Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nathan, der Jude

Nick, Wednesday, 12.05.2004, 12:59 (vor 7938 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Nathan, der Jude von Eugen Prinz am 11. Mai 2004 17:02:36:

Glaube IHM kein Wort. ER will wissentlich oder unwissentlich den Leuten einen Bären aufbinden.

KREISCH! ...aber du willst den Menschen "die Emanzipation" bringen, logisch.
Nagelneu, nie dagewesen, unerklärlich, trotzdem einsichtig - wenn man dir das nur glauben würde...

Mag ja sogar sein, daß du mit dazu beitragen könntest, falls du dich mit Andersdenkenden fair zu verbünden in der Lage wärest - dann könnte man sogar etwas zusammen bewegen (Konjunktiv). Aber die erste, wichtigste, unverzichtbare Voraussetzung dafür ist nun einmal die Toleranz - nicht als deine "Gunst" (die brauche ich nicht; wer bist du schon?), sondern als glaubwürdige, verläßliche Grundhaltung. Daran habe ich mehr als Zweifel, wenn ich solche Sätze lese.

Schauen wir uns den "Bären" also näher an...

Zitat: Natürlich kannst du austreten. Aber du bezahlst weiter Steuern, die der Kirche zufließen, und die Kirche hat natürlich weiter ihren Einfluss in öffentlich-rechtlichen Institutionen, in Schulen, in der Politik..., wie immer man dazu stehen mag.

Deine deutsche Bevölkerung setzt sich wie folgt zusammen:
1. Eugen Prinz (72,3%)
2. Die Restbevölkerung (23,6%)
3. Die Sekte der Christen (0,1%)

Folgerichtig erscheint es dir natürlich als Zumutung, daß diese sektiererische Minderheit überhaupt irgend einen Einfluss in öffentlich-rechtlichen Institutionen, in Schulen, in der Politik hat. Und nicht du! Ich vermute, das würde bestimmt als erstes bei deiner Emanzipation geändert, oder?

Meine deutsche Bevölkerung setzt sich anders zusammen. Vielleicht sollte ich daran erinnern, daß über 53 Mio. Bürger in Deutschland Mitglied einer der beiden großen Kirchen sind? Gemessen daran ist der Einfluß der Kirchen als eher mäßig und sehr zurückhaltend zu bezeichnen (zu zurückhaltend, wie ich persönlich finde; es gibt halt noch zu viele Hasenfüße darunter, das ist leider wahr). Rein quantitativ betrachtet ließe sich somit das Christentum sogar als Staatsreligion einführen, mit verfassungsändernder 2/3-Mehrheit. Ich fände das Unsinn, bin dagegen und es denkt auch niemand daran - aber selbst das ginge eben theoretisch.

Ich will jetzt nicht unterstellen, daß du "Mehrheit" immer noch auf russisch übersetzt sehen willst ("Bolschewiki"). Aber sogar die Gewerkschaften, die kaum 10% der Mitglieder der Kirchen haben, vefügen dennoch über etwas mehr Einfluß als Eugen Prinz (72,3%). Und das ist auch gut und richtig so, das entspricht nämlich dem Prinzip der Demokratie: größere Mitgliederzahl = mehr Einfluß. Einfach, oder?

Und da stellst du dich hin und kreischt!

Das war der "Bär"!
Und der, der ihn aufzubinden versuchte...

Die Kirchen unterhalten übrigens eine große Zahl von sozialen Einrichtungen, die natürlich allen offen stehen, nicht nur Christen. Es fragt keiner nach deinem Glauben, wenn du in ein konfessionelles Krankenhaus eingeliefert wirst. Auch nicht, wenn du mal eine warme Mahlzeit brauchst, weil du kein Dach mehr über dem Kopf hast. Ich vermag nicht zu erkennen, wieso sich der Staat an solchen Projekten nun überhaupt nicht beteiligen sollte, zumal er es ja überall sonst auch tut, zu Recht.

Der "Bär" eben, wir kenne ihn ja bereits...

Zweifellos gibt es Menschen, die sich nur aus Angst vor der Hölle oder aus Hoffnung auf den Himmel anständig benehmen können. Für die wurden Religionen und Kirchen erfunden. Recht so!

Hättest du meinen Text an Jens aufmerksam gelesen und verstanden, dann wäre dieser Absatz über "Himmel und Hölle" logisch nicht möglich, denn er ist ersichtlich unsinnig. Ich gehe also davon aus, daß du dich mit deinen eigenen Vorstellungen unterhalten wolltest? Meinetwegen, warum nicht. Manche Leute tun das, wenn es ihnen nicht gut geht.

Reden wir zum Schluß von "anständigem Benehmen": das Stecken von Gegnern in Säcke, um mit gewässerten Weidenruten auf sie einzuprügeln, während man mit ihnen redet - wie du es hier wiederholt zur Sprache gebracht hast - das fände, vermute ich, eher keine Mehrheit. Was ich sehr begrüße. Aber natürlich hattest du das übehaupt nicht wirklich vor, das weiß ich genau, es war ja nur ein Witz... mit einer etwas zu deutlich erkennbaren "Freude am Detail" allerdings, finde ich. Deshalb mag ich an den "Witz" nicht so recht glauben - abgesehen davon, daß es eben keiner ist, sondern schauerlich, dümmlich und dumpf. Wen freut sowas, frag ich mich?

Wir, denen die "Gabe des Glaubens" nicht gegeben ist, müssen halt selber sehen, wie wir zurecht kommen. Das ist vielleicht härter, aber es ist emanzipatorischer.

Der erste Satz ist zutreffend, der Zweite ist es nicht. Es sei denn, man verstünde ihn "bolschewistisch". Aber das wollen wir ja alle nicht so verstanden wissen, nicht wahr? Die "persönliche Emanzipation" von Eugen Prinz (72,3%) ist jedenfalls nicht so ohne weiteres identisch mit der Entwicklung der ganzen Gesellschaft.

Ich bin äußerst hellhörig, wenn ich auf so ein "Spaghetti-Programm" (Zitat Eugen Prinz (72,3%) an anderer Stelle) treffe.
Und hernach nicht so leicht wieder zu beruhigen...

Sagt der Nick


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