Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Noch etwas zum Thema "Beliebigkeit"

Paul, Thursday, 28.10.2004, 19:54 (vor 7769 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Logisch.... von Paul am 28. Oktober 2004 16:30:50:

Noch eine Ergänzung:

Wie ich gerade dargelegt habe, halte ich ja gerade die "Beliebigkeit" nicht für bekämpfenswert, sondern gerade für eine der Grundvoraussetzungen für gesellschaftliche Entwicklung und Wohlstand - und vor allem als Grundvoraussetzung für individuelle Freiheit. Das funktioniert aber nur solange, solange neben dem chaotischen Element "Beliebigkeit" auch ein ordnendes, selektives Element existiert bzw. seine Wirkung entfalten kann. Genau das ist m.E. zum Beispiel beim Feminismus nicht mehr der Fall. Der Feminismus - als Ideologie, die längst über ihre ehemals gerechten Ziele hinausgeschossen ist - wäre von der Weltgeschichte (und eben nicht von einer lenkenden Institution!) vemutlich schon längst ausselektiert, würden diverse Staaten nicht ihre schützenden Hände über diese Ideologie halten. Man kann sich das im Prinzip als eine Art von "ideologischem Biotop" vorstellen - ganz ähnlich, wie Kohlezechen in Deutschland nur noch in einem durch Subventionen geschaffenen "wirtschaftlichen Biotop" existieren können.

Die Beliebigkeit von Ideen und Wertvorstellungen ist nicht das Problem. Das Problem ist nur der Unwillen, überholte oder sich inzwischen als falsch erwiesene Ideen zu verwerfen - oder noch schlimmer - sie künstlich am Leben zu erhalten. So ähnlich wie wirtschaftliche Subventionen zur Fehlallokation von wirtschaftlichen Resourcen führen, so führt der staatliche Schutz überholter Denkweisen zu einer Fehlallokation von intellektuellen Resourcen - neben den anderen, in diesem Forum immer wieder diskutierten Effekten im konkreten Fall des Feminismus.

Gruss,
Paul


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