Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kurzsichtiger Ansatz

Sparrowhawk, Monday, 09.06.2008, 16:57 (vor 6500 Tagen) @ Conny

Von daher sollte man, was du hier schreibst, durchaus die höheren Gehälter
weit mehr besteuern als bisher. Das bringt aber nichts, wenn der Fluß des
Geldes durch den Zins nach oben geht. Es gibt auch durchaus Arbeit, die
vorhanden ist, aber mit Brutto 1000 Euro für eine 40 Stundenwoche
abgegolten werden. Das liegt aber nicht an den Steuern sondern an den
Zinsen, die der Unternehmer zu zahlen hat. Und auch vom eingesetzten Geld
soll ein Gewinn übrig bleiben. Daher kann man dem Arbeiter einfach nicht
mehr mehr zahlen. Das liegt also nicht nur an den Steuern, die der Staat
kassiert sondern setzt an einer anderen Stelle an.

Was die von mir geforderte Erhöhung der unteren Nettolöhne mit einer höheren Besteuerung hoher Gehälter zu tun hat, ist mir jetzt gerade nicht ersichtlich; vielleicht hab ich mit so einem Sprung in der "Logik" auch nicht gerechnet, wer weiß.

Brutto 1000 Euro ? Oh je, was bleibt einem denn davon netto als Alleinstehender ohne Kinder übrig ? *mal gerade überlegt, ob das noch für die Miete langt und ob ich meine Kosten abdekcen kann, die für den Hin- und Rückweg zur und von der Arbeit anfallen* Hm... das fiele dann bei mir unter die Rubrik "Ich kann es mir nicht leisten, diee Arbeit anzutreten, da ich mich dadurch in Schulden stürzen würde"

Würde dieser Arbeiter seinen vollen Lohn erhalten, hätte er vermutlich
2000 Euro und käme damit aus.

Ähm... wenn ein Arbeiter, der 1000 Euro brutto bekommt, seinen vollen Lohn erhalten, hätte er 1000 Euro bekommen, nicht 2000. Oder bekommt man neuerdings 100% mehr, wenn man keinerlei Steuern und Abgaben hat ? *grübel*

Wenn ich mir aber ansehe, daß heute ein Beamter im gehobenen Dienst mit 4
Minderjährigen Kindern und einer Frau zuhause nicht viel mehr hat als er
mit Hartz IV bekommen würde, hängt etwas schief im Lande

Bis hierhin: Zustimmung. Das gilt sogar umso mehr noch für Angestellte, die weitaus mehr Sozialabgaben zu zahlen haben.

Du mußt Dir doch nur mal ansehen, wieviel die privaten Haushalte pro Jahr
konsumieren und das nur in Relation zu den Zinseinnahmen setzen!

Das hieße Äpfel in Relation mit Spiegeleiern zu setzen.

Eine Miete besteht zu 80 Prozent nur aus Zins.

Das muss ich mal meinem Vermieter erzählen... mal sehen, ob der mir nur den Vogel zeigt oder mich gleich einweisen lässt :-D

Strom ist kein freierMarkt, das sind Kartelle die sich absprechen und noch
die CO2-Abgabe aneignen.

Das ist richtig, nichtsdestoweniger sind es laufende Kosten, die zu zahlen sind.

Auch damit zahlt der Unternehmer die Zinsen der Produzenten mit, die ja
den Zins auch in den Verkaufspreis einkalkulieren müssen.

Welchen Zins ?

Du stellst Dich mit Deinen Äußerungen auf die Seite der Sklaventreiber und
da bleibt mir nur eins übrig: Dich mit Deinem Laden zu bekämpfen.

Conny Langstrumpf macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Weg mit den Zinsen und alles ist perfekt und ein großes Schlaraffenland. Wenns doch nur so einfach wäre.

Eigentlich stehst Du aber, wenn du in Deinem Laden auch noch 40 Stunden
arbeiten mußt auf beiden Seiten und solltest Dich nach deinen hier
getätigten Äußerungen selbst vernichten. Gespaltene persönlichkeit nennt
man das auf deutsch.

Naja, gut dass mich Ferndiagnosen selbsternannter Hobbypsychologen eher amüsieren ;).

Ja, und da ist man schön doof, wenn man dabei nicht erkennt, was im Land
los ist.

Was die Kostenzusammenstellung mit den Zuständen im Land zu tun hat, ist einer deiner typischen Sprünge, die außer dir wohl niemand nachvollziehen kann, scheint mir.

Und wenn Du zwar A und B siehst, aber C und D, weils Dir nicht nicht in
den Kram paßt, nicht sehe willst, dann sieht es wirklich schlecht für Dein
Unternehmen aus. Das ist aber nicht mein Problem sondern Deins.

Naja, es ist nicht mein Problem, wenn du den bösen Zins als einzige, monokausale Wurzel allen Bösen siehst und dir die Welt damit einfacher machst, als sie tatsächlich ist.

Weißt Du, der Kleinunternehmer sitzt im selben Dreck wie der Arbeiter.
Beide sind sie in aller Regel bis über beide Ohren verschuldet, obwohl der
Arbeiter vielleicht nicht mal welche hat, aber wenn er trotz 40
Stundenwoche nicht das Geld zusammen bekommt um damit sein Leben zu
finanzieren paßt etwas nicht.

Dann, da stimme ich dir zu, liegt da in der Tat etwas im Argen, undzwar böse. Nur ist die Abschaffung allen Zinses nicht die Lösung allen Übels. Da muss schon einiges mehr kommen.

Das Geld fließt zum Geld, wie auch das Gold zum Gold fließt und zurück
bleibt ein Vakuum. Es ist kein Geld mehr da! Wir müssen den Gürtel enger
schnallen! Wir könnten aber alles haben, wenn nur das Geld dort wäre, wo es
hin gehört.

Wo das Geld in erster Linie hingehört ? Bei denen, die arbeiten und bei denen, die in Rente sind (denn die haben ja für gewöhnlich dafür gearbeitet und eingezahlt).
Und sicherlich gehört es nicht auf schwarze Konten in Liechtenstein oder in irgendwelche Spekulationsblasen, die ich übrigens als das weitaus größere Elendsübel ansehe als Zinsen.

Und wenn Du mich fragst ob wir schon in einer beginnenden Deflation sind,
würde ich das eindeutig mit ja beantworten.

Jein. Es gibt sicherlich Geschäftsbereiche wie die Elektronikbranche, wo die Preise rückläufig sind. Allerdings sind diese Bereiche eher in der Minderheit. Vielleicht sind sie es noch, vielleicht ändert sich das in die von dir prognostizierte Richtung und dann auf einer größeren Bandbreite. Was ich allerdings nicht glaube, denn eine große Deflation ist nicht im Intsresse des Staates.

Ich brauche mich nur umsehen
und erkenne, daß der Weg geebnet ist dafür. Ich habe genug Kleinunternehmer
und Einzelunternehmer gefragt, ob sie von dem Wirtschaftsaufschwung etwas
am Umsatz merken. Das wurde einhellig verneint.

Und dann frage als nächstes mal die Arbeiter, Kleinbeamten und Angestellten, ob sie etwas vom Aufschwung mit bekommen haben... sie werden dir die gleiche Antwort geben.
Wozu die Mär vom Aufschwung dienen sollte, weiß ich nicht. Aber der Aufschwung ist nur in wenigen bereichen angekommen: Steuern, Preise, Gehälter von Vorständen und Top-Managern und Politikerdiäten. Sonst - nada.

Das geht nicht. Lohnt es sich nicht mehr, das Geld zu investieren,
verschwindet es. Die haben die Macht und können eine Durststrecke sehr
lange durchhalten. Das bringt mehr Nach- als Vorteile-

Lohnen würde es schon, aber da ist die Wirtschaftslobby vor, die diese Schlupflöcher beibehalten will, damit sich die Großindustrie auch weiterhin von steuerpflichtigen teils dreistelligen Millionengewinnen in steuerfreie Verluste rechnen kann.

Das muß ich gar nicht selbst. Dazu genügen Zitate:
Ihr sprichwörtlicher
Erfindergeist schuf ein künstliches Gummi, Buna genannt. Und da sie auch
selber Autos bauen konnten, erfanden sie das dazu nötige Benzin aus ihrer
eigenen Kohle. Wer von uns etwas haben möchte, sagten sie, der kann es
haben, wenn wir dafür Dinge bekommen, die wir außerdem benötigen.

Das könnten wir sogar wiederhaben... aber die Regierung hat kein Interesse daran, weil da die Mineralöllobby vor ist, die bei Fischer-Tropsch-Anlagen null Gewinne sieht.

Und das wollen wir gleich dazu sagen: Auf
Pump kaufen wir nichts.

Das halte ich für ein Gerücht. Ich habe mal eine Weile im Vertrieb eines PC-Herstellers gearbeitet. Von daher kenne ich auch den von dir an anderer Stelle angeführten Preisverfall in der Hardwarebranche. Um auf das "Wir kaufen nix auf Pump" zurückzukommen: ca. 75% unserer Kunden waren Finanzierungskunden... also eben doch auf Pump.


Deiner Zitatensammlung kann ich noch hinzufügen:
"Banken sind gefährlicher als stehende Heere" - Thomas Jefferson, 1816.

"Derjenige muß blind sein, der nicht sehen kann, daß hier auf Erden ein
großes Vorhaben, ein großer Plan ausgeführt wird, (…)" Winston Churchill

Tja, nur dumm, dass Churchills Pläne, Deutschland zu atomisieren, zunichte gemacht worden sind... wass mussten diese bösen Krauts aber auch schon vor Fertigstellung der Atombombe kapitulieren...

Sparrowhawk


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