Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Ach, mal wieder die Pille

Pokemon, Friday, 28.05.2004, 21:24 (vor 7924 Tagen) @ Anti-Sexistin

Als Antwort auf: Ach, mal wieder die Pille von Anti-Sexistin am 26. Mai 2004 08:37:28:

Sollte eine Frau die Verhütungsmittel nicht vertragen, immerhin handelt es sich dabei nun mal um einen langfristigen biochemischen Eingriff in die Körperchemie und das enkrinische System, wobei fraglich ist, ob das dann den Spaß wert ist, können auch Männer aktiv verhüten. Ein Kondom tut es auch. Kondome sind sehr viel besser geworden, seit sie als HIV-Prävention eingesetzt werden und sollte tatsächlich mal eins durchgehen, dann gibt es die "Pille danach", die allerdings eine heftiger Hormonklutsche ist, da Mikropille.

Ja, da hast Du recht, die Pille bringt für viele Frauen Probleme mit sich. Ich z. B. darf überhaupt keine Hormone nehmen da ich eine Venenschwäche habe, die schon in jungen Jahren eine Thrombose nach sich zog. Eine gute Alternative ist die Temperatur-Methode. Ich empfehle Persona aus der Apotheke. Dieses Ding hat einen Nipsel, den man sich einmal am Tag (ich mache es regelmäßig morgens und abends) ins Ohr steckt. Leuchtet es grün kann es losgehen, bei rot muss verhütet werden. Leuchtet orange kann man es - je nach Abneigung gegen eine Schwangerschaft - entweder drauf ankommen lassen, von vornerein verhüten oder einen Urintest machen, der einem dann genau sagt, ob man nun fruchtbar ist oder nicht. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Ich habe diesen Test in meinen Tagesablauf integriert, wie vorher die Pille und bin nach einem Jahr Gebrauch auch noch nicht schwanger geworden.

Apropo, die Pille. Dazu möchte ich noch etwas sagen. Wenn ich mir die jungen Frauen und Mädchen in meiner Umgebung so ansehe wundere ich mich nicht über die vielen Abtreibungen und ungewollten Schwangerschaften. Für viele scheint es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, einmal am Tag einen stecknadenkopfgroßen Gegenstand zu schlucken. Mal wird die Einnahme vergessen, mal hat man die Pillenpackung nicht dabei weil man überraschenderweise woanders übernachten muss. Die vielen ungewollten Schwangerschaften samt den Auswirkungen für Eltern und Kinder sind auch eine Folge des Lebenswandels der emanzipierten jungen Frau. Jedes Wochenende Party bis zum Abwinken, wo geschlafen wird entscheidet man spontan. Was nützt da eine Pillenpackung zu hause im Bad wenn die Besitzerin - sorry aber das regt mich wirklich auf - zu doof ist ihren Tag so weit zu planen dass sie weiß ob sie zu hause übernachtet oder nicht und ihre Pille notfalls mitnehmen kann. Die Alkoholexzesse mit dem sich anschließenden Kotzen tun ihr Übriges. Die Wirkung der Pille kann ja auch durch Brechen oder Durchfall beeinträchtigt werden.

Ich bin in meiner Freizeit ehrenamtlich in einer Familienberatungsstätte tätig und staune immer wieder über die Sorglosigkeit und, wie ich finde, Dummheit vieler junger Frauen. Da wird einfach gepoppt ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Wenn ich erwähne dass die unregelmäßige Pilleneinnahme nicht gerade gesund ist ernte ich meistens nur Schulterzucken. Allerdings ärgere ich mich auch oft über die Jungen: Manchmal wurden die nämlich von ihren Parterinnen aufgefordert, ein Kondom zu benutzen, hatten dazu aber nach eigenen Aussagen "kein Bock". Bleibt natürlich die Frage warum das Mädchen sich trotzdem drauf eingelassen hat.
Ich möchte jetzt alle Frauen über einen Kamm scheren. Es ist eine spezielle Gruppe, die durch ihre Sorg- und Verantwortunslosigkeit auffällt. Die meisten sind Haupt- oder Realschülerinnen, arbeitslos oder ohne Lehrstelle. Und gerade diese Frauen bekommen ja die meisten ungewollten Kinder.

Sicher, an die Verhütung sollten beide denken. Aber ich persönlich verlange von einer Frau doch etwas mehr Weitsicht. Schließlich ist sie es die Schwanger wird und als erste die Folgen zu tragen hat.

Ein verantwortlicher Mann kann sich überall im Inertnet und bei Ärtzen über die Vor- und Nachteile von Verhütungsmitteln informieren.

Eine verantwortliche Frau aber auch! Und da sie es ist, die mit den Auswirkungen der Pille zu leben hat sollte sie es als erstes tun und dann erst ihr Partner. Ein Mann sollte sich lieber über das "männliche Gegenstück" zur Pille informieren. Die könnte viele Probleme aus der Welt schaffen.

Und es ist völlig ethisch von einem Mann auch vorzuschlagen, auf bessere Verhütungsmittel umzustiegen, sofern sie natürlich seine Freundin verträgt.

Ich persönlich würde von keinem gesunden Mann verlangen, dauerhaft ein Kondom zu benutzen. Aber einmal im Monat ist nicht zuviel verlangt.

Stichwort Pille und Abtreibung:
Viele strenge Abtreibungsgegner sind auch Pillengegner. Ihr Argument: Die Pille verursacht lauter kleine unbemerkte Abtreibungen. Denn die Pille verhindert nicht die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, sie verhindert nur die Einnistung. Das befruchtete Ei wird mit der nächsten Regel herausgeschwemmt, ähnlich wie bei der Pille danach. Also im Prinzip eine Abtreibung und ein weiterer Vorteil der Temperaturmethode.


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