Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Logisch....

Max, Thursday, 28.10.2004, 18:49 (vor 7769 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Logische Inkonsistenz von Paul am 28. Oktober 2004 13:40:42:

Hi Paul,
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...Ja, ich habe eine Lösung: Das Leben freigeben! Bedingungslose Rückübertragung von Verantwortung vom Staat auf den Einzelnen. Grundsätze definieren, die sakrosankt zu sein haben und nicht zur Disposition stehen. (Daß Frauen gefälligst Kinder zu kriegen haben - no matter what - wäre der erste....)
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Diese Denke ist bemerkenswert inkonsistent. Wenn Du Verantwortung vom Staat auf das Individuum zurückübertragen willst, dann ist das schon gut (absolute Zustimmung meinerseits). Aber das verträgt sich nicht mit dem den "sakrosankten" Grundsatz, daß Frauen Kinder zu kriegen haben.

...doch, verträgt sich - vorausgesetzt, daß du mir in den anderen Teilen, die ich genannt hatte, folgen kannst, als da wären:
1. Der Rahmen, innerhalb dem Verantwortung zurückgegeben wird.
Wenn wir uns entscheiden, einen gesellschaftspolitischen Fehler zu korrigieren, dann deswegen, weil wir die Zukunft im Blick haben. Es ist völlig sinnlos, sich gestalterische Gedanken über eine Zukunft zu machen, die ohnehin von einem anderen Kulturkreis als demjenigen, in dem man selbst lebt und denkt, gestaltet und bestimmt werden wird. Das wäre also der grobe Rahmen für unsere Überlegung.
Ein Teil dieses Rahmens wird also aus der Einsicht bestehen, daß Kinder - für eine Zukunft, die wir noch selbst gestalten wollen - zwingend notwendig sind. Von daher kann unsere Reproduktion nicht von der Frage abhängig gemacht werden, ob Frau sich zum Gebären aufgelegt fühlt oder nicht. Das ist ja gerade der Unterschied: Ich will Verantwortung auf das Individuum zurückverlagern, nicht Verantwortungslosigkeit. Es gibt eben Dinge, die partout nicht verhandelbar sind. Freilich kann man über alles mögliche verhandeln - aber erst, wenn das Grundsätzliche gesichert ist.

Denn ein freies Individuum muss alles tun und lassen können, solange es nicht andere Individuen(!) schädigt. Die einzige Rechtfertigung für eine "Pflicht zum Kinderkriegen" wäre allerdings, daß ansonsten die Gesellschaft - sprich der "Staat" - geschädigt wird. Das ist allerdings eine klassisch kollektivistische Begründung, die mit der Idee eines liberalen Individuums vollkommen unvereinbar ist.

...2. Es bringt uns nichts, hier der Ästhetik einer puristischen Gedankenlehre nachzuhecheln. Warum soll ich nicht etwas klassisch kollektivistisch begründen, wenn ich damit mehr Verantwortung für das Individuum (und damit zusammenhängend mehr Freiheit...)begründen kann?
Außerdem: Wenn die Gesellschaft geschädigt wird, was ist das dann anderes, als dass jeder Einzelne geschädigt wird? Gerade weil wir an die Gesellschaft denken, stärken wir die Position des Individuums. Kollektivismus und Individualismus bedingen einander schon aus ihrer Begrifflicheit heraus.
Hin oder her: Frauen sind in erster Linie zum Kinderkriegen da. Deswegen sind sie Frauen und keine Mähdrescher. Irgendetwas anderes zu behaupten, ist schwachsinnig. Also gibt´s darüber gar keine Diskussion. Was ich nicht diskutieren muß, ist eine Selbstverständlichkeit. Gott sei Dank!

In der Tat sind solche Begründungen typisch für Gesellschaften, die die Rechte ihrer einzelnen Bürger konsequent missachten.

...typisch vielleicht. Notwendig auch?

Du musst dich also schon entscheiden was Du willst. Mir scheint, Du möchtest gerne viel Freiheit - aber vor allem für Dich selbst bzw. einen Kreis von "Auserwählten" (wir hatten diese Diskussion schonmal, als um das Wahlrecht ging), aber andererseits propagierst Du dirigistische Methoden - die noch dazu nur mit dem Nutzen eines "Kollektivs" zu rechtfertigen sind - wenn dir etwas am Status Quo nicht in den Kram passt.

...Paul! Alter Eierkopf :-)! Ich muß mich nicht entscheiden! Ich kann alles wild durcheinander mischen, so lange ich will - ich muß nur aufpassen, daß ich dabei die ehernen Gesetze, die ewigen, nicht verletze. Die zu verletzen wäre nur dumm und sonst nichts. Ich will keinen Preis für "Schöner Denken" kriegen. Kollektivismus, Dirigismus...warum denkst du in solchen Kategorien? Nimm´ein bißchen von hier, ein bißchen von da - schmeck´s ab und schon hast du was Neues!

Dein Chefkoch - Max


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