)

Wie schon geschrieben muß man da zwischen Erwachsenen und Minderjährigen unterscheiden.

Du zweifelst daran, daß es nur wenige Pädophile gibt und fragst, wie ich darauf komme. Ganz einfach: Wenn es viele Pädophile gäbe, dann würde es auch zwangsläufig viel mehr Opfer dieser Pädophilen geben. In den 1970er Jahren kam es auch noch häufiger als heute vor, daß Kinder aus sexuellen Motiven heraus entführt und dann oft auch umgebracht wurden. Mittlerweile ist dieses Thema enttabuisiert und Pädophile werden allgemein verurteilt. Das allein setzt schon die Hemmschwelle herauf. Außerdem gibt es heute bessere Möglichkeiten, solche Leute zu fassen. Zwar läßt man sie viel zu schnell wieder frei, aber trotzdem landen sie wohl eher im Knast als in früheren Zeiten.

Und so kommt es eben, daß hierzulande heute relativ wenige Kinder entführt werden.

Nun könnte man ja einwenden, daß viele Kinder aus dem Ausland "importiert" werden. Da werden nun aber auch häufig ganz verschiedene Sachen in einen Topf geworfen. Dieser "Kinderimport" findet nämlich meist ganz ohne irgendwelche pädophilen Motivationen statt. Wer schon mal versucht hat, in Deutschland ein Kind zu adoptieren, der wird gut verstehen können, daß sich manche Paare frustriert im Ausland nach einem Kind umsehen. Wenn man solche Adoptionen dann einfach mit Kindesentführungen aus pädophilen Motiven zusammen wirft, kommt man natürlich auf schön hohe Zahlen.

Und dann muß du noch etwas bedenken: Kinder zu entführen (oder auch ihren Eltern abzukaufen) und illegal nach Deutschland zu bringen, ist natürlich strafbar. Noch mehr macht man sich strafbar, wenn man diese Kinder dann auch noch an Pädophile "vermietet". Wie immer, wenn man etwas verkaufen will, muß man natürlich eine gewisse Werbung machen. Dabei muß man immer damit rechnen, auf V-Leute der Polizei zu stoßen. Das gilt auch dann, wenn das Kind sich legal in Deutschland aufhält (wie das erwähnte Pflegekind dieser Gasthaus-Wirtin). Das Ganze ist also ein großes Risiko, und das lohnt sich nur, wenn man damit auch viel Geld verdienen kann. Die potenziellen Kunden dürfen also nicht einfach nur pädophil sein, sondern sie müssen auch noch genügend Geld haben. Das allein sorgt schon dafür, daß der Markt für minderjährige Zwangsprostituierte eher klein bleibt.

Sicher, 500.000 ist eine beachtliche Zahl. Aber woher kommt sie? Gibt es einen Verband der Illegalen Europäischen Menschenhändler, der regelmäßig stolz seine Umsatzzahlen veröffentlicht? Das sind doch nur Schätzwerte, Monika. Tatsächlich kennt niemand eine genaue Zahl.

Wenn natürlich immer wieder illegale Prostituierte, die bei Razzien aufgegriffen werden, behaupten, zwangsweise hergebracht worden zu sein, und wenn man das ungeprüft glaubt, dann kommt man vielleicht auf solch hohe Schätzwerte.

Aber versetze dich mal in einen Mann hinein, der zu einer Prostituierten geht. Glaubst du, er erwartet da nur ein Stück Fleisch in Frauenform mit einem Schlitz drin? Dann könnte er sich auch mit einer Gummipuppe vergnügen, und das wäre obendrein auf Dauer sogar noch billiger. So mancher frustrierte Ehemann hat zu Hause auch eine Frau bewegungslos im Bett liegen - um sowas zu erleben, muß er also nicht in den Puff gehen.

Nein, die allermeisten Männer, die zu Prostituierten gehen, erwarten da schon wesentlich mehr. Und glaubst du, eine Frau, die zur Prostitution gezwungen wird, kann ihnen das bieten? Wie motiviert wird sie dann wohl an die Sache heran gehen?

Das ist auch etwa so wie bei Pflegeberufen. Da ist es auch höchst fatal, Menschen dort einzusetzen, die einfach keinen Bock auf diesen Job haben. Denn sie gehen dort täglich mit Menschen um und nicht mit irgendwelchen Maschinen, denen man ruhig mal einen Tritt verpassen kann, wenn einen der ungeliebte Job mal wieder ankotzt. Es gibt da aber noch einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Krankenhaus und einem Bordell: Das Krankenhaus können sich viele Kranke nicht aussuchen. Sie werden verletzt dort eingeliefert, und auch wenn es ihnen dort nicht gefällt, kann es ihnen trotzdem passieren, daß sie nach einem weiteren Unfall wieder dort landen. Wenn ein Kunde aber mit einer Prostituierten unzufrieden war, dann kommt er nicht wieder.

Sicher gibt es ab und zu das Problem, daß Zuhälter den Prostituierten zuviel Geld abpressen, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Freundliche Grüße
von Garfield


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