Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Und eine Therapie kommt für Dich nicht in Frage?! (oT)

Garfield, Monday, 03.01.2005, 17:18 (vor 7702 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Re: Und eine Therapie kommt für Dich nicht in Frage?! (oT) von T.Lentze am 03. Januar 2005 12:01:00:

Hallo Thomas!

Ich finde diesen Beitrag gerade bezogen auf das Forenthema höchst interessant. Hier wird ja häufig darüber diskutiert, wie der Radikalfeminismus in unserer Gesellschaft so bestimmend werden konnte.

Manche Leute führen das auf geschickte Strategien der Feministinnen zurück, aber ich sehe das anders. Man sehe sich nur einmal die Verlautbarungen der "Mitfrauen" der "Feministischen Partei" an (oder gibt es die schon nicht mehr?). Da ist weder Strategie noch Taktik und überhaupt kein planvolles Vorgehen erkennbar. Die sind noch nicht einmal in der Lage, ihre abstrusen Theorien irgendwie zu begründen.

Das mag anders gewesen sein, als der Feminismus noch eine gewisse Berechtigung hatte. Als Frauen beispielsweise in vielen Ländern noch kein Wahlrecht hatten. Damals engagierten sich dort noch Frauen (und Männer, denn die hatten ja zumeist auch kein volles Wahlrecht), die wirklich etwas zum Positiven ändern wollten.

Wer engagiert sich aber heute noch in der Frauenbewegung? Das sind doch nur Berufsfeministinnen, die auf die eine oder andere Weise gut davon leben, Frauen, die sonst nichts zu tun haben oder notorische Männerhasserinnen. Abgesehen von den Letzteren, denen es ganz konkret um die Vernichtung der Männer geht, haben die kein wirkliches Ziel. Sich auf Kosten anderer ohne irgendeine Gegenleistung die Taschen zu füllen, betrachte ich jedenfalls nicht als wirkliches Ziel.

Solche Leute können aus eigener Kraft heraus nichts erreichen. Wie also kommt es, daß die in Deutschland heute trotzdem sogar Gesetze entwerfen?

Das ist nur möglich, weil man(n) sie gewähren läßt. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Bei Politikern spielt Rücksicht auf Wählerstimmen und damit auf "political and sexual correctness" sicher eine große Rolle.

Man muß sich aber auch mal ernsthaft die Frage stellen, wie weit devote Neigungen mancher Männer dafür mit verantwortlich sind. Und überhaupt sollte man sich auch mal fragen, wie es eigentlich kommt, daß nicht wenige Männer devote Neigungen haben.

Ich glaube eigentlich nicht, daß sich solche Neigungen überwiegend auf Männer beschränken. Es gibt auch genügend devot veranlagte Frauen. Ich denke, das kommt daher, daß Menschen gerade in früheren Zeiten, als das Leben weit härter war als heute bei uns in Deutschland, weit häufiger Kompromisse schließen mußten. Es kam immer wieder vor, daß man nicht das tun konnte, was man gern tun wollte. Damit die Menschen aus den Tretmühlen ihres Alltags nicht immer wieder frustriert ausbrachen, mußten sich Mechanismen herausbilden, die es ihnen irgendwie angenehm machten, sich den Umständen und damit häufig auch anderen Menschen trotzdem bereitwillig unterzuordnen. Damit eben jeder Mensch möglichst gut funktioniert und damit die Menschheit insgesamt voran bringt.

Die wesentlichste Aufgabe der Frauen bestand nun in der Produktion der Nachkommen. Frauen mußten also den Kindern dienen, damit die Art zumindest erhalten bleibt. Eine Frau mußte bereitwillig die Unannehmlichkeiten und Gefahren von Schwangerschaft und Geburt auf sich nehmen, und sie mußte dem Kind nach der Geburt ihren Körper als Nahrungsquelle zur Verfügung stellen. Sie mußte also ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten des Kindes zurück stellen.

Männer konnten keine Kinder gebären und stillen. Ihre wesentlichste Aufgabe bestand darin, die Mutter zu ernähren und zu beschützen. Da der Mann nicht wie die Frau dem Kind direkt dienen konnte, mußte er also der Frau dienen und damit indirekt dem Kind. Dafür mußte er ebenfalls seine eigenen Bedürfnisse zurück stellen.

Da gibt es dann aber noch einen Unterschied: Bei Frauen werden diese Instinkte vollständig meist nur aktiviert, wenn Kinder da sind. Bei Männern dagegen sind sie offensichtlich permanent vorhanden.

Obendrein werden Jungen auch noch in genau diese Richtung erzogen. Sie dürfen nach wie vor nicht weinen, sie müssen nach wie vor Unnanehmlichkeiten klaglos erdulden.

So ist bei vielen Männer zumindest unbewußt eine devote Haltung Frauen gegenüber vorhanden. Das äußert sich nur selten in dem Wunsch, sich von Frauen verprügeln oder sonstwie demütigen zu lassen. Aber es sorgt dafür, daß Männer immer bereit waren und sind, Frauen alles möglichst recht zu machen. Und so kam es eben, daß Männer feministische Forderungen oft bereitwillig erfüllt haben.

Es gibt auch Frauen, die übermäßig devot veranlagt sind. Die kommen damit im Alltag und auch in Beziehungen aber oft gut zurecht. Nur wenn sie wirklich auf körperliche Schmerzen stehen, macht das nicht jeder Mann mit. Aber wenn sie ihre Partner gern ein wenig bedienen, dann hat dagegen kaum ein Mann etwas einzuwenden.

Für Männer ist es umgekehrt nicht so einfach, solche Neigungen in einer Partnerschaft mit einer Frau auszuleben. Denn viele Frauen erwarten von ihren Partnern eine gewisse Überlegenheit. Sie möchten zu ihnen aufsehen und stolz auf sie sein können, und das können sie nicht, wenn ihre Partner devot zu ihren Füßen knieen. Frauen erwarten zwar, daß ihre Partner bestimmte Dinge für sie tun - aber das darf nicht zu weit führen, und sie wollen nicht wirklich, daß ihre Partner sich ihnen zu sehr unterordnen. Tut ein Mann das doch, wird er als schwach und wenig durchsetzungsfähig und damit nicht als vollwertiger Partner betrachtet.

Interessant fand ich in dem Zusammenhang auch, daß in dem verlinkten Bericht über dieses "OWK" immer wieder der Eindruck geschildert wurde, daß die überwiegende Mehrzahl dieser "Dominas" diesen Job offensichtlich nur für das Geld macht und kein echtes Interesse daran hat. Da der Verfasser in dem Bereich offensichtlich genügend Erfahrung hat, halte ich ihn da auch für sehr glaubwürdig.

So haben viele Männer mit devoten Neigungen also das Problem, daß sie ihren Partnerinnen noch nicht einmal davon erzählen können. Und so mancher Mann möchte sich aufgrund seiner Erziehung solche Neigungen noch nicht einmal vor sich selbst eingestehen. Irgendwie muß das aber raus. So könnte ich mir durchaus vorstellen, daß so mancher Mann aus solchen Gründen dem Feminismus positiv gegenüber steht.

Ich denke aber, daß das nicht zwangsläufig so sein muß. Ich denke, so mancher devot veranlagte Mann kann sich Männer als Opfer von Frauen weitaus besser vorstellen als ein waschechter, dominanter Macho, der tatsächlich der Meinung ist, nie und nimmer Opfer einer Frau werden zu können und deshalb über Männer, die Opfer von Frauen geworden sind, nur lachen kann.

Es hat also alles wie so oft zwei Seiten. Aber diese beiden Seiten sind im Zusammenhang mit dem Erfolg des Feminismus durchaus beachtenswert.

Freundliche Grüße
von Garfield


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