Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Apropos Glaubwuerdigkeit

Arne Hoffmann, Saturday, 22.05.2004, 09:22 (vor 7930 Tagen) @ Tomator

Als Antwort auf: Re: Apropos Glaubwuerdigkeit von Tomator am 21. Mai 2004 20:59:44:

Hi Tomator,

Respekt, daß du zumindest imstande bist Zweifel in Erwägung zu ziehen.

Ja logisch. :-) Da diese Meldung auch in anderen Foren erschienen ist (etwa bei den US-amerikanischen "individual feminists"), habe ich z. B. unter snopes.com auch mal nachgeschaut, ob das nicht vielleicht schon als urbane Legende enttarnt ist, aber nichts gefunden.

Natürlich können Männer vergewaltigt werden. In der Regel sind männliche Vergewaltigungsopfer allerdings das passive Opfer anderer Männer, die zu Praktiken greifen, bei denen eine Erektion des Opfers nicht vonnöten ist. Daß es dabei zu ungewollten Erektionen des Opfers kommen kann, will ich nicht bezweifeln. Ich bezweifle aber, daß es sehr viele Männer gibt, die in einer `Steh-oder-stirb-Situation´ eine Erektion zustande bringen.

Da sind wir halt unterschiedlicher Ansicht. Ich denke mir, dass gerade der Stress sowas zustande bringen kann.

Ideen wie Abbinden zeugen von erschreckender Ahnungslosigkeit bezüglich der eigenen Körperfunktionen. Viagra wirkt erst nach einer gewissen Zeit und ist ausgesprochen teuer. Wäre auch nachweisbar und ohne Zweifel im artikel erwähnt worden. Wenns nicht sogar von der verängstigten Psyche überwogen würde.

Für das Abbinden des männlichen Geschlechtsorgans ist hier Rüdiger unser Fachmann. (Ist es nicht schön, dass die Männerbewegung inzwischen zu _jedem_ Thema einen Experten hat?;-)) Ich kann eine kurze Passage aus meinem Buch zitieren:

--- In Internet-Diskussionen zu diesem Thema zeigte sich, dass es hingegen durchaus Frauen gibt, die wissen, wie man eine unfreiwillige Erektion bei Männern erzeugen kann. So "empfiehlt" z. B. Carole Ashmore: "in steigender Folge von sowohl wahrscheinlichem Erfolg als auch wahrscheinlichen Schädigungen der männlichen Anatomie" die folgenden Techniken: "1. Schiebe etwas mit einem ordentlichen Durchmesser in seinen Hintern – Medizinern zufolge erzeugt dies `emotional unangemessene´ Erektionen bei 70 Prozent der Versuchsgruppe. 2. Binde den Schaft des Penis ab, indem du ihn mehrfach mit Gummibändern umwickelst und dadurch das Hinein-, aber nicht das Hinausfließen von Blut gestattest. 3. Kombiniere Möglichkeit zwei mit Druck auf die Hoden. Versucht Nummer zwei und drei nicht zu Hause, meine Damen, andererseits ist Nummer eins eine beliebte Technik, wenn er glaubt, alles gegeben zu haben." Allerdings kann auch die zweite Möglichkeit innere Blutungen zur Folge haben und damit Blutpfropfen erzeugen, die sich dann lösen und auf gefährliche Weise durch den Kreislauf wandern können. Andere kreative Vorschläge, die von Frauen gegeben wurden, sollten hier besser nicht ausgebreitet werden; die entsprechenden Seiten sind inzwischen offenbar auch vom Netz genommen worden (obwohl z. B. die Suchmaschine altavista sie noch auflistet).

Tatsächliche Fallbeschreibungen sind in der Literatur schwer zu finden. Eine Studie zum Thema "Frauen, die vergewaltigen" – die die Landesbibliothek Saarbrücken über Fernleihe übrigens mit dem Stempel "Nur zum persönlichen Gebrauch des Bestellers" verschickt – verweist darauf, dass unter den bekanntesten Untersuchungen zum Thema Vergewaltigung überhaupt nur eine einzige auf weibliche Täter eingeht. Dies trägt nach Ansicht der Autoren dazu bei, dass der Mythos vom ausschließlich männlichen Täter aufrechterhalten bleibt (66, 1). ---

Wie kommts eigentlich, daß eine Frauenaktivistin dann plötzlich glaubwürdig, fast wissenschaftlich zu werden scheint, wenn sie ausnahmsweise mal etwas von sich gibt, was genehm ist?

Naja, nun könnte man argumentieren, gerade wenn selbst Frauenaktivistinnen die Existenz dieses Verbrechens einräumen, ist das doch ein guter Beleg. Ich persönlich unterscheide nicht grundsätzlich danach, ob die Quelle jetzt eine Feministin ist oder nicht, sondern ob sie speziell zu diesem Thema kompetent erscheint. Ursula Enders Angaben über die Zahl missbrauchter Jungen wische ich ja auch nicht einfach so vom Tisch.

Herzlicher Gruß

Arne


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