Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung ist kein Kindsmord

Xenia, Friday, 13.06.2003, 20:29 (vor 8272 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Abtreibung ist kein Kindsmord von Bruno am 13. Juni 2003 11:37:38:

Hallo Bruno,

Was wiegt eigentlich mehr, das Leben des Kindes oder das der Mutter?

..Warum zählt das Leben des Kindes in deinen Augen gar nichts?

Habe ich das irgendwo geschrieben? Und außerdem beantwortest du meine Frage nicht.

...Ja, das hast Du m.E. zwischen den Zeilen in deinen ganzen Postings ge-schrieben. Du beklagst Dich über

fehlende Antworten, gibst aber selber keine.

Ich denke, ich hatte klargestellt, dass der Schwerpunkt der allermeisten Debatten über Abtreibung auf dem Kind liegt, während ich den Schwerpunkt auf die Frau verlagere.

Also beantworte bitte meine Fragen. Warum zählt in deinen Augen

das Leben des Kindes nichts?

Dieser Auffassung bin ich nicht.

Warum bist du der Auffasung, dass das Menschenrecht auf Leben dem Kind nicht

oder weniger als der Frau zugestanden werden soll?

Weil die Konsequenzen einer nicht durchgeführten Abtreibung schlimmer sein können, als die Konsequenzen einer Abtreibung. Ich bi definitiv nicht dafür, eine Frau mit dem Leben ihres Kindes zu erpressen, damit sie nicht abtreibt, ich bin dagegen, dass man ihr ein schlechtes Gewissen macht, wo sie vermutlich schon selber eins hat, damit sie das Kind letztendlich doch auf die Welt bringt - und wozu? Damit sie sich die nächsten zwanzig Jahre für einen Menschen abplagt, den sie nicht gewollt hat? Damit ein Kind aufwächst, dass dann irgendwie herausbekommt, dass es nicht gewollt war? Damit ein Kind aufwächst, dass vielleicht sogar zur Adoption freigegeben wird, nur damit es zusammen mit anderen Kindern in einem Heim verschimmelt? Sorry, aber die Leute die meinen, erst mal zu leben sei wichtiger als alles andere, haben eine selten naive Einstellung.

...Zu Deiner Frage: Das Lebensrecht des Kindes ist nicht mehr wert als das der Mutter. Aber das Lebensrecht der

Mutter ist auch nicht mehr wert als das des Kindes. Man muss das Thema Abtreibung m.E. differenziert
betrachten.

Richtig, denn es ist eine Güterabwägung. Klar ist: wenn man sich für das eine entscheidet, entscheidet man sich defintiv gegen das andere.

Geht es um eine Abtreibung, wenn durch eine Geburt das Leben der Mutter unver-hältnismäßig

gefährdet wird, ist dies in meinen Augen noch legitim.

Aha, und die anderen Indikationen? Vergewaltigung? Oder was ist mit schwer behinderten Kindern?

Aber die Abtreibung nur weil frau und/oder mann halt eben

keine Lust auf ein Kind hat ist in meinen Augen illegitim. Denn das Recht auf ein bequemeres Leben ist kein
Menschenrecht, wohl aber das Recht auf Leben selbst.

Und wieder mal wird allen Frauen unterstellt, dass sie sich nur aus Gründen der Bequemlichkeit gegen ein Kind entscheiden. Sorry, aber das ist schlicht blauäugig, sich zu fragen, ob man die finanzielle Leistung ein Kind zu haben überhaupt stemmen kann, finde ich nicht bequem, ich finde es auch nicht bequem sich zu fragen, ob man denn überhaupt gut für ein Kind wäre. Sehr viele Frauen zweifeln das an.

...da geb ich dir Recht. Der Gesetzgeber interessiert sich für das Recht der Kinder einen Dreck.

Du offensichtlich für das Recht der Frau, auch nichts besser.

...Typisch. Dir gehen die Argumente aus, dann wird halt polemisiert.

Verzeihung, aber deine Antwort war auch nicht gerade besser.

Sich der Wahrheit zu stellen, ist halt nicht

immer einfach.

Sag bloß, fragt sich nur, warum ich wenigstens der Wahrheit ins Auge sehe, dass sich Frauen ihrer Tat bewusst sind, während die meisten anderen hier generell Mordgeilheit unterstellen.
Hier stellt sich so gut wie niemand der Wahrheit, dass Schwangerschaften nicht nur aus freischwebenden Föten besteht. Hier wird andauernd über das recht des Kindes auf Leben geredet. Ja, das hat es, aber die Frau hat es auch. Aber das gesteht hier niemand der Frau zu.

Das finde ich ohnehin sehr Schade. Deine Argumentation wechselt schlagartig hin und her von

sachlicher Brillianz (das ist der Teil, der mich immer wieder veranlasst, mich auf Diskussionen mit Dir einzulassen)
zu völlig hohler Polemik (die mich fragen lässt, warum ich meine Zeit mit diesem Polemik-Käse vergeude). Es
wäre so schön mit dir zu diskutieren, wenn du nicht immer wieder in diese selbstgefällige überflüssige Polemik
fallen würdest. Nun ja: Jeder wie er kann.

Tut mir leid, dass ich nicht andauernd sachlich und ruhig bleiben kann, wenn mir gesagt wird, ich wäre ein Stück Dreck, man sollte mir die Fresse polieren, oder wenn mir generell mal eben Unfruchtbarkeit an den Hals gewünscht wird. Dass ich hier nicht gerade einen leichten Stand habe, ist dir auch noch nicht aufgefallen, wie?

...indem sich der Embryo entwickelt, hat er sich bereits entschieden

Aha, also der Embryo bestimmt seine eigene Entwicklung?

...Das habe ich nie behauptet. Indem sich der Embryo entwickelt ist das Naturgesetz der Lebensentstehung in

Gang gesetzt.

Aber der Embryo entscheidet sich nicht dafür, wo eine Entscheidung ist, ist ein Wille, ist ein Bewusstsein vorhanden, ist Überlegung und Abwägung vorhanden. Eim Embryo entscheidet sich defintiv nicht aktiv, ob er sich entwickelt oder nicht.

Das ist nun wirklich falsch, denn das würde ja bedeuten dass der Embryo bereits gezielt und bewusst Funktionen

steuern kann.

...Wenn man den Leuten das Wort im Munde herumdreht und die Aussage Sinn entstellt kann man natürlich alles

als falsch bezeichnen. Zudem kann der Embryo natürlich bereits gezielt und bewusst Funktionen (z.B. Zellteilung)
steuern.

Die Zellteilung wird von dem Embryo nicht bewusst gesteuert

Ein anderer als der Zufall hat da nichts entschieden.

...Egal, wie krampfhaft du Rechtfertigungen für dieses Menschenrechtsvergehen suchst.

Das bei einem Verbot der Abtreibung das Persönlichkeitsrecht der Frau beschnitten würde, was auch ein Menschenrechtsvergehen ist, wurde hier auch bisher von niemandem eingestanden. Bevor du vor meiner Tür kehrst, wende dich bitt erst mal der deinen zu.

Es wird trotzdem immer

eins bleiben. Wenn der Mensch für dich nur ein Zufallsprodukt ist, ist es für dich dann legitim, ein solches
Zufallsprodukt einfach zu beseitigen? Sicher nicht. Also das kann kein Grund sein, dem Kind das Menschenrecht
abzuerkennen.

Aber es ist der Grund, einem anderen Menschen seine Persönlichkeitsrechte zu beschneiden?
Auch das wird immer ein Menschenrechtsvergehen bleiben, nur wollen das die meisten nicht wahrhaben.

Aber ich kann mit Polemik die Schwachstelle deiner Argumentation aufdecken.

.>..Du benutzt die Polemik nicht um meine Schwachstellen aufzudecken, sondern um Dich vor einer sachlichen
Antwort zu drücken.

Siehe oben, ich habe keine Lust mehr sachlich zu antworten, wenn andauernd derselbe Schmu, zusätzlich mit Beleidigungen kommt, und immer nur noch hanebüchendere Begründungen kommen.

...Ich möchte darauf hinweisen, dass nach meinem Verständnis der Rechtslage Schwangerschaftsabbruch immer

noch ein Straftatsbestand darstellt. Aber die Schwangere ist in einem solchen Falle nicht strafbar. Nicht strafbar ist
juristisch nicht das gleiche wie nicht gesetzeswidrig. Du siehst, auch der Staat versucht sich seiner Verantwortung
zu entziehen und hofft so auf eine Absolution, die er aber, wie wir alle, mit so billigen Tricks nicht bekommt.

Leider. Da zeigt sich die Janusköpfigkeit des ganzen, aber wenigstens werden abtreibende Frauen nicht mehr kriminalisiert. Außer hier natürlich.

Und noch immer ist meine Frage nicht beantwortet: Was ist denn nun das größere Menschenrechtsvergehen: Die

Abtreibung des Kindes oder die Ver-wehrung des Rechts der Frauauf Selbstbestimmung?

...Deine Frage habe ich oben nochmals beantwortet. Ich freue mich schon auf Deine (hoffentlich mal

ausschließlich) sachlichen Antworten auf meine Fragen.

Keine Ahnung, ob die sachlich waren, ich habe auch langsam die Nase voll, mir andauernd irgendwelche Emotionen anhören zu müssen.

"Aber unauslöschlich leben

ewig diese Kleinen
werden sich mit uns erheben,
zum Gericht erscheinen"
(Autor unbekannt)

Das ist Kitsch der feinsten Sorte

..das ist Kunst.

Schließt sich nicht aus.

Aber dafür muss man eine Ader haben ;-)

Und man sollte eine Ader dafür haben, wann man wo Kunst einsetzt. Die geht dir offenbar ab.

Best wishes, xenia

...Dann wisch mal.

Geh dich einmotten

Xenia


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