Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse

susu, Friday, 17.09.2004, 01:14 (vor 7812 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse von Rüdiger am 16. September 2004 16:25:58:

So so. Nun, dann dürften viele Hunderassen ebenfalls keine Rassen sein. Zwar gibt es Rassen, die schon seit der Römerzeit bekannt sind, aber ich erinnere mich, wie überrascht ich einst war, als ich in einer Zeitungsserie über Hunderassen zu den meisten Rassen las, daß diese erst im 19. Jh. oder so entstanden waren. Nun haben Hunde zwar eine schnellere Generationenfolge als wir, aber daß in hundert Jahren vielleicht grade mal 30 Hundegenerationen vergehen, dürfte klar sein. Trotzdem wird bei diesen relativ neuen "Hundesorten" allgemein üblich und akzeptiert von "Hunderassen" gesprochen, einfach weil es sich um deutlich abgrenzbare Gruppen von Hunden handelt und ihre Merkmale weitervererbbar sind. Kreuzt man Schäferhunde untereinander, so entstehen immer neue Schäferhunde, es kommt niemals ein Dackel raus :-). Kann es sein, daß "die Wissenschaft" hier die Begriffe mal wieder ziemlich anders definiert als die Umgangssprache?

Ja. Genau das ist der Fall. Der Begriff Rasse ist ja z.B. auch juristisch in vielen Ländern definiert (auch wenn er wissenscahftlich nicht haltbar ist. In den USA gibt es ja z.B. die Bezeichnung "african american". Aus biologischer Sicht hätten alle Menschen diesen Eintrag, wenn er beibehalten werden sollte - die genetische Varianz unter Afrikanern ist weit größer als die zu allen andern. Auf der anderen Seite, wenn am Begriff "caucasian" festgehlten werden sollte, müßten die "african americans" in mindestens 40 Gruppen unterteilt werden). Außerdem kommt hinzu, daß Hunderassen gezüchtet wurden, d.h. es bestand eben nicht die Möglichkeit der Wahl für zwei Hunde, sondern es wurde geplant (!) Selektiert. Natürliche Auslese hingegen ist ein statistischer Prozess (genauer ein Markovprozess, d.h. das Ergebnis zum Zeitpunkt t, beeinflußt die Wahrscheinlichkeiten der möglichen Ergebnisse zum Zeitpunkt t+T). Züchtung eliminiert eines der größten Zufallselemente der Evolution und sorgt damit für beschleunigte Veränderung (in dem Sinne, stimtm vermutlich meine Berechnung nicht und tausend Jahre hätten eventuell doch gerade gereicht).

susu


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