Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse

Leser, Wednesday, 15.09.2004, 02:07 (vor 7814 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Jauchs IQ-Test: Kurze Analyse von susu am 14. September 2004 21:11:43:

Aber käme wer auf die Idee, die Unterschiede zwischen der Muskulatur eines Bergmanns und eines Büroangestellten vor allem auf angeborenes zurückzuführen? Anscheinend nur dann, wenn da noch etwas anderes mit ins Spiel kommen könnte.

Ich denke hier wird Ursache und Wirkung verwechselt. Es gibt genetische Veranlagungen zu "Kraft" oder Übergewicht usw. Ein Mensch der von Geburt an eher schmächtig ist wird weniger wahrscheinlich den Beruf des Bergmannes ergreifen. Natürlich entwickeln sich Muskeln mit der Belastung, trotzdem existiert eine gewisse Veranlagung.

Natürliche Auslese? Ein Mann mit einem spitzeren Speer konnte sicher mehr Nahrung nach Hause bringen usw...
Das beruht auf den unbegründeten Annahmen Männer hätten gejagt und die Wekrzeuge gefertigt. Woher kommen diese Annahmen? Doch hoffentlich nicht aus dem Gedanken, heute seien Männer technikbegeisterter und deshalb könne daraus auf das Verhalten früher homo sapiens geschlossen werden. Das wäre nämlich ein Zirkelschluß... Dazu kommt, daß es sich bei Menschen um soziale Tiere handelt, d.h. es wurde vermutlich gemeinsam gejagt und auch gemeinsam gegessen. Das heißt es war eher das in der Gruppe bestehende Wissen über Speerspitzen, daß über die gesammte Gruppe entschied. Für natürliche Auslese wäre das alles ein wenig zu kurz. Ich komme da auf ca. 8000 Generationen, daß reicht für marginale Adaptionen, aber nicht für ein komplexes Verhalten wie Technikbegeisterung. Erst recht gibt es keinen Grund dafür anzunehmen, es habe sich dabei ein Sexualdimorphismus gebildet.

Wenn das so stimmt, wieso fühlen sich dann männliche Kleinkinder zu anderen Dingen (z.b. geometrische bzw abstrakte Figuren) hingezogen als weibliche (z.B. Gesichter)?
Als Gruppe kann man z.B. die Neandertaler nennen. Sie waren anscheinend nicht so anpassungsfähig und sind wurden verdrängt, so die Theorie
Selbst bei Affen gibt es geschlechterspezifische Unterschiede im Lernen/ in den Interessen.

Da kannst du auch sagen: Gott hat das so gemacht. Das ist genau so naturwissenschaftlich...

Nun, es ist eine These, ich kann sie nicht widerlegen, widerspricht sie der Evolutionstheorie eigentlich? :)

In der Natur brüten meist die Weibchen die Eier aus, ist das bei "niederen", instinktgesteuerten Tieren auch sozialisiert?
Hui. Also:
Die meisten Tiere vermehren sich ungeschlechtlich (die ganze Horde Einzeller, neben Würmern, Schwämen, Schnecken, etc. pp.).
Dann kommen ganz viele, bei denen die Eier gelegt werden und dann einfach sich selbst überlassen bleiben (fast alle Arthropoden, Fische, Reptilien).
Dann gibt es Vögel, bei denen tatsächlich bei über 50% der Arten das Weibchen brütet. Also das Tier mit dem XY-Chromosomensatz. Zumindest bei den Arten, die in dieser Hinsicht eingehend erforscht sind.
Und dann gibt es auch noch Tiere, bei denen gar nicht mehr gebrütet wird, sondern lebende Jungtiere zur Welt kommen. Zu denen gehören Menschen auch.

Und was beißt sich hier mit meiner Aussage, dass meist die Weibchen die Eier ausbrüten? Wenn keine Eier da sind, oder diese grundsätzlich sich selbst überlassen werden, dann brütet auch kein Weibchen, logisch.

Und tatsächlich: Es gibt bei gar nicht so wenigen Arten auch Sozialisationsfaktoren. Und insbesondere gibt es die bei Primaten. Und ich will gar nicht davon anfangen, was es da so alles gibt, an Strukturen.

Brüten Primaten Eier aus? Nein? Ok, danke :)

Wichtig ist im Grunde nur:
1) Das ist recht selten.
Was du mit "meist" beschreibst, macht vieleicht 0,2% der Tierwelt aus (hochgegriffene Schätzung). Und das setzt schon voraus, daß du nur Tiere mit "in der Natur" meinst...

s.o.

2) Die Arten die da in Frage kommen sind phylogenetisch recht weit von homo sapiens entfernt, ein gemeinsammer Vorfahr wäre im spätern Perm, oder der frühen Trias zu finden. Das sind ca. 250.000.000 Jahre. Doch schon das Brutverhalten von Vogelarten, die vor nur 1.000.000 Jahren einen gemeinsammen Vorfahren hatten variiert gewaltig.

Ja und? Es variiert, aber es ist instinktiv angeboren, bei den meisten. Verhaltensweisen wie Brutpflege, Sexualtrieb, Angst, verteidigung usw sind (bei den Meisten! Sicher gibt es irgendwo auf einer Insel, deren Namen ich nicht kenne, eine Tierart von der ich noch nie was gehört habe, die etwas tut, was ich mir jetzt nicht vorstellen kann :) ) fest verankert. Wieso sollte es beim Menschen, laut Evolutionstheorie auch ein "Tier" anders sein, zumal angeborene Fähigkeiten überall in der natur vorkommen?

susu


gesamter Thread:

 

powered by my little forum