Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung ist kein Kindsmord

Manfred, Sunday, 08.06.2003, 20:51 (vor 8277 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Abtreibung ist kein Kindsmord von Jörg am 08. Juni 2003 13:35:26:

Hallo Manfred!
> > Das stimmt. Die Bezeichnung absichtsvolle/geplante Kindstötung wäre

für eine Abtreibung wohl passender.
Ohne jetzt Pedanterie betreiben zu wollen, aber wo wäre denn da der Unterschied?[/i]

Du hast diese Frage im weiteren Verlauf Deines Beitrages schon selbst
beantwortet.

Im ernst? Wußte gar nicht, daß ich so gut bin :-D Ich dachte eigentlich nur daran ein paar Teilaspekte hinzuzufügen. Die Bezeichnung "absichtsvolle/geplante Kindstötung" halte ich tatsächlich für unkritisch weil kaum widerlegbar. Es hat nur einen leicht herben Beigeschmack, weil die Schärfe des Begriffes "Mord" verwässert wird. Das mag in einigen Fällen der Abtreibung auch durchaus angemessen sein, aber eben nicht in allen!
Je allgemeiner ein Begriff gewählt wird umso leichter "paßt" er, aber damit verliert er auch seine spezifische Bedeutung.

>Vielleicht ist es eine deutsche Eigenart leichtgläubig hinzunehmen der Gesetzgeber sei "universeller Herr" über alle Gesetze, also auch die der Natur, der Logik und der sprachlichen Ausdrucksform usw.
Davon gehe ich erstmal nicht aus.

Das war nicht speziell auf Dich gemünzt, aber manchmal scheint es mir allgemein so zu sein.

(

>(Das würde zumindest erklären, warum es die Kirche in Deutschland relativ schwer hat :-)
Das verstehe ich nicht.

Nicht wirklich wichtig, dennoch: wenn man den Gesetzgeber als universelle Macht akzeptiert, nimmt man Gott und damit erst recht der Kirche ihre Existenzberechtigung.
)

>Es ist aber keinesfalls so! Sogar wenn man das ganze von allen Emotionen zu befreien versucht, kann man nicht generell sagen es sei Mord, aber auch nicht es sei kein Mord, weil man einfach die Begleitumstände berücksichtigen muß.
Exakt das ist der springende Punkt. Daher bevorzuge ich den neutraleren
Begriff "Kindstötung".

Ist auch korrekt. Solange wir nicht uns nicht schleichend und auf feministischen Druck hin, plötzlich beim Begriff "Lebensbeendigung" wiederfinden... Siehe oben

>Hier einfach die schleichende moralische Inflation zuzulassen, daß kaum etwas Mord sein könne, wenn nur Frauenhand im Spiel ist, sollten wir so leichtfertig nicht hinnehmen!
Darum geht es doch gar nicht.

Ach nein? Wem geht es darum nicht? Ich kann -zugegebenermaßen- nicht immer mit Sicherheit sagen worum es der Gegenseite mit ihrer Argumentation geht. Wenn Du es kannst ist das bewundernswert, aber ich glaube es nicht.

Ich sehe eher die umgekehrte Gefahr -

nämlich daß man bei der Bezeichnung "Mord" für eine Abtreibung meint, daß
etwas automatisch Mord ist, wenn Frauenhand im Spiel ist - um mal bei
Deinem Sprachgebrauch zu bleiben.

Die sehe ich aus zwei Gründen nicht:
1) Bin ich kompromiß- und lernfähig. Daher habe ich oben bereits eingeschränkt daß der Begriff "Mord" in vielen Fällen zu speziell sein könnte und daher deplaziert.
2) ich glaube nicht, daß die Allgemeinheit nur darauf wartet hier meine Threads zu lesen um dann sofort meinen Standpunkt zu übernehmen :-)

Nochmal im Ernst: siehst Du tatsächlich die Gefahr, das Abtreibungen von der Gesellschaft vorschnell und allgmein als "Mord" empfunden werden und damit der Frau im allgemeinen ein Unrecht widerfährt?
Ich schätze die Gefahr größer ein, daß wir uns schleichend einlullen lassen von einer generellen Akzeptanz der Abtreibung. Was keiner weiß, regt keinen auf. Falls es doch einer merkt, bezeichne man ihn als Frauenfeind und/oder versuche seinen Aussagen die rethorische Schärfe zu nehmen indem notfalls der Gesetzgeber nach gutdünken neudefiniert.

Schöne Grüße,
Manfred


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