Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse - Anhang

susu, Thursday, 16.09.2004, 02:56 (vor 7813 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse - Anhang von Leser am 15. September 2004 23:24:28:

Dann stimmte meine Aussage also doch. Der einzige Unterschied wäre die Anzahl der Studien. Davon gibt es sicher nicht so viele wie jene über den "Steinfall", aber wissenschaftlich gesehen wäre die Haltung die ein geschlechtsdimorphes Verhalten unterstützt mehr abgesichert.

Ja, aber die Anzahl der Studien ist hier entscheidend. Und die Frage, ob und wie die Studien ausgewählt werden, mit denen argumentiert wird.
Es geht um die Frage, ob so ein Ergebnis auch Zufall sein kann. Bei den Steinen ginge die Münzwurfanalogie so: Mehrere Millionen Münzen werden geworfen und immer liegt Kopf oben. Die WissenscahftlerInnen versuchen zu widerlegen, daß immer Kopf oben liegt (allein aus Prinzip). Es gibt einen ganzen Haufen Studien, aber immer liegt Kopf oben. Irgendwann wird dann gesagt, es ist ein Naturgesetz, daß Kopf immer oben liegt - das bedeutet nicht, daß alle Zweifel weg wären. Und dann kommt irgendwann einer an und sagt, wenn eine Münze bei fast Lichtgeschwindigkeit geworfen wird, liegt nicht immer Kopf oben. Es wird versucht, und einmal liegt Zahl oben. Daraufhin wird versucht herauszufinden warum das so ist. Warum es vorher nach einem allgemeingültigen Naturgesetz aussah ist auch erklärbar: Es wurden keine Münzen bei fast c geworfen...

In den Biowissenschaften braucht eine Publikation normalerweise eine 95% Chance nicht reiner Zufall zu sein. D.h. eine von 20 publizierten Arbeiten, die dem Standard entsprechen erweisen sich als falsch. Grundlegende Phänomene (Evolution z.B.) sind durch andere Studien so weit belegt, daß sie sehr viel wahrscheinlicher sind. Mir ist bislang keine Studie bekannt, die geschlechtsdimorphes Verhalten im Rahmen dieses Standards zeigen würde. Und über weniger abgesicherte Thesen, wird wegen der Effizienz nicht weiter diskutiert. Wer sie vertritt muß erst mal Daten vorlegen, die den Effekt im Rahmen des Standards zeigen. Dann werden andere diese Ergebnisse überprüfen. Und dann wird irgendwann der Moment kommen, in dem sie als relativ gesichert gelten. Das ist ein langer Prozess. Und dieser Prozess hat, wegen der fehlenden Stichhaltigkeit der Studien nicht einmal begonnen.

susu


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