Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gute Analyse!

Garfield, Monday, 03.01.2005, 20:29 (vor 7702 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Gute Analyse! von Magnus am 03. Januar 2005 16:51:08:

Hallo Magnus!

"Hier musste ich spontan einen gewissen und altbekannt H. denken, der in den Feminforen herumgeisterte, die eine oder andere Radikalfeministin schon mit "Herrin" ansprach und in den A*** kroch..."

Ja, genau. Interessant fand ich dabei auch wieder, daß er von den Radikalfeministinnen üblicherweise ignoriert wurde. Teilweise wurden seine Beiträge sogar gelöscht. Solche Männer machen einen gewaltigen Denkfehler, wenn sie Radikalfeministinnen mit ihren Fantasie-Herrinnen gleich setzen.

Die meisten Feministinnen - egal ob radikal oder nicht - haben nämlich tatsächlich gar kein Interesse daran, Männer zu unterdrücken. Die wollen auch kein Matriarchat errichten. Sie wollen überhaupt nichts errichten. Sie wollen sich zwar weiterhin über alles Mögliche beklagen, aber nur, um so weiterhin ihre berufliche Existenz rechtfertigen zu können, oder um ihren Haß irgendwie loszuwerden, oder um noch mehr Vorteile zu bekommen oder auch einfach nur aus liebgewordener Gewohnheit. Ansonsten haben sie es sich in unserer Gesellschaft sehr bequem eingerichtet und möchten überhaupt nichts ändern.

Und wenn da nun ein Mann daher kommt, der sie mit "Herrin" anredet, dann können sie damit genauso wenig anfangen wie die Durchschnittsfrau.

Selbst extrem radikale Kampflesben, die tatsächlich die Männer vernichten oder ihre Zahl zumindest reduzieren wollen, können mit solchen Männern nichts anfangen. Für die ist auch jemand wie Hannibal nichts weiter als ein Schwanzträger, potenzieller Vergewaltiger usw. Denen geht es ja gerade auch ganz konkret darum, ihr Feindbild zu pflegen, und da stört ein devoter Mann, der ihnen nie etwas Böses antun würde, nur. Und sexuell können diese Radikalfeministinnen mit Männern sowieso häufig nichts anfangen.

Obendrein gibt es offensichtlich eine Menge Feministinnen, die selbst devote Neigungen haben. Anders kann ich mir die Jammer-Pamphlete über die ewige Unterdrückung der Frau jedenfalls nicht erklären. Diese Art von Feministinnen kann mit extrem devoten Männern natürlich auch nichts anfangen.

"...und für den devot veranlagten Mann sind sie und weitere Unterdrückung ein sexueller Genuss."

In dem von Rüdiger verlinkten Bericht kam allerdings recht gut zum Ausdruck, daß er Unterordnung durchaus nicht immer als Genuß empfindet. Ich denke, es hängt immer auch von der momentanen Stimmung ab. Jede(r) hier wird es wohl schon einmal erlebt haben, daß man manchmal eben Dinge tut oder auch mit sich tun läßt, die man sonst nicht für möglich halten würde...

Und auch nicht jeder masochistisch veranlagte Mann steht auf Schläge.

"Angenommen eine Frau liebt das Spielichen im Zwingerclub etc. vergewaltigt zu werden oder findet Vorstellungen dieser Art einfach nur geil (sowas solls ja geben) - wie würde sie sich als Polizisten machen, wenn sie die Aussage von einem Vergewaltigungsopfer entgegenimmt? Nur stell dir vor, du bist Opfer von Gewalt und musst einem masochistisch veranlagtem Polizisten den Gewaltakt deiner Frau erklären?"

Ja, das kann schon problematisch werden. Aber eigentlich sollte man dann professionell genug sein, um Beruf und private Neigungen strikt zu trennen. Wer das nicht schafft, ist da definitiv fehl am Platze.

"Mit den Machos ergibt das für mich das Gesamtbild dafür, dass Männer als Opfer von Frauengewalt nicht ernstgenommen werden."

Ja, das ist ein wesentlicher Punkt. Aber ich glaube, das Hauptproblem ist einfach das uralte Männerbild, das Männern eben nach wie vor die Beschützer- und Ernährer-Rolle zuweist. Dafür muß ein Mann immer stark, überlegen und durchsetzungsfähig sein. Dieses Bild existiert so immer noch, weil die Frauen das so wollen, aber eben auch, weil viele Männer sich damit nach wie vor gut arrangieren.

Genaugenommen sind die Machos die wirklich devoten Männer, denn sie bemühen sich ja genau darum, den Erwartungen der Frauen möglichst gut zu entsprechen und ihnen genau das zu bieten, was von ihnen erwartet wird: Den allzeit überlegenen und potenten Ernährer und Beschützer.

So könnte man meinen, daß die Männer, die heute als devot gelten, eher dazu neigen, aus dem traditionellen Rollenbild des Mannes auszubrechen. Tatsächlich ist das aber nicht so, weil viele dieser Männer ihre Fantasien nur heimlich oder gar nicht ausleben. So hat das keinen Einfluß auf ihr Verhalten im realen Leben. Da tun sie weiterhin das, was ihre Partnerinnen von ihnen erwarten, paradoxerweise ohne dabei zu bemerken, daß sie sich ja gerade damit auch devot verhalten.

So gesehen könnte man Männer wie Hannibal also in gewisser Weise als Vorkämpfer für die Männerrechte betrachten... :-) Ja, das ist nun natürlich etwas zu überspitzt formuliert. Wenn jemand behauptet, daß Männer minderwertig wären, macht er ja damit ja wieder alles zunichte.

Aber da sieht man auch wieder, daß sowohl devote als auch dominante Veranlagung sich ganz unterschiedlich auswirken kann. So relativiert sich das alles wieder.

Ich denke ohnehin, daß die stark masochistisch veranlagten Männer gar nicht das Problem sind. Ich kann mir gut vorstellen, daß gerade diejenigen unter ihnen, die diese Neigungen unterdrücken oder nur heimlich ausleben, im realen Leben sogar bemüht sind, alles zu vermeiden, womit sie sich eventuell "outen" könnten.

Ich denke, das Problem besteht in der Neigung vieler Männer, Frauen immer alles recht zu machen und ihnen in jeder Situation möglichst viel Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Früher brauchten die Frauen das, heute brauchen sie das aber nicht mehr. Daraus ergibt sich nun zwangsläufig eine zunehmende Bevorzugung der Frauen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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