Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Das hab ich dem Otten selbst geantwortet

Arne Hoffmann, Monday, 16.06.2003, 11:36 (vor 8269 Tagen) @ Joseph S

Als Antwort auf: Re: Das hab ich dem Otten selbst geantwortet von Joseph S am 15. Juni 2003 21:50:24:

Hi Joseph,

ich war bisher nach dem Motto "in dubio pro reo" davon ausgegeangen, daß er eine provokante Einleitung gesucht hat, um Aufmerksamkeit zu erhalten, und dabei weit über das Ziel hinausgeschossen hat. Wenn aber das Zitat aus Deinem Nachtrag stimmt (Ich sehe keinen Grund daran zu zweifeln. Nachprüfen werde ich das nicht; dazu mußte ich mir dieses Buch ja besorgen.), war das kein Versehen und hebt die etwas besonneneren Töne von Herrn Otten im dortigen Forum auf.

Ich hab das Buch im Regal und mir extra noch mal die zitierte Seite angeschaut. Es gibt in dem Buch viele andere Passagen, die ich genauso ärgerlich finde, aber es ist mir insgesamt wieder nicht wichtig genug, dazu einen Reisen-Verriss zu schreiben.

Schade, denn die Frage, warum und wie Männer zu den Verlierern unserer Gesellschaft werden, und dann als Versager dastehen, finde ich hochinteressant, und ich wäre froh, wenn dies viel breiter diskutiert würde.

Ja, Zustimmung, aber dann vielleicht eher Peter Döge lesen oder Lionel Tiger. Durch Ottens Buch zieht sich nach meiner Wahrnehmung ein merkwürdiger, undifferenzierter Subtext über den minderwertigen Mann, der durch die überlegene Frau aus dieser Minderwertigkeit erlöst werden muss. Wenn ich eine Frau wäre, würde mir dieser Quatsch genauso auf die Nerven gehen.

Unter Höflichkeit verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht, daß man Bücklinge macht. Höflichkeit heißt hier, daß man sich alles was nach direkter Beleidgung, Schreien und ähnlichem aussieht vermeidet. Die Stärke davon ist, daß man nicht als dummer grober Klotz dargestellt werden kann, und der andere als nivaeulos dasteht, wenn zu herabwertenden Worten greift. Bei einer derartigen Höflichkeit, kann man durchaus in der Sache hart und unmißverständlich argumentieren. Höflichkeit kann so zu einer Waffe gegen nivaeulose Angriffe werden. Schließlich gibt es ja noch stille Zuschauer bzw. Mitleser, deren Meinung noch nicht feststeht.

Ich stimme dir grundsätzlich zu und möchte dir auch auf keinen Fall deinen eigenen Stil absprechen. Otten Beleidigungen an den Kopf zu werfen halte ich auch für kontraproduktiv. Ich persönlich habe mich für eine Art Mittelweg entschieden: Ich habe Otten nicht direkt als Scharlatan bezeichnet, obwohl ich ihn für einen halte, konnte mir aber nicht verkneifen, "Wissenschaftler" etc. in Anführungsstriche zu setzen. Warum, das habe ich in meinem "Nachtrag" begündet. Aber ich finde es gut, dass so viele Leute auf so unterschiedlichen Stilebenen geantwortet haben. Das zeigt doch, dass Otten von sehr verschieden ausgerichteten Männern kritisch beurteilt wird.

Herzlicher Gruß

Arne


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