Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Solanas, Emma & Co.

Der Bachelor, Monday, 17.05.2004, 22:39 (vor 7935 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Re: Strafverfahren gegen Frauen für Frauen e.V. wg. Volksverhetzung von Magnus am 17. Mai 2004 18:49:57:

Schon richtig. Dennoch: Die Leute wachen halt erst dann auf, wenn die Mißstände offensichtlich werden, wenn es ihnen also wie Schuppen von den Augen fällt. Das hat nichts mit Zynismus zu tun, sondern ist eine empirische Tatsache.
Mag sein. Dennoch halte ich es für falsch, seinen "Feind" zu pflegen und zu schonen, nur um mehr allgeinen Zuspruch zu erhalten - das macht einen doch unglaubwürdig in der Sache selbst.
Magnus

Von Feind schonen hatte ich nichts geschrieben. Es ging lediglich um die bekannten Schwierigkeiten, Leute für ein sie betreffendes Problem zu mobilisieren, dessen Wahrnehmung durch eine Ideologie verzerrt ist.
Es ist gewiss ein zweischneidiges Schwert. Einerseits benötigt man scharfes Material, um den Wahnsinn zu enttarnen (und damit erst die Leute zu mobilisieren), andererseits sollte man den Anfängen wehren.
Konkret halte ich deine Aktion für gut, weil sie dazu geeignet ist, ein tabuisiertes Thema zur Diskussion zu stellen. Wenn man allerdings bei jeder Kleinigkeit den Gesetzgeber bempüht, das wär nix. Mit Kleingeistigkeit kann ich nichts anfangen. Im Fall Solanas, der in den Foren mit schöner Regelmäßigkeit zur Sprache kommt, ist es wohl so, daß die unterschiedliche Behandlung ist, die viele Männer dabei nervt. Kaum jemand dürfte sich durch diese Schriften bedroht fühlen, aber: Versuche du als Mann ein solches Werk zu publizieren und bei Nachfrage als Satire zu deklarieren! Da wird die Scheinheiligkeit offensichtlich. Wer immer alles durchgehen läßt, darf sich über diverse Auswüchse dann nicht wundern.
Wenn nun den zahlreichen Emanzen signalisiert wird, daß ihnen nicht mehr jeder Schwachsinn unwidersprochen bleibt, kann das auch zu einer Veränderung des geistigen Klimas hierzulande beitragen. Dazu braucht es aber gewaltige Menge an Gegenwind, sonst läuft es einfach etwas subtiler weiter und konkret ändert sich nichts.
Wieso z.B. hat die Emma immer weniger Zulauf, wie du weiter oben schreibst? Ganz einfach deshalb, weil ihr Gedankengut von immer mehr "normalen" Frauenzeitschriften aufgegriffen wurde; daß Frauen rethorisch besser sind, daß sie die besseren Chefs sind, daß sie besser mit Geld umgehen usw. das kannst du heute in jeder Joy, cosmopolitan, freundin etc. nachlesen. Die Differenzierung ist weitgehend verlorengegangen.
Wichtig ist halt daß die Männer mal endlich auf den Tisch hauen. Man merkt es schon an diesem Forum, daß die Teilnehmer nicht weniger werden, sondern eher mehr. Woran mag das bloß liegen? Am Ende daran, daß der Feminismus ein geistiges Klima geschaffen hat, von dem immer mehr Männer die Nase gestrichen voll haben?

Grüße,
der Bachelor


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