Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Keine Doppelmoral

Xenia, Monday, 09.06.2003, 00:16 (vor 8277 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Keine Doppelmoral von Andreas am 08. Juni 2003 11:26:23:

Ach ja, dann bin ich aber erstaunt darüber, dass in den Medien immer groß und breit über die Männer geschimpft wird, die sich selbst gegen ein Kind entscheiden und dann die Mutter verlassen.

Tja, weil das Kind dann eben nicht aus der Welt ist, sondern weiterexistiert.

Ist für mich kein Argument. Wenn Selbstbestimmung, dann für alle und nicht nur für Frauen.

Du nimmst der Frau aber augenbllicklich die Selbstbestimmung, wenn du die Abtreibung kriminalisierst.

Das Problem ist, daß in unserem Land Männer auf Gedeih und Verderb von der Entscheidungen der Frau abhängig sind. Wenn der Vater das Kind möchte, die Frau hingegen nicht, dann hat er Pech gehabt. Die Frau läßt abtreiben. Wenn er das Kind nicht möchte, die Frau aber schon, dann hat er Pech gehabt und darf zahlen. Es gibt in meinen Augen nur zwei gerechte Modelle. Entweder gesteht man dem Vater Mitverantwortung zu, dann braucht er aber auch Mitspracherecht. Oder aber, man gesteht (wie es bei uns zur Zeit der Fall ist) dem Vater des Kindes keine Verantwortung zu und überläßt die Entscheidung nur der Frau. Dann hat der Vater kein Mitspracherecht und damit auch keinerlei Verantwortung für das Kind.
D.h. es kann nicht sein, daß man dem Vater sagt, er habe die ersten neun Monate das Maul zu halten, denn es ist die alleinige Entscheidung der Frau, ob sie das Kind austragen möchte oder nicht. Dann aber, wenn das Kind da ist, dann plötzlich wird der Schalter umgelegt, der Mann bekommt plötzlich die Verantwortung zugeschoben mit der Begründung, da, es ist auch DEIN Kind, nun zahl mal schön!
Der Status quo entzieht faktisch dem Vater die vollständige Verantwortung für das Kind, in dem ihm auch das Mitspracherecht faktisch und formell vollständig entzogen wird. Konsequenterweise sollte der Mann in diesem Fall selbst etscheiden können, wie er zu dem Kind steht. Er kann sich für
das Kind entscheiden, aber er sollte sich dann - wenn "Selbstbestimmtheit" überhaupt einen Sinn macht - auch GEGEN das Kind entscheiden können und zwar ohne daß ihm daraus weitere
Konsequenzen und Verpflichtungen entstehen. Da die Mutter bei uns die alleinige Verantwortung hat, ist sie dem Kind gegenüber auch ALLEIN verpflichtet.

Du machst es dir erstens sehr einfach und zweitens bist du sehr pauschal. Wenn eine Frau schwanger wird, und sie mit dem Mann eine Beziehung hat egal ob Ehe oder nicht, dann wird sie in den meisten Fällen NICHT unbeeinflusst von der Meinung des Mannes sein, das ist die Realität. Es wird über pro und contra geredet werden, die Frau wird nicht ohne weiteres losziehen und abtreiben, wenn sie das Kind nicht will. Der Mann hat, wenn er selber das Kind will, die Gelegeneit, der Frau zu zeigen, dass ihre Bedenken, hinsichtlich Geld oder Karriere, gelöst werden könnten durch Zusammenarbeit.
Wenn der Mann das Kind nicht will, und sie leben in einer nichtehelichen Beziehung, dann steht es ihm frei zu gehen. Wenn eine Ehe vorhanden ist, sollte es beiden Partnern möglich sein, eine Lösung zu finden, abgesehen davon, dass man sich in einer Ehe schon vorher mal Gedanken über Kinder geamcht haben sollte. Dreist wenn der Mann das Kind nichtw ill, die Frau aber schon, dann gilt schlichtweg der Spruch in guten, wie in schlechten Zeiten, und er müsste schon einen sehr guten grund dafür haben, seine Ehefrau für eine Abtreibung zu gewinnen.

Ich sagte schon, Frauen lassen nicht "schnell mal eben" abtreiben, das ist eine schwere und komplizierte Entscheidungsfindung, bei die Frau ALLEINE die Verantwortung trägt und tragen muss!

Entschuldige, aber bei der hohen Anzahl von Frauen, die jährlich abtreiben lassen (mittlerweile sind es schon hunderttausende...) kann ich nicht mehr von einer "schweren Entscheidung" sprechen. Vielmehr hat sich die Abtreibung bei uns zu einer neuen Möglichkeit der nachträglichen Verhütung entwickelt.

Jaja, Katholikengeschwätz! Fast wie bei Herrn dyba, der meinte, wenn es für die Abtreibeung eine Pille gebe, würden die schlimmsten Zustände einreissen. nur weil viele Frauen abtreiben, bedeutet das nicht, dass sich nicht jede die Entscheidung schwer gemacht hätte (hinzukommt die steigende Zahl der Teenagerschwangerschaften), Ganz abgesehen davon, dass es in unserem Land nicht möglich ist, mal eben zum nächsten Frauenarzt zu dackeln und eine Abtreibung vornehmen zu lassen, sondern man erst ein Beratungsgespräch vorgeschrieben ist, mit anschließendem Schein als Nachweis. Die "hohe" Zahl der Abtreiberinnen besagt imho gar nichts, denn erstens ist hoch relativ, und zweitens ist die Frage, mit welcher Zeit wir uns denn vergleichen möchten.

Männer, die sich gegen ein Kind entscheiden, gelten als "verantwortungslos" und "feige", obwohl sie eben so das Recht haben über ihr Leben zu bestimmen wie Frauen.

Nun, wenn ein Mann sich gegen ein Kind entscheidet, dann bedeutet das meistens, dass er die Mutter damit alleine läßt. Entscheidet sich eine Frau für Abtreibung, schneidet sie sich ja den Fötus nicht aus dem Leib und pflanzt ihn dem Mann ein, auf das er nun mit dem Kind fertig wird.

Das ändert aber nichts an der Beurteilung. Wenn eine Frau abtreiben läßt, dann ist sie mindestens ebenso verantwortungslos wie ein Mann, der nicht zu seinem Kind steht. Mehr will ich damit nicht sagen.

Das ist sie nicht, denn der Mann übernimmt keine Verantwortung mehr für das Kind, die Frau übernimmt die Verantwortung für den Tod des Kindes, das ist ein Unterschied.

Wenn Männer sich gegen ein Kind entscheiden, dann bedeutet das meistens, dass die Frau nun alles zu schultern hat (und wenn ihr so sehr auf euren Anteil am Kind besteht, dann ist das tatsächlich verantwortungslos). Entscheidet die Frau sich gegen ein Kind, bleibt das Kind nicht am Mann hängen. Es handelt sich nicht um Doppelmoral, sondern um unterschiedliche Konsequenzen!

Hier besteht niemand auf einen "Anteil" am Kind. Ein Kind ist kein Besitz, an dem man Anteile erwerben kann. Das verstehen Frauen einfach nicht. Und natürlich sollten Männer ebenso wie Frauen auch das Recht haben, sagen zu können, nein, ich will kein Kind haben. Das ist ja gerade der Punkt. Siehe oben!

Also, ich denk es ist sehr viel komplizierter! Ausserdem kann ich hier ja einwenden: wenn der Mann kein Kind will, bitte sehr, dann soller doch besser verhöten!

Ihr müsst euch mal entscheiden: Wenn ihr auf euren Anteil am Kind besteht, dann müsst ihr dafür auch die Verantwortung tragen, so wie die Frau es auch tut.

Dazu müßten wir erstmal Verantwortung für das Kind haben. Ihr Frauen wollt den Männern keine Verantwortung in Sachen Kinder überlassen. Wo Männer versuchen, sich produktiv in die Erziehung einzubringen, werden sie von Frauen behindert.

Halt mal: wir reden hier nicht über den Moment, da das Kind aus der Frau heraus ist, sondern nur um den vorhergehenden Status. Sobald das Kind geboren ist, tritt eine völlig andere Situation ein.

Warum stellen sich Politikerinnen quer, wenn es darum geht, Väterberatungsstellen zu etablieren und finanziell zu unterstützen? Das ist doch alles mittlerweile nicht mehr glaubwürdig. Gerade in unserer Zeit, in der immer mehr Männer sich um ihre Kinder kümmern wollen, zeigt sich, wie wenig Interesse Frauen in Wirklichkeit am "verantwortungsvollen Mann" haben. In Familien werden Väter mittlerweile nur noch mehr oder minder "geduldet", egal wie sehr sie sich für die Kinder einsetzen. Und nach der Scheidung werden die Väter dann wie Biomüll schnellstmöglichst entsorgt. Unser Scheidungs- und Sorgerechtssystem ist das beste Beispiel dafür, wie der Staat unter tatkräftiger Mithilfe der Frauenrechtlerinnen versucht, Männer aus der Verantwortung geradezu systematisch herauszudrängen. Und gerade dort kann man sehen, wie Frauen um jeden Preis verhindern wollen, den Vätern Verantwortung zu überlassen. Wie ich oben schon geschrieben habe: wenn man Vätern die Verantwortung entzieht, dann muß man sich nicht wundern, wenn sie keine Verantwortung übernehmen können. Da haben die Frauen noch an sich zu arbeiten.

Mir scheint, du wirfst da zwei Sachen zusammen, die nicht zusammen gehören, mir geht es nu um die Zeit, da das Kind im Mutterleib ist, die zeit danach haben BEIDE die Verantwortung dafür.

Xenia


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