Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Beruf, Kinder und Karriere

reinecke54, Wednesday, 18.02.2004, 12:36 (vor 8024 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Beruf, Kinder und Karriere von Emmalein am 18. Februar 2004 09:42:24:

Gehen wir aber mal davon aus, dass es Männer gibt, die im Scheidungsfall nicht zahlen (wie viele, ist ja, wie bereits beschrieben, schwer herauszubekommen!). Dann heisst das, dass man als Frau immer damit rechnen muss,entweder zur Sozialhilfeempfängerin zu werden oder irgendwann für die lieben Kleinen allein aufkommen zu müssen.

Da weiss ich ehrlich gesagt nicht, wie das gehen soll - dass ein Mann
den Unterhalt nicht zahlt. Die meisten Maenner sind abhaengig
beschaeftigte. Wenn der nicht am Monatsende den vollen Unterhalt
ueberweist, kann die Frau innerhalb weniger Stunden sein Gehalt
pfaenden lassen (hab ich selbst im Bekanntenkreis erlebt). Das kostet
nur ein Fingerschnippen.

Ich glaube, dass es viele Männer und Frauen gibt, mehr als man denkt, die gerne beides möchten: Beruf und Familie. Und ich glaube, dass dies auch mit anderen Betreuungsregelungen machbar wäre. Aber die sind darum nicht bezahlbar, weil die Steuereingänge fehlen. Und die Unternehmen, die von den besser ausgebildeteten Kindern später profitieren würden, wegen höherer Produktivität und besseren Lehrlingen, sind nicht bereit, in die Ausbildung dieser Kinder zu investieren. Darum suche sie sich selbst aus, wieviel Steuern sie bezahlen.

Also, so einfach ist das nicht: sich auszusuchen, wieviel Steuern
man zahlt. Aber in der Tat koennten zumindest groessere Firmen
Kinderbetreuung fuer ihre Mitarbeiter organisieren - die Kosten
koennte man locker bei Roland Berger einsparen ;-).

Und gerade in dem Bereich gibt es politisch eine Menge zu tun, und zwar für Frauen und Männerrechte. Männer brauchen ein verbrieftes Sorge- und Umgangsrecht für die Kinder, das in jedem Fall (ausser in absoluten Ausnahmefällen, also wenn dem Kind Gefahr für Leib und Leben droht, wenn es der Mann (das muss aber auch für die Frau gelten) zu sich nimmt. Und allgemein muss dafür gesorgt werden, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser geregelt wird, wie etwa in unseren Nachbarländern Frankreich und England.

Richtig! Es ist immer gut, auch ueber den Tellerrand zu schauen statt
im eigenen Provinzialismus zu versauern. Obwohl ich laengere Zeit
in den USA gelebt & gearbeitet habe, weiss ich nicht, wie da die
Kinderbetreuung organisiert war. Jedenfalls waren die (wenigen)
Kolleginnen schon wenige Monate nach der Geburt wieder am Job.
Es koennte also auch sinnvoll sein, sich Anregungen aus den USA
zu holen. Es muss ja nicht nur Europa sein.


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