Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sine ira et studio

Xenia, Monday, 09.06.2003, 23:17 (vor 8276 Tagen) @ Pedro

Als Antwort auf: Re: immer mehr gilt: "si tacuisses"..... von Pedro am 09. Juni 2003 17:10:35:

Bei dieser Zahl an Abtreibungen sollte angesichts der vorhandenen Verhütungsmöglichkeiten sogar eine nur durchschnittlich intelligente Vertreterin Deines Geschlechts erkennen können, wie "schwer" die Entscheidung sein muß. Du kannst das offenbar nicht.

Ich glaube, ich kann es sehr viel eher als du, weil mich diese Frage sehr viel konkreter betreffen könnte als dich.

Könnte? - Mich hat sie bereits betroffen, Kindchen.....

Also, du wolltest abtreiben lassen?

Ich weiß es wirklich zu schätzen, wie Du Dich mit Deiner Gehässigkeit selbst ins Abseits stellst.....

Sorry, aber du wirst doch wohl nicht bestreiten, dass ich hier auch angegangen werde. Aber das ist ja was anderes, nicht wahr, ich bin ja die pöse, pöse Frau.

Deshalb einfach mal ein paar Fakten:
Meine frühere Frau war erst kurze Zeit von ihrem ersten Mann geschieden, als sie schwanger wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, daß wir heiraten würden. Ich freute mich riesig über die Nachricht, meine Frau hingegen sagte (nahezu wörtliche Wiedergabe):
"Bist du verrückt? Ich will das Kind nicht. Was glaubst Du, was die Nachbarn sagen würden? Kaum geschieden und schon vom Nächsten schwanger."

In welchem Jahrzehnt war das denn?

Ich habe vergeblich für das Kind gekämpft. Und ich weiß sehr gut, wie "schwer" ihr diese Entscheidung gefallen ist - das meiste Kopfzerbrechen machte ihr, wie sie den "Schein" bekommen würde.....
Aber das ist - selbstredend - nur ein Einzelfall, nicht wahr?

Das scheint mir so zu sein. Deine Wut und Verzweiflung kann ich verstehen und ich spreche sie dir auch nicht ab. Aber ich spreche dir ab, aufgrund dieser Erfahrung über alle Frauen, die abtreiben lassen, zu urteilen.

Ich selber kenne drei Frauen, die abgetrieben haben.

Bei der Ersten, die keine Kinder haben wollte, ist es schief gelaufen, sie kann nicht mehr schwanger werden.

Die zweite war gerade am Anfang ihres Studiums und fühlte sich einem Kind nicht gewachsen. Heute, drei Jahre später, ist sie in Therapie, weil sie Alpträume über abgehackte Kindergliedmaßen hat.

Die dritte wurde auch während des Studiums schwanger, es stellte sich heraus, dass das Kind schwer behindert war, auch sie fühlte sich alleine dieser Belastung nicht gewachsen und trieb ab.

Böse Frauen, findest du nicht? Warum ist es so vielen Menschen eigentlich nicht möglich, sich einmal von der Vorstellung zu lösen, der Embryo würde irgendwo im freien Nichts herumschweben, statt in der realen Gebärmutter einer realen Frau, die sich mit den realen Problemen einer realen Schwangerschaft konrontiert sieht? Ethische Diskussionen darüber, ab wann der Embryo ein mensch ist oder wie auch immer, sind ja interessant, gehen aber solange an der Wirklichkeit vorbei, da sie sich nicht mit dem "drumherum" befassen.

Best wishes, Xenia


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