Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Beruf, Kinder und Karriere

Sebastian, Friday, 20.02.2004, 17:37 (vor 8021 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Beruf, Kinder und Karriere von Emmalein am 20. Februar 2004 15:13:58:

Hi, Sebastian,
entschuldige, aber das was Du da schreibst, ist Blödsinn!
Es gibt sehr wohl grosse Unterschiede zwischen individuellen und gesellschaftlichen Vorteilen. Es kann für mich als Individuum ein Riesenvorteil sein, keine Steuern zu zahlen und schwarz zu arbeiten. Aber es schädigt letztlich die Gesellschaft.

nun was genau ist ein gesellschaftlicher vorteil? ich meine ist ein gesellschaftlicher vorteil das die gesellschaft überlebt? wenn ja warum?
wo ist der beweis, das ist nur eine behauptung.

Unter einem gesellschaftlichen Vorteil verstehe ich, dass es,wenn dies von allen Individuen getan wird, dem Kollektiv einen Vorteil bringt, der individuell durchaus mit Nachteilen verbunden sein kann. Es bringt beispielsweise dem Kollektiv einen Vorteil, wenn jeder Bürger brav seine Steuern zahlt, weil dann kollektive Aufgaben gemeinsam finanziert werden können. Das bringt zwar auch dem Individuum einen Vorteil, aber der Gesamtheit der Individuen auch.

du beantwortest meine frage nicht. du behauptest nur z.b. "Unter einem gesellschaftlichen Vorteil verstehe ich, dass es,wenn dies von allen Individuen getan wird, dem Kollektiv einen Vorteil bringt, der individuell durchaus mit Nachteilen verbunden sein kann.", du verwendest in der definition schon wieder den vorteil selbst. was ist nun ein vorteil? wann ist etwas vorteilhaft und wann nicht?

Kinder zu haben hat den kollektiven Aspekt, dass man später Menschen hat, die die Älteren versorgen, entweder professionell (als Altenpfleger) oder nicht professionell (als Mütter, die ihre Mütter und Väter pflegen). Auch finanziell sorgen die Kinder für das Kollektiv der Alten. Kollektiv, weil nicht jeder Mensch Kinder hat. Auch die, die keine Kinder hatten werden von den anderen Mitgliedern des Kollektivs mitversorgt, selbst, wenn sie dafür kaum Geld haben (Sozialsystem).
Individuell aber kann etwas, das für das gesamte Kollektiv einen Vorteil bedeutet, dennoch mit vielen Nachteilen verbunden sein. Wenn der eigene Anteil am kollektiven Vorteil marginal gesehen wird, aber der eigene Anteil am individuellen Nachteil als enorm hoch, und es zusätzlich keinerlei "Bestrafung" für negatives Handeln gibt, ist die Gefahr gross, dass der individuelle Nachteil als sehr hoch eingeschätzt wird und das, was für das Kollektiv als Ganzes Vorteile bringt, nicht getan wird.
Dafür gibt es in der VWL die Bezeichung des Gefangenen-Dilemmas: Mehrere Verbrecher wurden erwischt. Es gibt keine Beweise. Die Verbrecher haben die Straftat gemeinsam begangen und sind alle einzeln eingekerkert. Sie können sich also untereinander nicht absprechen. Nun wird jedem Gefangenen gesagt: Du bekommst nur die Hälfte Deines Strafmasses, wenn Du Deine Mit-Verbrecher belastest, indem Du gegen sie aussagst.

auch das ist alles unsinnig, ohne zu wissen was ein vorteil ist. ist es nun ein vorteil im knast zu sitzen oder nicht? die meisten würden wohl sagen es ist kein vorteil im knast zu sitzen aber auch das ist kein beweis. das einzige was das zeigt ist "die meisten menschen würden sagen das es kein vorteil ist im knast zu sitzen".

Kollektiv wäre es ein Vorteil,wenn alle nicht aussagen würden, denn es könnte keiner belastet werden und alle blieben straffrei. Individuell jedoch stellen die Gefangenen folgende Überlegung an: Ich weiss nicht, ob mein Mit-Verbrecher gegen mich aussagt. Wenn er es tut, sitzt er nur die Hälfte der Zeit, und ich die ganze. Wenn er es nicht tut, können wir beide nicht verknackt werden. Wenn ich nicht aussage, sagt er vielleicht aus. Wenn wir beide aussagen, sitzen wir die Hälfte der Zeit drin. Ich muss davon ausgehen, dass der Andere sich von der Aussicht, die Hälfte der Zeit nur zu sitzen, verlocken lässt, und sich die Beute allein unter den Nagel reisst. Also werde ich aussagen.
So ählich läuft das auch in diesem Fall ab. Es ist gesamtwirtschaftlich ein Vorteil, wenn wir Kinder haben. Die Kinder zahlen später die Rente und versorgen uns alle. Ohne dass wir im Alter Unterstützung durch die jeweils aktive Generation bekommen, können wir nicht überleben.

auch hier, warum ein vorteil? ist überleben ein vorteil? ist es ein nachteil, wenn ja/nein warum?
ich sage der vorteil entsteht allein aus dem willen heraus aus nichts anderem.

Aber die individuellen Kosten für die Frauen sind hoch, zu hoch für viele: Verzicht auf eigene sichere Altersrente, Verzicht auf Einkommen, Verzicht auf Unabhängigkeit, Verzicht auf viele Sicherheiten, Verzicht auf Jobmöglichkeiten, vor allem, wegen unsere schlechten Lage der Kinderbetreuung in D. Ökonomisch individuell betrachtet sind also Kinder für Frauen ein Verlustgeschäft.

ein verlustgeschäft mhm das ist schon eine etwas griffigere aussage. ein verlustgeschäft für die frau sagst du, das ist recht einfach. es ist ein verlustgeschäft unter bestimmten vorraussetzungen und unter bestimmten ist es keines.
dazwischen pegelt es sich dann ein. wenn z.b. keine frau kinder kriegt geht alles den bach runter, von daher wird es sich nicht dort einpegeln. kriegen alle kinder sind wohl zuviele frauen unzufrieden (weil sie selbst weniger geld haben als sie hätten können) und es pegelt sich nicht dort ein. stattdessen pegelt es sich bei "manche kriegen kinder" und "manche kriegen eben keine ein", denn nur dann ist der wirtschaftliche verlust und gewinn optimal.

Somit wird nicht das getan, was für das Kollektiv vernünftig wäre, sondern as, was unter individuellen Gesichtspunkten vernünftig ist.

Verstehen meinte ich eher im intellektuellen Sinne von Begreifen, was die überhaupt sagen wollten. Ich denke, daran haperte es bei Dir bestimmt häufig.

intellektueller sinn von begreifen. was ist denn die intellektuelle auffassung von begreifen?
wenn ich dich frage "a + b = c" und dann noch die natürlichen zahlen definiere und dich dann frage was ist "2 + 2" und du sagst "4", würdest du dann sagen das du intellektuell begriffen hast? wenn ja, dann frage ich dich woher weisst du das dass was ich sage so gemeint ist wie ich es sage?
kannst du dir sicher sein irgendetwas zu verstehen?
woher weisst du das mein "richtig" auch "richtig" heisst?
dann geh doch mal ein wenig auf das begreifen ein, da ich selbst wohl nicht "begreife" (was auch immer das nun ist) musst du mir noch etwas helfen.


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