Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wie Freier eingreifen können

Arne Hoffmann, Wednesday, 02.02.2005, 01:54 (vor 7672 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Strafen für Freier? von Rüdiger am 01. Februar 2005 23:05:36:


Hi Rüdiger et al.,

Es ist sicher nicht verkehrt, darüber nachzudenken - aber wie soll man(n) es letzten Endes feststellen? Fragen? "Sind sie zwangsweise hier?" Das ist doch wohl ein Witz .... Genauso wenig habe ich die Möglichkeit festzustellen, ob die Männer auf der Baustelle, an der ich gerade vorbeigehe, dort nun legal oder illegal beschäftigt sind. Es gibt allenfalls vage Indizien.

Tamara Domentat hat dazu einiges in ihrem Buch "Lass dich verwöhnen" geschrieben, was ich in der Rezension ihres Buches rekapituliert habe:

--- (...) Domentat weist auch darauf hin, was Freier tun können, um den Fällen tatsächlicher sexueller Ausbeutung und Versklavung entgegenzuarbeiten. Sie werden die kriminellen Strukturen nicht eigenhändig zerstören können (zumal ein Mangel arbeitsrechtlicher Mindesstandards auch einen Mangel an Transparenz und Information bedeutet), aber sie können zumindest Sand ins Getriebe streuen. So nennt "Terre des Femmes" verschiedene Anzeichen, die auf eine Zwangslage hindeuten: etwa wenn die Frau einen eingeschüchterten oder unruhigen Eindruck macht, wenn sie sich 24 Stunden im Club aufhält, keinen Kontakt zu anderen Frauen hat, das Geld nicht selbst abkassiert, bestimmte Kunden oder Handlungen nicht abweisen darf und natürlich wenn sie Spuren von Misshandlungen zeige. Tatsächlich greifen Freier ja auch immer wieder ein, indem sie etwa die Polizei verständigen, den Frauen ihr Handy leihen oder sie zu Fachberatungsstellen fahren. Reinhard Winter, Geschäftsführer der Männerberatungsstelle Pfunzkerle, sieht großes Interesse bei den Freiern, was das Wohlergehen der Prostituierten angehe: "Männer können nach wie vor über ihre 'Helferseiten' erreicht werden. Der Schutz von Frauen scheint ein tragfähiges Segment des Selbstverständnisses von Männlichkeit zu sein. Außerdem scheint bei nicht wenigen Männern eine Moral oder Ethik bei Prostitutionsbesuchen im Spiel zu sein. Zwang zur Prostitution und direkte körperliche Gewalt ist für diese Männer mit ihrem Erleben (...) unvereinbar." Um diese Einstellung zu stützen, führt Domentat noch eine kleine Liste mit "Tipps für Prostitutionskunden" an, die von einer niederländischen Initiative erstellt wurde, damit der Kontakt zwischen Prostituierten und Freiern für beide Seiten möglichst angenehm verläuft. (...) ---

Das Buch: Tamara Domentat: "Lass dich verwöhnen Prostitution in Deutschland." Berlin: Aufbau Verlag 2003, ISBN 3-351-02550-5, 335 Seiten

Meine Rezension: http://www.ikonenmagazin.de/artikel/Prostitution.htm

Arne


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