Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Aber ich kenne die Lösung

XRay, Thursday, 28.10.2004, 21:48 (vor 7769 Tagen) @ Mischa

Als Antwort auf: Aber ich kenne die Lösung von Mischa am 28. Oktober 2004 14:27:50:

Hi Ruth,

Leider ist unsere Welt ein kleines bisschen komplizierter. Wir brauchen modernere Lösungen. Ich kenne sie nicht.

Wir Franzosen haben eine Methode zur Lösung gefunden. Okay, ich war es nicht, ich gebe es nur weiter. Also, in France zahlen Familien kaum Steuern, Geschiedene werden wie Verheiratete besteuert, jedenfalls dann, wenn sie Unterhalt leisten und es gibt ordentlich Kohle für Kinder.

Scheidung ist in France kein Finanzthema, das erleichtert vieles. Frauen stehen fast alle Berufswege offen und ohne Kinder kommt man eh nicht in eine Führungsposition, das ist Konsens. Wir Franzosen können uns fast alle ein Eigenheim leisten, weil der Staat die Gründstücke preiwert hält. Okay, Paris ist ne Ausnahme, da ist es halt übervoll, aber in der Provinz kann sich ein Kellner mit 3 Kindern locker ein Haus leisten. In D geht das nicht. Eine französische Mama mit 3 Kindern arbeitet selbstverständlich Vollzeit und die Väter nehmen ihren Kinderurlaub auch wie selbstverständlich. Sollte mal ein Kind krank sein, Anruf beim Kindernotdienst genügt und eine Tagesmutter steht sofort bereit. Würde ich meine Kinder zu mir nehmen, hätte ich Anspruch auf 80% Kostenübernahme einer Tagesmutter. Kinder und Job sind bei uns kein Problem und Kinder sind kein Armutsrisiko, sondern bedeuten Wohlstand.
--------
Keine Ahnung, ob das in Frankreich tatsächlich alles so problemlos
ist, wie du das darstellst, aber..
ich denke, daß da gute Ansätze drin sind. Wesentliches Problem
für Männer in DE ist heute, daß sie mit Ehe und Kindern enorme Risiken
eingehen. Kommt es zur Scheidung, schlägt das in viellerlei Hinsicht
zu Buche. Das Einkommen schrumpft durch höhere Steuern und daraus sollen
dann zwei Haushalte finanziert werden, die Exfrau und die Kinder unterhalten werden.
Die Kindesunterhalte belaufen sich auf Beträge, die in der Ehe
nie und nimmer für Kinder aufgewandt wurden usw.. und last but not least
verlieren Väter häufig dann auch noch den Kontakt zu ihren Kindern.
Mitunter können sie sich den nicht leisten, werden daran gehindert,
oder die Kinder werden aufgehetzt usw...
(NEEIN liegt natürlich in der Regel an den bösen Vätern selbst, jedenfalls
nach feministischer Perspektive. Um dieses Ergebnis zu erhalten braucht
man auch nur Mütter zu befragen..)
Ich denke, daß der Einfluß der Männer auf die geringe Geburtenrate
unterschätzt wird. Immerhin braucht es aber.. mitunter ..auch irgendwie
noch Männer die sich Kinder antun (wollen). Männer, die die Risiken kennen,
lassen es besser.
Und Frauen.. die bekommen ohnehin eingetrichtert, dass sie sich mit
Ehe nur abhängig machen usw.. naja.. dann passt es am Ende wieder.
Frauen wollen keine Kinder, Männer auch...
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Es ist einfach, man muß nur wollen.
Mischa....aus dem Land der Liebe

Das war -soweit ich mich erinnere- der erste Beitrag von dir,
der mir sinnvoll erschien. Leider ist mein französisch nicht besonders,
sonst würde ich mal etwas näher nachschauen, was da so dran ist.


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