Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Eine humanistin, Thursday, 09.02.2012, 23:03 (vor 5156 Tagen) @ Robert

Ich pick mir nur immer wieder ein paar Einzelpunkte raus ;)

ich erlaube mir ein selbiges, wiel eigentlich sollte ich schon seit Stunden arbeiten und kanns nur wieder nicht lassen wenn ein gutes gespräch droht - Laberfach halt :-)

In der Schweiz z.B. war das Wahlrecht an die Wehrpflicht gekoppelt. Erst
als die drohende Wehrpflicht von den Frauen weggenommen war, haben sich die
letzten Frauenvereine, die gegen das Wahlrecht für Frauen waren, dann
endlich dazu bereit erklärt, das Wahlrecht für frauen zu akzeptieren.

Tja, und wer hat die Wehrpflicht entkoppelt? Die inkonsequenten Männer? und was für Gründe sprachen dafür das dann doch zu tun - muß doch irgendein Vorteil für sie anderweitig rausgesprungen sein, sonst nötigt man doch sowas nicht auf? Was war der Deal?

BTW: man sieht, Frauen mussten sich das Wahlrecht gar nicht erkämpfen, es
wurde ihnen geradezu aufgenötigt ...

Manchmal ja - das war von Land zu Land aber sehr verschieden!

Und jetzt beantworte deine Frage aus männlicher, maskulistischer,
antifeministischer Sicht mal selber ...

Ich bin gegen Wehrpflicht an sich, die hätte auch für Männer schon lange abgeschafft gehört gehabt - stets eine Benachteiligung des Mannes! Warum haben die regierenden die Koppelung nicht durchgehalten? sex-entzug der beleidigten Alten daheim? So triebgesteuert kann ein Mann doch gar nicht sein. Also war wohl doch ein Vorteil damit verbunden der den Verlust der kopplung aufwog, oder? Also wars win-win für Beide - ist doch schön? Dann auch noch die Wehrpflicht für Männer weg - und wir hätten alle mehr Stück vom himmel und weniger Hölle für alle!

Und heute, wo ihnen alles offensteht, studieren Frauen in der Mehrzahl
"Laberfächer". Die viele "Kapazitäten" fehlen doch überall in den
"harten" (Natur-)Wissenschaften.
Rein quantitativ ist dieses Argument widerlegt.

1.) Die in unserem System derzeit bestbezahlten und damit anscheinend auch hochangesehendsten Berufszweige sind die mit Geld verbundenen: Finanzwesen, versicherung und Co... Da studieren annähernd 50:50 und arbeiten annähernd 50:50, wo die Kohle ist wollen schließlich alle hin.. aber unter 10% der frauen kommt an die Spitze. erklärt sich das nur mit fehlendem Können?

2.) das geisteswissenschaftliche Fächer als "Laberfächer" abgetan werden könnte sich langfristig als Schuß nach hinten herausstellen. Sehr viele (meist männliche) Kulturhistoriker, Wirtschaftsfachleute usw usf beklagen diese Abnahme des Ansehens dieser Themengebiete die einen sehr großenw ichtigen Faktor ind er produktionswelt darstellen können. Sind bei uns (deutschland) "laberfach"-Absolventen anschließend meist arbeitslos, im Lehramt, im universitären bereich oder fachfremd angestellt reißen sich in anderen Ländern große Unternehmen um solche "Querdenker" in vielen Positionen in vielen Branchen. Deutschland, das Land der Dichter und Denker, zollt der Wichtigkeit solcher Themen imho extrem wenig Aufmerksamkeit!

3.) Die "harten" Naturwissenschaften sind wirklich hartes brot. Daß Frauen da nicht alle Kapazitäten nutzen ist wahr, vielelicht sind viele tatsächlich nciht so interessiert an den Thematiken wie viele Männer, ich will ja auch nicht alle Männer in die Schwesternschule zwingen - da fängt das problem aber oft schon ind er Schule/den Eltern/derErziehung/dem Umfeld an... jetzt wirklich ungelogen, folgende Szene hat sich vor ungefähr einem jahr in einem Kaufland direkt neben mir abgespielt: Kleines Mädchen (ca 4) steht vor den Spielzeugregalen wo Feuerwehrautos, Polizeizeugs, Motorräder und so stehen. Total interessiert, nach ein paar Sachen auch gegriffen und angefasst. Kommt der vater vorbei: "komm da weg, das interessiert Dich eh nicht als Mädchen, da drüben sind die Puppen" - ich dachte ich höre nicht recht! Und wenn dieses Mädchen auch nur ein wenig angeborenes Interesse an sowas hat und geringes talent wird es der gerantiert von den altern von Anfang an richtig schwer gemacth da auch nur irgendwas zu entwickeln - denn klar, mit enorm viel Fleiß kann man fast jeden Vorsprung auch mal wieder aufholen. Aber persönlichkeit als allererstes formt sich in den ersten lebensjahren - ob sich dieses Kind mit 12 jemals wieder einen technikbaukasten wünscht - ich befürchte nicht!

Das ist nur ein krasser Einzelfall, auch das weiß ich, aber es beweist: das gibts wirklich noch, sogar bei jungen eltern! Und das macht viel kaputt, dessen bin ich mir echt sicher!

(BTW: ich bin trotzdem aber aus anderen Gründen dafür, daß alle nach
Möglichkeit studieren können, wenn sie wollen und es schaffen. Ich bin
dagegen, daß man die Anforderungen runterschraubt)

Jupp!

verdienen für die gleiche Tätigkeit weniger"
Werd mal konkret. M.M.n. sind diese Punkte alle reine Propaganda.

Da werde ich dann mal in diesem einen Punkt genauer weil die Vorbereitung dazu schon vorher im text bei mir aufgetaucht ist. Wenn man die gaaanz nackten Zahlen vergleicht wird die Spanne nicht mehr so groß sein wie noch vor jahren. Bei 23% lag die offizielle Zahl mal, mittlerweile sind wir bereinigt um einige Faktoren bei offiziell 8% Einkommensunterschied angekommen. Dabei werden aber die Vor-Faktoren wie ich finde unzulässig ausgeblendet! Wie: berufswahl der frauen. So viele kleine Ursachen in erziehung und Umfeld die die frau dann doch eher Deutsch-LK als Mathe-LK wählen lassen und den Mann genau andersherum (gesellschaftliche erwartungshaltung). So viele gründe die frauen vermehrt in sozialen jobs ansiedeln (Lebensumstände) bzw Männer sich selbiges nicht trauen lassen (soziales umfeld). so viele gründe warum man nem Mann lieber den Führungsjob gibt als der frau (siologisch/wirtschaftliche Vorurteile). und unterm Strich hat sie bei genau derselben Qualifikation und demselben Job tatsächilch dieselbe bezahlung - aber dorthinzukommen macht es ihr die realität definitiv nicht einfacher!

Ich sage nicht daß da ne Quote wirklich hilft. Endloses Lamentieren auch nicht. Aber das auszublenden nur weil man eine statistische Größe bereinigen kann - das ändert nciht die Lebensrealität der Frau die genau darunter litt! Und wenn man von mir verlangt den geschröpften geschiedenen Mann zu verstehen (was ich glaube ich wirklich tue!) obwohl Altersarmut statistsich zunehmend ein problem von frauen und nicht Männern ist, dann verlange ich auch daß der Mann diese frau versteht - egal was die große Statisktik sagt! Weil nur mit diesem Verständnis im Hinterkopf auf beiden Seiten bewegt sich ganz ohne Quoten das wa sso wichtig zu bewegen wäre: die Haltung der Menschen allgemein untereinander. Dann versteht der nächste Vater wenn er das gelesen UND verstanden hat daß seine Tochter vielleicht wirklich Auto spielen will und wenn sie dann Ihren maschinenbauingenieru geschafft hat hat er sie auf dem Weg dahin pro-aktiv unterstütz und einen Leidensweg weniger nötig gemacht! Und dann versteht vielleicht auch die kleinbürgerliche Mutter daß es keine Schande ist wenn ihr Sohn "was soziales" anstatt "was richtiges" machen will, und gibt ihm auch mal Kraft wenn seine Kumpels ihn dafür verarschen - und einer mehr tritt auch für diese Form von Gleichberechtigung ein und eines Tages ist es nicht mehr nur normal daß auch da mehr Männer sind, sondern der Job auch wieder so angesehen ist daß alle die darin arbeiten wieder anständig verdienen!

DAS sins meine Visionen. Ach.. vielleicht hatte der eine poster der mich hoffnungslos naiv genannt hat doch recht... ichw eiß daß wir das alle noch lange nciht erleben werden... aber sorry, das hat mich gerade mitgerissen...

Und nebenbei: eine Frau ist nicht deshalb unterdrückt, weil es vor vielen
Jahren (Jahrhunderten) oder bei irgendeinem Naturvolk eine bestimmte
Unterdrückung gegeben hat.

Ack. Ich rede auch nicht primär von Unterdrückung an sich: ich rede davon daß Rollenaufteilungen, die vor Jahrhunderten oder beim Naturvolk durchaus sinnvoll waren damals keine waren - nur wenn man sie aus gewohnheit heute beibehält wenn keine Notwendigtkeit mehr dazu besteht, und das entgegen des Wunsches des unter der Rolle "leidenden", dann wird eine unterdrückung draus. Konkret in dem Fall zum beispiel: der Mann als "Kanonenfutter"... Krieg an sich ist für den Arsch. Wenn man aber einen führen "muß" gibt es mittlerweile genug fernkampfmethoden wo es mitnichten auf körperliche Kraftanwendung ankommt und der stärkere Muskeltonus des mannes spielt keine Rolle mehr, heute schwingt keiner mehr die massive Eichenkeule - warum müssen überwiegend Männer sich abknallen lassen? Diskriminant. Eigentlich bin ich für die Wehrpflichtabschaffung für alle - oder jeder muß ran. Punkt.

Tipp: mit den richtigen Namen "Gesterkamp" und "Rosenbrock" suchen.

Danke für die Aufklärung.

Gruß!


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