Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nachtrag: Daten und Fakten

Garp, Wednesday, 02.02.2005, 19:43 (vor 7672 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Strafen für Freier? von Garp am 01. Februar 2005 21:22:51:

Daten und Fakten zur Prostitution:

Aus: Sex and Crime: Prostitution und Menschenhandel IN: Geschlecht, Gewalt Gesellschaft, Leske+Budrich 2003)

Bei den Angaben über die Anzahl von Prostituierten und Freiern handelt es sich um Schätzungen:

Nach Angaben der Gesundheitsämter gibt es in Deutschland mindestens 50 000 Prostituierte. 75% davon Deutsche (hierbei sind aber Illegale, Gelegenheitsprostituierte und Escort-Service nicht eingerechnet)

In den Millionenstädten schätzt man jeweils zwischen 5000 – 10000 Prostituierte

Der Anteil männlicher Freier wird auf über drei Millionen geschätzt. Der Anteil von Männern mit Prostitutionserfahrung liegt zwischen 10-33%

Die Schätzungen für männliche Prostituierte in Deutschland liegen bei 10.000

Zahlen zu Zwangsprostitution:

Polizeistatistik: Registrierte Fälle von Zwangsprostitution
(Dies sind nur die registrierten Fälle, Zahlen sind sehr wahrscheinlich deutlich höher)

1986: 160 Fälle
1993: 517 Fälle
1995: 919 Fälle
1996: 1094 Fälle 153 Verurteilungen

Durch den Zerfall der Sowjetunion kam es zu einem Anstieg des Menschenhandels.
Bei Menschenhandel kommen die Täter meist aus denselben Ländern wie die Frauen.

@ Monika

Prostitution ist in Deutschland gelebte Realität. Wir haben in Deutschland mehr Prostituierte als Hochschulprofessoren und mehr Freier als Studenten.
Meiner Meinung nach muss daher Prostitution enttabuisiert werden. Auch die meisten Prostituiertenorganisationen fordern die rechtliche Annerkennung und damit eine Aufwertung des Berufs Prostitution. Die Rot-Grüne Gesetzgebung hat in dem Punkt dazu beigetragen die Situation zu verbessern. Viele Bundesländer stimmen dem Bau neuer Bordelle zu und bekämpfen zugleich den Straßenstrich. Denn dort finden sich am deutlichsten Abhängigkeitsverhältnisse.

Prostitution ist nicht gleich Prostitution. Es gibt viele unterschiedliche Varianten durchaus auch Erschreckende.
Und natürlich gibt es auch eine Verantwortung des Freiers. Aber drei Millionen Freiern pauschal zu unterstellen es wäre ihnen egal ob sie über geschlagene Kinder- oder Frauenkörper rutschen ist nicht gerechtfertigt. Ich bezweifle auch sehr, dass eine geschlagene Frau Männern das erotische Erlebnis erfüllen kann, dass sie sich erhoffen.

Ich verstehe deine Wut über den Missbrauch von Frauen und Kindern. Natürlich muss man dagegen vorgehen.
Die eigentliche Frage war aber ob vor diesem Hintergrund eine Strafandrohung für Freier der Sache dient? Wird dies die Situation von Prostituierten verbessern?
Ich glaube eine Bekämpfung der kriminellen Banden ist erfolgsversprechender.

Grüße
Garp


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