Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung ist kein Kindsmord. Wirklich nicht?

Xenia, Monday, 09.06.2003, 00:30 (vor 8277 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Abtreibung ist kein Kindsmord. Wirklich nicht? von Ferdi am 08. Juni 2003 15:01:16:

Hallo, Ferdi!

Ich habe dieses Bild nicht gepostet, um Xenia das Frühstück zu verderben, schliesslich konnte ich ja nicht wissen, dass sie ausgerechnet in diesem Moment das Posting öffnet. Dafür bitte ich um Entschuldigung.

Schon okay. :-)

Ich habe das Bild gepostet, weil ich in zunehmendem Masse den Eindruck gewann, Gegenstand dieser Diskussion wäre irgendein Tumor, der zu entfernen ist. Bei Abtreibungsbefürworterinnen kommt man mit wortreichen Argumenten nicht weit, dazu sind die "Mein Bauch gehört mir"-Parolen zu festgefressen. Das Bild sollte - zugegebenermassen sehr sehr drastisch - daran erinnern, dass hier über Menschen so geredet wird wie über besagten Tumor, der entfernt werden soll.

Ich glaube, das ist den allermeisten Frauen auch bewusst, die über eine Abtreibung nachdenken.

Frauen betonen immer ihre einmalige Fähigkeit, Kinder zu gebären, sie betrachten sich deshalb oft als den wahren Quell allen Lebens, erklären den Mann für für die Arterhaltung überflüssig, weil man ja angeblich auch ohne Spermien Eier befruchten könne. Sie leiten daraus ein besonderes Schutzbedürfnis ab (Frauen und Kinder zuerst).

Waren das tatsächlich die Frauen alleine?

Aber andererseits beschweren sie sich bei der Natur, dass diese ihnen auferlegt hat, den Nachwuchs neun Monate lang in ihrem Leib aufwachsen zu lassen bis er aus eigener Kraft weiterleben kann.

Was heißt hier beschweren?

Dass Frauen das Selbstbestimmungsrecht zusteht, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, ist selbstverständlich.

Hoffentlich.

Aber die Entscheidung darüber hat vorher zu fallen. Das gilt ebenso für den beteiligten Mann. Im Zeitalter der modernen Verhütungsmittel ist das nicht zu viel verlangt.

Ist es auch nicht, elider funktionieren Verhütungsmittel nicht immer perfekt, oder ein Teenager wird schwanger, oder das Kind ist schwer behindert, oder, oder, oder

Wenn aber ein Kind im Uterus der Mutter zu wachsen beginnt, dann hat dieses Selbstbestimmungsrecht solange zurückzutreten bis das Kind nach der Geburt auf andere Weise und möglicherweise von anderen Personen weiterbetreut werden kann.

Warum? Warum sollte ausgerechnet dann dieses Selsbtbestimmungsrecht ausser Kraft gesetzt werden?

Schliesslich können auch Männer neun Monate lang (früher sogar länger) nicht über ihren eigenen Körper bestimmen. Ihr Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper wird auf brutalste Weise durch die Wehrpflicht niedergeknüppelt. Die Wehrpflichtabtreibung müsste erfunden werden.

Entschuldigung, aber dieser Vergleich ist nun wirklich etwas schief. Wehrdienst ist Zwangsdienst, Schwangerschaft nicht. Und wenn du den Verlust von Selbstbestimmungsrecht so sehr ablehnst, dann sollte das auch bei schwangeren Frauen so sein.

Gruß, Xenia


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