Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Strafen für Freier?

Xenia, Wednesday, 02.02.2005, 01:30 (vor 7672 Tagen) @ Scipio Africanus

Als Antwort auf: Re: Strafen für Freier? von Scipio Africanus am 01. Februar 2005 23:14:55:

Es geht nicht um Prostitution an sich, sondern um Zwangsprostitution, das ist etwas anderes, wie du sicherlich weißt. Das heißt, eine Frau geht nicht von sich aus wegen Geldmangel auf den Strich, sondern sie wird von anderen durch Gewalt gefügig gemacht.

Ich ziehe eine Parallele zur Prostitution. Mir wird seit Jahren eingehämmert, ich behaupte mal von Leuten wie dir, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere sei. Ja was denn nun ? Eben doch nicht oder was ?

Wie gesagt, es geht um Zwangsprostitution, Prostitution an sich lasse ich hier mal ausgeklammert, da ich sowieso dagegen bin.

Eben. Ich kann ja auch nicht aussteigen, bin dieser beschissenen Marktwirtschaft völlig ausgeliefert. Dabei verdiene ich wahrscheinlich weniger als 90 % aller Prostituierten.

Du kannst aussteigen, niemand zwingt dich unter Androhung von Gewalt (sonst wärst du ein Zwangsarbeiter). Hab ich vergessen zu erwähnen, dass Zwangsprostituierte niemals Geld verdienen? Ihre Zuhälter verdienen es.

Es gibt ne Polizei. Da kann sie hin. Die sind für das zuständig. Wo kein Kläger ist, ist kein Richter. Findest du es nicht auch etwas seltsam, dass hier das Problem beim Freier geortet wird ?

Sie kann nicht zur Polizei gehen, sie wird bedroht, sie hat Angst, sie wird erpresst, gepresst etc. Meistens befindet sie sich in einem ihr völlig fremden Land und spricht eine andere Sprache. Ich weiß, du wirst jetzt schreiben, das es bei der Polizei Dolmetscher gibt...

Falls die Prostituierte den Freier aufklärt,dass sie unter Zwang arbeitet, sieht die Sache etwas anders aus. Dann sollte er die Polizei verständigen. Aber das will die Prostituierte ja gemäss deinen Ausführungen gar nicht, weil sie Angst hat. Also für mich sind das Widersprüche.

Ich erkläre es dir haarklein. Der Freier merkt, dass seine Prostituierte offensichtlich eine Zwangsprsotituierte ist. Sagt er zur ihr: ich gehe zur Polizei? Er wird sich hüten, denn er wird ganz sicher nicht den Zuhälter an der Backe haben wollen. Er geht von sich aus einfach so zur Polizei und macht seine Angaben. Feddich is. Die Zwangsprostituierte wird selber nicht zur Polizei gehen (können). Ironischerweise wird so derjenige, für den sie gezwungen wurde, zur letzten Möglichkeit, sie aus ihrer Lage zu befreien.

Xenia


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