Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Beruf, Kinder und Karriere

Manfred, Wednesday, 18.02.2004, 00:30 (vor 8024 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Beruf, Kinder und Karriere von Emmalein am 17. Februar 2004 17:49:13:

Bis jetzt kenne ich kaum MÄnner, die bereit sind, eine Weile aus dem Beruf auszusteigen und ihre Karriere derart in den Hintergrund drängen zu lassen. Es wird auch von der Gesellschaft weniger akzeptiert und es wird dem Mann ,der das will, auch schwerer gemacht (inkl. Wiedereinstieg und Teilzeittätigkeit), weil es eben kaum genutzt wird. Und die MÄnner sind ja damit grösstenteils ganz zufrieden, sonst würden sie ja für mehr Teilzeitarbeitsplätze demonstrieren. Tun sie aber nicht. Mütter-Demos für mer Kindergartenplätze gab es aber schon!

Wieder so eine Sache... Ich stimme Dir schon teilweise zu, aber auch hier Vorsicht mit der Reihenfolge der Zusammenhänge. Ein mann muß nunmal bis ins Rentenalter damit rechnen, dass er im Zweifelsfall für die Familie auzukommen hat. Nicht als zubrot, nicht als Hobby oder Lust an der Karriere, es wird gesellschaftlich eingefordert, nach wie vor!

Ich möchte nicht wissen wie hoch der Prozentsatz der Frauen mit dem dummen Gesicht wäre, wenn -heute auf morgen- die Kinderbetreuung durch den Mann und das pflichtgemäße "Ernähren" der Familie durch die Frau etabliert würde.
Zuviele "emanzipierte" Frauen gehen davon aus, dass es ganz nett ist "die möglcihkeit zu haben" egal wozu, aber dden Wechsel in der innerfamiliären Rollenverteilung als lebenslange als Pflicht durchzuziehen, gefällt ihnen auch nicht. Muß es da wundern, wenn nicht alle Männer gleich Feuer und Flamme sind, die Rolle anzunehmen, die Frauen für sich als ablehnenswert entdeckt haben?

Männer können rein rechtlich betrachtet auch in den Erziehungsurlaub. Rein rechtlich betrachtet können sie auch Teilzeitstellen besetzen. Aber sie tun es nicht. Und sie wollen es auch nicht. Weshalb nicht? Vielleicht, weil sie wissen, dass das einen Karriere-Knick bedeutet, der sie für immer in gewisser Weise abhängig macht von ihrem Partner?

Zu einem Teil doch verständlich, zum andern Teil stimme ich Dir aber zu.
Es ist eine Sache beider Seiten.

Ich halte nicht viel vom Egoismus-Vorwurf. Es kann sehr viel weniger egoistisch sein, kein Kind zu bekommen...

Da hast Du meine Zustimmung auch. Es ist wieder so eine doch etwas typisch deutsche Sau, die man durchs Dorf treibt. Das Phänomen für den Universal-Sündenbock, der unbedingt her muß, immer und überall.
Ich halte es aber für irgendwo auch schäbig, wenn eine Gesellschaft kinderfeindlich im großen Stil ist, sich aber just dann bequemt umzudenken, wenn der eigene Geldbeutel im Alter in Gefahr ist.

Man darf auch nicht vergessen, dass Deutschland eines der am dichtest besidelsten Länder weltweit ist. Das Boot ist (mehr oder weniger) voll, auch ohne Ausländer. Zugegeben, keine schöne perspektive, aber unbestreitbar. Wenn nicht jetzt, dann in wenigen Generationen!
Zu glauben, man könne sich aus dem Rentendebakel kurz mal einfach so herausbumsen (sorry) hat nicht kapiert was für ein empfindliches Pflänzchen nachhaltige Familienpolitik überhaupt ist, für Gesellschaftspolitik im allgemeinen gilt das noch mehr.

Die Sache mit dem Wehr- und Zivildienst hat sich nach spätestens zwei Jahren erledigt.

Das ist natürlich Unsinn, denn die zwei Jahre bekommt mann nicht wieder zurück. Das wäre etwa so, als wäre eine Vergewaltigung nur solange zu ahnden, solange der Peiniger sein Hose noch nicht wieder angezogen hat.

Der Nachteil, wegen des Frau-Seins einen Job nicht zu bekommen, nicht. Der bleibt das ganze Leben! Es sei denn, Du machst eine Geschlechtsveränderung.

Von wegen! Da scheine ich dann wohl mehr Verständnis für Minderheiten zu haben. Tatsächlich ist eine von siebn Frauen, die ich jemals eingestellt habe eine M-->F Transsexuelle (und die beste Programmiererin die ich je gesehen habe).

Ältere Frauen haben es aber noch schwerer, Jobs zu kriegen, denn in vielen Frauenjobs wird auch das Äusserliche mitbewertet, so dass vor allem die Jugend der Wert ist, dem Tribut gezollt wird. Auch ältere Männer haben es schwerer einen Job zu finden, aber bei Frauen ist das ganz hart, vor allem bei Bürojobs.

Das ist vermutlich so, und es ist in beiden Fällen ein bedauerlicher Mißstand.

Gruß,
Manfred


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