Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Garfield, hast du gelesen, was ich schrieb?

Garfield, Thursday, 06.05.2004, 21:21 (vor 7943 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Garfield, hast du gelesen, was ich schrieb? von Nick am 06. Mai 2004 12:28:24:

Hallo Nick!

"Europa kann nur als christliche Welt seine Identität bewahren - oder es wird eben verlöschen."

Das sehe ich anders, aber vielleicht hast du da in gewisser Weise tatsächlich recht. Ich kann mir gut vorstellen, daß Jesus seine Botschaft ganz bewußt religiös verbrämt unter's Volk gebracht hat, weil er genau wußte, daß Menschen weniger durch Logik, dafür aber mehr durch Emotionen beeinflusst werden können. Auch Hitler hat sich diese Tatsache ganz bewußt zunutze gemacht, nur leider hat er seinen so gewonnenen Einfluß auf die Menschen, also eben ihren Glauben an ihn, dann überwiegend zum Negativen genutzt.

"Augustinus hat mal gesagt: "Liebe - und tu was du willst!" Ein ungemein gefährlicher Satz, in der Tat. Aber wenn er auf Wahrheit und Gerechtigkeit gründet und nicht die eigene Eitelkeit zum Handelsobjekt macht, dann liegt darin eine große Kraft und unermeßliche Freiheit, die nicht an bestimmte Formen gebunden ist. Nur fehlen solche Menschen heute an allen Orten."

Dieser Satz von Augustinus gefällt mir. Was wir brauchen, ist eine Bewegung, die möglichst viele Schichten der Bevölkerung umfaßt und die sich deshalb auch ganz bewußt nicht in irgendeine geistige Schublade stopfen läßt. Man wird die Menschen aber nicht durch logische Argumente dazu bringen, sich dieser Bewegung anzuschließen. Man wird das nur schaffen, wenn man ihnen Ideale bietet, an die sie glauben können.

Das Christentum könnte diese Rolle einnehmen, aber dann besteht die Gefahr, daß letztendlich christlicher Fundamentalismus wie in den USA - oder noch schlimmer - dabei herauskommt.

Diese Gefahr besteht allerdings auch, wenn man eine nicht-religiöse Ideologie aufbaut. Man müßte dafür Sorge tragen, daß selbsternannte Gutmenschen und auch nur an Macht und Reichtum interessierte Abzocker zumindest aus der Führung dieser Bewegung herausgehalten werden. Die Abzocker könnte man fernhalten, indem man ihnen keine Bereicherungsmöglichkeiten bietet. Mit den Gutmenschen wird's schon schwieriger...

Freundliche Grüße
von Garfield


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