Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nachtrag:

Jens, Monday, 10.05.2004, 13:43 (vor 7940 Tagen) @ Jens

Als Antwort auf: Re: Von eingebildeten Göttern und eingebildeten Menschen von Jens am 09. Mai 2004 23:58:51:

Hi Nick,

Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, weil ihm "Gotteslästerung" vorgeworfen wird.

In Israel wird den Palästinänsern das Wasser abgedreht, bzw. vom Norden her umgeleitet. Selbst die Golanhöhen von Syrien wurden von den Israeli in einem reinen Angriffskrieg (hier vertrete ich die Meinung Bismarks: Jede Präventivkrieg ist ein Angriffskrieg) besetzt und die dortige Wasserquelle gesichert, die die Syrer in ihr Land umleiten wollten. Der Jordan fließt nun nach Israel und nicht mehr durch Palestina. Das Tote Meer bekommt nicht mehr genug Wasser und sinkt. Ein Israeli verbraucht 5 mal so viel Wasser wie ein Palestinänser. Auch darf man in Palestina nur mit einer Genehmigung einen Brunnen bauen. Das liegt daran, dass das natürliche durch den Regen spendende Wasser auf dem palestinänsischem Gebiet versickert und auf Grund des Gefälles nach Israel wandert, wo es in Quellen emporfließt. Hinzukommt die Zusiedlung des Autonomen Gebietets. Israels derzeitiger Landbesitz in der Region ist nahezu doppelt so groß wie von der UNO ürsprünglich vorgesehen. "Böse Zungen" bezeichnen das als "Erschließung neuen Lebensraumes" (siehe: "Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Mythos und Realität", Norman G. Finkelstein)
Bei all diesen Handlungen berufen sich die Israelis auf das Versprechen, dass das Jüdische Volk zurückkehren werden in ein Land wo Milch und Honig fließen. (3. Mose 19.24: Euch aber sagte ich: Ihr Land soll euch zufallen; und ich will es euch zum Erbe geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den Völkern abgesondert hat, daß ihr auch absondern sollt das reine Vieh vom unreinen und die unreinen Vögel von den reinen und euch nicht unrein machet an Vieh, an Vögeln und an allem, was auf Erden kriecht, das ich abgesondert habe, daß es euch unrein sei.)
"Ihr Land soll euch zufallen" - der Krieg des "reinen Volkes" ist legitimiert.

Ebenso sind derzeitige islamische Fundamentalisten alles andere als "gottlos". Deren Glauben ist so stark, dass sie für ihn und Allah sterben. Selbst bezeichnen sie uns als "Ungläubige" - offenbar eine freie Interpretation dessen, was "Unheilbringend" ist um später vielleicht argumentieren zu können, dass die Gottlosen die Verbrecher sind. Sich selbst bezeichnen sie sich als "Gotteskrieger".

Wie dem auch sei: zur Zeit befindet sich die ganze Welt in einem Glaubenskrieg ("Ihr liebt das Leben, wir leben den Tod".) Diese Glaubenskrieg existiert schon seit anbeginn der drei großen Religionen und so war schon immer die Politik. Israel wurde unterstütz, über Völkerrechtsverletzungen wurde immer schön hinweggesehen, Vanunu ist ein Schwerverbrecher, die Ölkrise wurde von den Arabischen Staaten verhängt. Alles - der ganze Glaubenskrieg, die Terroranschläge etc. sind einzig und allein auf der Blindheit und Einseitigkeit der westlischen Politik bzgl. Israel zu begründen und der Blindheit, selbst den "wahren" Glauben zu vertreten. Jetzt müssen wir den Preis für unsere "christlisch-ideologische" Borniertheit zahlen. Aber das ist ja alles nicht so schlimm, denn wie sagte Bismark einst: "Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt!".

Jens

P.S. vielleicht sollten wir alle das Buch "Nathan der Weise" wieder hevorkramen und zur Pflichtlekture im christlichen Abendland, in Israel und den Arabischen Staaten machen. Der Gedanke der "Menschenrechte" hat offenbar noch nicht Fuß gefasst.


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