Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Sine ira et studio

Xenia, Friday, 13.06.2003, 20:57 (vor 8272 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Sine ira et studio von Odin am 13. Juni 2003 16:52:47:

Ich lese Xenia nun schon ne ganze Weile und sie ist alles andere als eine extreme Emmanze. Sie setzt sich oft für

die Männer ein, findet Arnes Buch nicht männerfeindlich und ist bestimmt genau wie ich, der Ansicht, dass ein
Kind sowohl Vater als auch Mutter braucht.

>Du weisst, wie ich es meine, man muss verdammt aufpassen, dass man nicht engstirnig wird, ich weiss, die vielen
schlechten Erfahrungen mit Frauen helfen euch nicht gerade es anders zu sehen.

Es geht mir hier nicht um Xenias "allgemeine Ansichten" (ich kenne sie erst seit diesem Threat, sie hat aber auch
darin schon Dinge geschrieben - siehe weiter unten - die ich gut fand), sondern es geht speziell um DIESES
Thema! Auch hat das ganz und gar nichts damit zu tun, daß sie eine Frau ist.

Es gibt genügend Männer, die die

Abtreibung gutheißen, weil das Kind nicht in den Kram paßt.

Ich bin der Meinung, genauso wie Frauen Abtreibungsgegnerinnen sein können, können Männer, auch ohne persönlich dran beteiligt zu sein, Abtreibungsbefürworter sein.

Und wenn man genau nachforscht sind wohl die

meisten Teenagerabtreibungen, die hier schon oft erwähnt wurden, darin begründet, daß die Eltern des Mädchens
Druck ausüben (NICHT Zwang) oder der vermutliche Vater oder sonst jemand!
IMO gibt es aber genügend Alternativen bis hin zu Adoption (da stehen die Leute Schlange bei Dir).

Adoption ist keine Alternative, ganz abgesehen davon, das bereits Tausende von Kindern zur Adoption bereit stehen. Klar werden Babys gerne genommen, aber wenn di ersten beiden Jahre schon vorbei sind, geht das auch nicht mehr so gut. Und was, wenn es sich um ein behindertes Kind handelt? Wer adoptiert das?

Ich habe mich im Verlaufe dieses Threads schon gefragt, warum ich teilweise überzogen zynisch und aggressiv

reagiere. Meine Vermutung ist, daß ich genau weiß, daß ich nicht auf der Welt wäre, wenn meine Mutter die
Möglichkeit der Entscheidung gehabt hätte. Besonders, wenn mein Vater auch nichts dagegen sagen hätte können.
Insofern ist das Thema bei mir vorbelastet: Ich habe diese Meinung vermutlich seit ich 10 bin und werde sie auch
nicht ändern. Abtreibung ist für mich Mord an einem unerwünschten Kind (obwohl die juristische Definition wohl
nicht so genau paßt). Lediglich bei bestimmten Problemlagen hätte ich Schwierigkeiten, aber wie gesagt gibt es ja
auch Alternativen, die dem Kind, das nun für gar nichts etwas kann, das Leben ermöglichen. Damit könnte dann
auch die Mutter besser leben und bräuchte hinterher nicht von Therapeut zu Selbsthilfegruppe zu rennen, um ihr
schlechtes Gewissen ausreden zu lassen.

Das ist mir zu einfach gedacht. Meinst du etwa, es belastet die Mutter nicht, wenn sie neun Monate lang das Kind im bauch trägt und dann eine schmerzhafte geburt zu überleben von eine Kind, das sie nicht wollte? Nebenbei: es soll ja auch Mütter geben, die machen sich später extreme Vorwürfe, weil sie ihr Kind zur Adoption freigegeben haben. Als Frau ziehst du da immer die Arschkarte.


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