Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Der Erfolg ist der Römer Untergang.

Rüdiger, Thursday, 28.10.2004, 22:06 (vor 7769 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Der Erfolg ist der Römer Untergang. von Andreas am 28. Oktober 2004 12:28:59:

Deshalb: ES GING IHNEN ZU GUT! Der Erfolg ist der Römer Untergang.

Interessanter Vergleich! Darüber mußte ich auch schon mal nachdenken. Ich glaube aber eigentlich nicht, daß es den Römern "zu gut" ging. Das traf vielleicht auf eine bestimmte Schicht zu, aber sicher nicht auf alle Römer. Der demographische Faktor war auch nicht unbedingt die ausschlaggebende Ursache, die zum Untergang des römischen Imperiums führte - angesichts der Tatsache, daß die römische Bevölkerung nur einen minimalen Prozentsatz der Reichsbevölkerung ausmachte. Da gab es sicher eine Vielzahl von Gründen: Uneinigkeit innerhalb der politischen und militärischen Führung, wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen mit katastrophalen Folgen. Truppenverbände, die nicht auf den Staat, sondern nur noch auf den jeweiligen Feldherren vereidigt wurden - um dessen persönlichen und kurzsichtigen Interessen zu dienen. Durch die Übergröße des Reiches war eine effiziente Verwaltung überhaupt nicht mehr möglich, was dann am Ende zu einer Verwaltungsteilung führte. Um Steuern zu sparen, wurde die Verwaltung von Reichsgebieten auf Pächter übertragen, die ihre Gebiete gnadenlos auspressten. Die Verres-Reden von Cicero dokumentieren hervorragend die Habsucht und Korruption auf höchster politischer Ebene. Mangelnde Reformbereitschaft war sicher auch ein Grund für den Zusammenbruch des Reiches.

Die Steuerpächter waren ein Phänomen der ausgehenden Republik, das wurde in der Kaiserzeit abgestellt. Aber ab 160 n. Chr. war das Reich halt in einen (fast) Dauerkrieg an zwei Fronten eingespannt: Gegen die Germanen im Norden und gegen die wiedererstarkenden Perser im Osten. Dieser dauernde Zweifrontenkrieg war einfach zu viel ....

Gruß, Rüdiger


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