Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung ist kein Kindsmord

Bruno, Monday, 16.06.2003, 15:18 (vor 8269 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Abtreibung ist kein Kindsmord von Xenia am 13. Juni 2003 17:29:27:

Hallo Xenia,

Warum bist du der Auffassung, dass das Menschenrecht auf Leben dem Kind nicht

oder weniger als der Frau zugestanden werden soll?

Weil die Konsequenzen einer nicht durchgeführten Abtreibung schlimmer sein können, als die Konsequenzen einer Abtreibung. Ich bi definitiv nicht dafür, eine Frau mit dem Leben ihres Kindes zu erpressen, damit sie nicht abtreibt, ich bin dagegen, dass man ihr ein schlechtes Gewissen macht, wo sie vermutlich schon selber eins hat, damit sie das Kind letztendlich doch auf die Welt bringt - und wozu? Damit sie sich die nächsten zwanzig Jahre für einen Menschen abplagt, den sie nicht gewollt hat? Damit ein Kind aufwächst, dass dann irgendwie herausbekommt, dass es nicht gewollt war? Damit ein Kind aufwächst, dass vielleicht sogar zur Adoption freigegeben wird, nur damit es zusammen mit anderen Kindern in einem Heim verschimmelt? Sorry, aber die Leute die meinen, erst mal zu leben sei wichtiger als alles andere, haben eine selten naive Einstellung.

....Danke für die Erklärung. Aber das ist ja gerade eben. Nach der Geburt hört die Verantwortung für das Kind nicht auf. Und das ist ja das, was ich nicht als legitim betrachte: Abtreibung aus Bequemlichkeit.

...Zu Deiner Frage: Das Lebensrecht des Kindes ist nicht mehr wert als das der Mutter. Aber das Lebensrecht der Mutter ist auch nicht mehr wert als das des Kindes. Man muss das Thema Abtreibung m.E. differenziert betrachten.

Richtig, denn es ist eine Güterabwägung. Klar ist: wenn man sich für das eine entscheidet, entscheidet man sich defintiv gegen das andere.

...Da stimmen wir völlig überein.

Aber die Abtreibung nur weil frau und/oder mann halt eben keine Lust auf ein Kind hat ist in meinen Augen illegitim. Denn das Recht auf ein bequemeres Leben ist kein Menschenrecht, wohl aber das Recht auf Leben selbst.

Und wieder mal wird allen Frauen unterstellt, dass sie sich nur aus Gründen der Bequemlichkeit gegen ein Kind entscheiden.

...das ist jetzt eine äußerst unfaire Art der Argumentation, da ich vorher und in meinem letzten Posting schon geschrieben habe, dass ich das eben nicht unterstelle.

Sorry, aber das ist schlicht blauäugig, sich zu fragen, ob man die finanzielle Leistung ein Kind zu haben überhaupt stemmen kann, finde ich nicht bequem, ich finde es auch nicht bequem sich zu fragen, ob man denn überhaupt gut für ein Kind wäre. Sehr viele Frauen zweifeln das an.

...Sorry, wenn du glaubst, dass es keine Abtreibungen nur aus Bequemlichkeit - weil es halt ein „Unfall“ war - gibt, dann bist du etwas blauäugig. In Luftschlössern lässt sich herrlich leben, bis die Miete fällig wird.

...Typisch. Dir gehen die Argumente aus, dann wird halt polemisiert.

Verzeihung, aber deine Antwort war auch nicht gerade besser.

...o.k. Ich verzeihe Dir und entschuldige micht gleichzeitig für meine Polemik.

Hier stellt sich so gut wie niemand der Wahrheit, dass Schwangerschaften nicht nur aus freischwebenden Föten besteht. Hier wird andauernd über das recht des Kindes auf Leben geredet. Ja, das hat es, aber die Frau hat es auch. Aber das gesteht hier niemand der Frau zu.

...Doch das tue ich. Das habe ich doch geschrieben! Offensichtlich verwechselst du die Postings. Es gibt verschiedene Gründe für Abtreibungen. Und ein Grund ist eben Bequemlichkeit. Für mich ist es aber nicht legitim, dass das Menschenrecht auf Leben des Kindes weniger zählt als der Wunsch nach Bequemlichkeit der Eltern.

Tut mir leid, dass ich nicht andauernd sachlich und ruhig bleiben kann, wenn mir gesagt wird, ich wäre ein Stück Dreck

...habe ich nie gesagt

, man sollte mir die Fresse polieren

...habe ich nie geschrieben

, oder wenn mir generell mal eben Unfruchtbarkeit an den Hals gewünscht wird.

...habe ich nie getan
...Wenn solche Aussagen kommen, dann sind sie sicherlich unpassend und überflüssig. Ich empfehle dir, auf Diskissionen, die so laufen, einfach nicht mehr einzugehen. Es gibt hier genug Leute, die sich sachlich und fair mit dir auseinandersetzen wollen.

Aber der Embryo entscheidet sich nicht dafür, wo eine Entscheidung ist, ist ein Wille, ist ein Bewusstsein vorhanden, ist Überlegung und Abwägung vorhanden. Eim Embryo entscheidet sich defintiv nicht aktiv, ob er sich entwickelt oder nicht.

...interessanter Ansatz, sehe ich aber anders. Natürlich entscheidet sich der Embryo aktiv zu der Entwicklung. Die Zellteilung ist im Erbgut so festgelegt. Nach Initiation entwickelt sich das Leben. Das ist doch die Entscheidung. Die „Entscheidungen“, die wird als erwachsene Menschen scheinbar selbst treffen sind ja auch nur das Ergebnis aufeinander abgestimmter Zellfunktionen.
Rein pragmatisch naturwissenschaftlich betrachtet „besteht“ ja Leben aus dem Ablauf von Zellteilungen, Zelldiffernzierung und Zellmetabolismus. Wenn man Menschsein einer anfänglichen Ansammlung von Zellen abspricht, muss man dies konsequenter Weise einem erwachsenen Menschen auch absprechen, da dieser – auch wieder rein naturwissenschaftlich pragmatisch betrachtet – auch nur ein Zellhaufen ist. Somit hätten wir alle kein Menschenrecht auf Leben. Somit wären alle Vergehen gegen Menschen (auch die, die wir in unserer Gesellschaft Verbrechen nennen) allein durch deren Machbarkeit gerechtfertigt. Ich weiß jetzt nicht, ob ich meine Gedanken da verständlich rüber gebracht habe.

Die Zellteilung wird von dem Embryo nicht bewusst gesteuert

...Doch. Die Embryozellen steuern die Zellteilung selbst. Das wird besonders dabei klar, wenn man sieht, wie aus Stammzellen differnzierte Zellen (d.h. wenn aus Zellen, die an sich noch alles werden können, dann an richtigem Ort und an richtiger Stelle zu Händen, Füße, Kopf usw. entwicklen) werden.

Das bei einem Verbot der Abtreibung das Persönlichkeitsrecht der Frau beschnitten würde, was auch ein Menschenrechtsvergehen ist, wurde hier auch bisher von niemandem eingestanden.

...Doch. Das habe ich doch geschrieben! Was sollen immer diese Falschunterstellungen? Lass doch bitte diese kindische Rethorik bleiben. Natürlich ist auch das ein Menschenrechtsvergehen. Deshalb ist zu differenzieren, warum abgetrieben wird. Wenn dies nur aus Bequelichkeit geschieht, ist dies m.E. illegitim.

Siehe oben, ich habe keine Lust mehr sachlich zu antworten, wenn andauernd derselbe Schmu, zusätzlich mit Beleidigungen kommt, und immer nur noch hanebüchendere Begründungen kommen.

...ich habe dich nicht beleidigt. Eine Beleidigung ist es aber, wenn man die Begründungen anderer als hanebüchen bezeichnet, nur weil man sie nicht versteht oder sie nicht verstehen will.

Keine Ahnung, ob die sachlich waren, ich habe auch langsam die Nase voll, mir andauernd irgendwelche Emotionen anhören zu müssen.

...Sie waren teilweise sachlich. Für diesen Teil bedanke ich mich. Aber ich glaube, es ist besser die Diskussion abzubrechen. Ich habe nämlich auch keine Lust mehr, dauernd deine Falschunterstellungen bezüglich einer angeblichen Nichtgewährung des Menschenrechts auf Leben von Frauen richtig zu stellen.

Und man sollte eine Ader dafür haben, wann man wo Kunst einsetzt. Die geht dir offenbar ab.

...O.k. Ich gebe zu, ein teilweises Gedicht ist kein Gedicht. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, das ganze Gedicht herauszusuchen. Ich hoffe Du weißt das richtig zu schäzten:

„Sag mir wo die Kinder sind,
wo sind sie geblieben.
Menschenmühlen haben sie geschwind
wie zu Staub zerrieben.

Aber unauslöschlich leben
ewig diese Kleinen
werden sich erheben
zum Gericht erscheinen.

Er hat Dein und meine Würde
stets geliebt auf Erden
darum drängte Gottes Sohn
selbst ein Mensch zu werden.“
(Autor leider immer noch unbekannt)

Geh dich einmotten

...Oh je. Ich sehe schon. Wieder Zeit verdummbeutelt. Da schmiss ich mal wieder Perlen vor die .....
..Ich wünsch Dir trotzdem noch alles Gute.
Gruß und Ende dieser Diskussion von meiner Seite

Bruno


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