Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Soziologe: "Die heutigen Männer sind Versager"

Joseph S, Saturday, 07.06.2003, 02:24 (vor 8279 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Soziologe: "Die heutigen Männer sind Versager" von Arne Hoffmann am 06. Juni 2003 19:22:59:

Hallo,

da ist tatsächlich einer, der sieht, was abläuft, und sich erfolgreich wehrt.
(Natürlich gegen das Sehen, und nicht gegen das was abläuft; man soll sich ja nicht überfordern.)

Die Zahl der Mädchen, sagt mein Sohn, sei in dem leistungsstärkeren Mathe-A-Kurs der Orientierungsstufe fast doppelt so hoch wie die der Jungen.

Wie ? Als ich damals aufs Gymnasium ging, war der Mathe-Leistungskurs fast ein Jungenverein,
in dem die zwei denoch vorhandenen Mädchen bei den Leistungen nie auffielen. Wie konnten
die LehrerInnen derartiges ändern ?

angesichts des allgemeinen Geburtenrückgangs müssten Frauen endlich auch die Topjobs auf den Führungsetagen besetzen und mehr Physik und Ingenieurwissenschaften studieren.

Wenn schon, dann müßte es umgekehrt gehen; Erst das Richtige studieren, dann Topjobs besetzen.
Aber ich werde den Verdacht nicht los, daß manchesden in der Schule hoch bewerteten Mädchen doch zu schwer ist.
In der Naturwissenschaft lassen sich Regeln nicht so leicht mit einem süßen Blick ändern.

schleichende Erziehungsausfälle

Hä ? Was soll ich mir darunter vorstellen ?
Etwa, daß sie in Scheidungsprozessen beim Kampf um die Kinder unterliegen ?

In empirischen Untersuchungen wird deutlich, dass der Anteil junger Männer mit kriminellen Neigungen immer größer wird, über ein Drittel sei gar zu offenem kriminellen Handeln bereit.

Wundert das jemand, daß wenn Jungen von der Gesellschaft abgelehnt werden und systematisch
zu Verlierern gemacht werden, sie irgendwann mal sich gegen die Gesellschaft und deren Regeln
wenden ?

Sie unterminiert die Menschenrechtsbasis

Siehe unten unter "wechselnde Regeln". Die organisierte Kriminalität definiert sich auch ihre
Regeln, so wie sie es braucht.

Ohne moralisch integere, beruflich hoch motivierte, leistungsfähige und sozial engagierte Frauen wäre das ökonomische, soziale und politische System der westlichen Demokratien längst gescheitert.

Und der Satz gilt erst recht, wenn man das Wort Frauen durch das Wort Männer ersetzt.

Und nochmal dieses Spielchen.

Gesellschaften oder Kulturen, die die Vorteile von Frauen zu nutzen wissen, haben – nüchtern gesprochen – allen anderen gegenüber erhebliche Evolutionsvorteile. Umgekehrt dürfte es jenen ergehen, die Frauen missachten, ihre Leistungen verkennen oder sie stumpf unterdrücken: Sie nutzen ihre Ressourcen nicht ausreichend und stürzen in erhebliche Krisen und Konflikte.

Man ersetze das Wort Frauen durch das Wort Männer, und die Aussage bleibt genau so wahr.

Männerversagen ist kein genetisch männliches Problem, sondern ein soziales und kulturelles Versagen.

Richtig! Aber warum hackt er dann auf den Männern und nicht auf der Gesellschaft rum ?

Im Prozess der Modernisierung ist der Aufstieg der Frauen ursächlich mit der Öffnung, Liberalisierung, Emanzipation und mit einem leistungsstarken Frauen(emanzipations)muster verbunden.

...weil Männer die Regel der rechtlichen Gleichheit von Mann und Frau ernster nehmen als Frauen.

Doch unsere Welt ist voll von Frauen missbrauchenden, Krieg führenden, Chaos, Gewalt und Unglück verbreitenden Machos und Eiferern, die die Möglichkeiten und Chancen von Frauen allzu leicht mit Gewalt zunichte machen könnten.

Zumindest nach den Berichten in der Presse scheint das so.
Wenn man aber die Lebensmöglichkeiten von Männern und Frauen analysiert, erkennt man, daß die
der Frauen vielfältiger sind.

Die moderne Gesellschaft versagt als Folge der Modernisierung auf tragische Weise bei der Entwicklung eines modernen Männermodells.

Da hat er allerdings wieder recht. Das Problem ist aber die Gesellschaft, und nicht die Männer.

Die Kernfrage lautet: Wie lernen Männer, sich an Regeln zu halten, obwohl sie es nicht müssen?

Genial dieses Paradoxon! Ihm gelingt es unauffällig zu formulieren, daß
Männer sich an Regeln halten müssen, an die sie sich nicht halten müssen.

Wie kann sich ein neues, gesellschaftlich akzeptiertes, einheitliches Männerbild etablieren, wenn gleichzeitig auf dem privaten Markt der Leitbilder die Regellosigkeit propagiert wird, und zwar in Form der „Quotendiktatur“: Erlaubt ist, was gefällt?

Gute Frage ! Vor allem, wenn man berücksichtigt, daß nur das "schöne" Geschlecht Gefallen findet.

...etwas, was im Leben wie im Film Männern meist erst im Alter gelingt.

Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, daß er seine Weisheiten über Männer nur aus Filmen
hat. Die Ritter waren auch nicht so edel, wie er sie beschreibt.

Rittertum war immer offene Anleitung zur Selbstmoralisierung für freie, selbstbewusste Männer, für trainierte Profis und Krieger – nicht etwa für Weicheier.

Es lebe der harte Mann! Damit die Frauen endlich wieder genug Machos finden!

Apropos Leitbilder: In jüngster Zeit erweisen sich türkisch-stämmige junge Männer in Umfragen als ethisch gefestigter als ihre deutschen Geschlechtsgenossen. Sie können zum Beispiel Delikte leichter einordnen. Allerdings halten auch sie bei weitem keinen Vergleich mit jungen Frauen aus!

Vielleicht kennen die Türken noch feste Regeln, während die Kinder hier nur die eine Regel kennen,
daß im Konflikfall die Mädchen immer die Guten sind, und somit recht haben. Damit sind die
Frauen als die Definierenden der gesellschaftlichen Regeln unschlagbar.

Das Gefasel mit den wechselnden Regeln läßt sich ganz einfach auflösen. Mit wechselnden Regeln
kommt der am besten zurecht, der den Wechsel der Regeln bestimmt. Zum Beispiel wird die Regel,
daß Männer und Frauen gleiche Rechte haben, nur auf das Recht zum Militär zu dürfen angewand,
aber auf das Recht nicht zum Miliär zu müssen, nicht. Ist doch klar, daß Männer damit Probleme
haben.

Und so jemand will uns "die Kunst, ein richtiger Mann zu sein" lehren ?
Nein, danke !

Gruß
Joseph


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