Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Garfield, hast du gelesen, was ich schrieb?

Garfield, Thursday, 06.05.2004, 14:12 (vor 7944 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Garfield, hast du gelesen, was ich schrieb? von Nick am 05. Mai 2004 23:47:27:

Hallo Nick!

Du hast mich falsch verstanden, was allerdings wohl vor allem darauf zurück zu führen ist, daß ich mich mißverständlich ausgedrückt habe. Ich stimme deiner vorherigen und auch deiner letzten Antwort an mich durchaus zu. Es ging mir nur ganz allgemein darum, zu erklären, was mich an Religionen allgemein stört.

Es ist mir schon klar, daß der Glauben an das Himmelreich die Massen nicht immer ruhig gehalten hat. Wenn es so gewesen wäre, dann hätte es beispielsweise die Bauernkriege nie gegeben. Die Gefahr, daß sich Menschen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod begnügen, besteht jedoch grundsätzlich bei allen Religionen, die davon ausgehen, daß es solch ein Leben nach dem Tod gibt. Und so hat es auch immer Menschen gegeben, die darauf verwiesen, daß man die gottgewollte Ordnung nicht zerstören dürfe und daß diejenigen, die ihre Machtstellung zum Schaden anderer mißbrauchen, dafür nach ihrem Tod schon bestraft werden würden.

Was du über die linke und die rechte Backe und die Entstehung dieses Spruchs geschrieben hast, ist ja auch richtig. Nur bin ich mir sicher, daß viele Menschen das heute gar nicht mehr wissen. Und die verstehen das dann ganz anders. Nämlich so, daß man in jedem Fall sanftmütig sein und sich alles gefallen lassen soll. Der liebe Herrgott wird's schon richten...

Bei der Sache mit Hitler ist mir ein Tippfehler unterlaufen. Ich habe schon verstanden, daß du meintest, daß der Krieg gegen Hitler unvermeidlich war. Irgendwie hab ich dann aber versehentlich "vermeidbar" statt "unvermeidlich" geschrieben. Das kommt dabei heraus, wenn man unter Zeitdruck schreiben muß...

Im übrigen hätten Engländer und Franzosen Hitler vielleicht auch ohne einen echten Krieg im Zaum halten können. Als deutsche Truppen das Rheinland besetzten, hatten sie Befehl, sich im Falle eines Einmarsches der französischen Armee kämpfend zurück zu ziehen. Hitler selbst war sich auch keineswegs sicher, ob die Franzosen nicht doch militärisch intervenieren würden, und ihm war sehr bewußt, daß die deutsche Armee zu diesem Zeitpunkt auf einen Krieg mit Frankreich überhaupt nicht vorbereitet war. Wenn die Franzosen das Rheinland militärisch besetzt hätten, dann hätte Hitler klein bei gegeben und alle französischen Forderungen erfüllt. Noch gravierender wären die innenpolitischen Folgen gewesen. Dann hätten viele Deutsche in Hitler nämlich nicht mehr den genialen Führer gesehen, sondern den Abenteurer, der er nun einmal war.

Problematisch war aber, daß der ganze Versailler Vertrag ja schon ungerecht war. So hatten auch im Ausland viele Menschen Verständnis für diese und andere Aktionen Hitlers. Ein britischer Politiker sagte dazu, daß die Deutschen doch nichts weiter tun würden, als ihren Vorgarten zu besetzen. Und so war es ja eigentlich auch. Daß Hitler durch diesen Erfolg zum einen in seinem Sendungswahn bestärkt wurde und zum anderen noch mehr Bewunderung und Zustimmung in Deutschland und teilweise auch im Ausland fand, hat man nicht bedacht.

Man hätte die Machtübernahme der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg ja auch schon 1918 durch einen fairen Frieden mit Deutschland verhindern können. So wie Bismarck es nach dem preußisch-österreichischen Krieg durchgesetzt hat. Und wie er es eigentlich auch nach dem deutsch-französischen Krieg durchsetzen wollte. Da wäre es durchaus sinnvoll gewesen, das christliche Prinzip der Nächstenliebe anzuwenden, um für die Zukunft Feinde in Freunde zu verwandeln. Stattdessen haben sich die Regierungen Frankreichs und Englands durch ihre durch die Kriegspropaganda aufgeputschte Bevölkerung dazu verleiten lassen, Deutschland die alleinige Schuld am Ersten Weltkrieg zuzuweisen und den Deutschen unfaire Bedingungen für den Frieden zu diktieren.

Aber leider läßt sich dieses Prinzip der Nächstenliebe eben nicht überall anwenden. Wenn man es mit Irren zu tun hat, ist Nächstenliebe oft nicht angebracht. Das beweist uns ja auch Hannibal mit seinen erfolglosen Anbiederungsversuchen bei Radikalfeministinnen immer wieder.

Ich verstehe schon, daß du das ähnlich siehst - aber es gibt Christen, die das anders sehen und sich willig in das Heer der Gutmenschen einreihen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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