Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Genug gescherzt!

Max, Wednesday, 02.02.2005, 20:35 (vor 7672 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Genug gescherzt! von Eugen Prinz am 02. Februar 2005 17:02:52:

Hallo Eugen,

der ganze Diskussionsverlauf ist völlig neben der Kappe. Es ging lediglich darum, ob Männer, wenn sie als Freier auftreten, dafür bestraft werden sollen, daß sie, womöglich aus Unkenntnis, die wegen des fragwürdigen, nichtsdestotrotz populären Trends zur Beweislastumkehr von ihnen nachgewiesen werden müßte, an eine Zwangsprostituierte geraten sind.

Solche "Beweise" würden natürlich dann gewürdigt werden und wir dürfen getrost davon ausgehen, daß sie, wann immer möglich, als "nicht ausreichend" oder als "unglaubhaft" gewürdigt werden würden. Wir leben schließlich in Femiland.

Obendrein wäre der Effekt einer solchen Strafandrohung für den "Endverbraucher", daß sich die Zwangsprostitution noch geschickter tarnen würde, für den Freier also noch weniger offensichtlich wäre als jetzt und daß deshalb die Hilfen aus den Reihen der Freier, auf die Arne hingewiesen hatte, ausbleiben müßten.

Der Vorstoß Kauders ist also unter rechtskulturellen Gesichtspunkten ein Rechtsstaats zersetzender und obendrein auch noch kontraproduktiv.

Die Einzigen, die von einem solchen Gesetz etwas mehr Seelenfrieden hätten, wären also wieder mal die gutmenschlichen Tugendterroristen - und das sind ausgerechnet die, die ich zu fast allem zwingen würde, wenn ich könnte.

Ich nehme an, daß Kauder sich mit seinem bemerkenswerten Statement zum geplanten Anti-Diskriminierungsgesetz letzte Woche auch für den Geschmack der Konservativen ein bißchen weit aus dem Fenster gelehnt hat und daß er jetzt halt versucht, der Empörung in den Reihen der "Wächter der einzig korrekten Wahrheit" ein bißchen den Wind aus den Segeln zu nehmen, so nach dem Motto: Schaut mal, ich bin doch gar nicht so...
Da kriegt er für seinen Zwangsprostitutionsvorschlag Beifall von denen, die ihm den gerne verweigern würden, in diesem Falle aber nicht verweigern können und schon ist seine neue Position als Generalsekretär der CDU aus der Schußlinie. So wenig wie sonst irgendein Politiker ist Kauder davon überzeugt, daß es in der Politik um etwas anderes geht als um Wählerstimmen. Und Frauen sind hierzulande in der Mehrheit. Dem hat der Vorstoß Kauders Rechnung getragen. Die Lage von Zwangsprostituierten an sich geht einem Kauder doch meilenweit am Arsch vorbei, jede Wette.

Die Ausgebeuteten der Prostitution, egal welcher Art, sind auf jeden Fall, nur manchmal nur auch - die Männer. Dagegen lohnt sich anzugehen.
Warum wir hier die ethischen Qualitäten von Männern diskutieren sollten, die absichtlich den Kontakt zu Zwangsprostituierten suchen, sehe ich ehrlich gesagt nicht ein. Das dürften sehr wenige sein, gemessen an der Zahl der Männer, die von Frauen seit jeher ausgebeutet werden. Das ist unser Thema, wenn´s um das Thema Prostitution in ihren vielfältigen Erscheinungsformen geht.

Ich kann an alle hier nur eindringlich appellieren, sich nicht auf Diskussionen einzulassen, die das moralisch fragwürdige Verhalten einiger Weniger zum Anlaß nehmen, wieder mal in Bausch und Bogen über "die Männer" herzuziehen.

Alles Schlampen außer Mutti! - Max


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