Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Arne Hoffmann, Tuesday, 25.05.2004, 02:17 (vor 7928 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: ich halte Tomators Kritik für sehr konstruktiv! von Der Eman(n)ze am 24. Mai 2004 22:47:09:

Es gibt wohl keine Rubrik, die ungeeigneter dafür ist, zum Synonym für Frauengewalt an Männern zu werden. Dort, wo hundert mal mehr Männer ein solches Erlebnis eher als unerfüllten erotischen Traum hegen, anstatt reales Opfer zu sein, wirkt eine Thematisierung als Aufhänger für einen breiten Themenkomplex einfach nur lächerlich. Es gibt tausende andere Rubriken, die sich für die Sensibilisierung gegenüber weiblicher Täterschaft und männlicher Opferschaft bei weitem besser eignen.

Soweit stimme ich dir zu. Dass das Thema schwer zu schlucken ist, weiß ich selber. Es hat schon seine Gründe, dass ich bei Interviews etc., bei denen ich die Männerbewegung öffentlich repräsentiere, nicht als erstes ankomme mit "wir müssen unbedingt über von Frauen vergewaltigte Männer sprechen". Der Kenntnisstand in der Allgemeinheit ist in diesem Bereich null, und selbst ich musste lange Zeit in akademischen Journalen des letzten Jahrzehnts (!) wühlen. Zu deutsch: Selbst in der US-amerikanischen Sexualforschung ist das Thema brandneu, hierzulande existiert es als Thema noch überhaupt nicht.

Aber donnernocheins, wir können dieses Thema auch nicht ständig ignorieren, nur weil es eine Glaubwürdigkeitsschwelle gibt. Mit all unseren anderen Themen sind wir schon in den Mainstream durchgedrungen: Jungenbenachteiligung Titelgeschichte SPIEGEL, Scheidungsopfer Mann Titelgeschichte FOCUS, häusliche Gewalt gegen Männer in etlichen Zeitungen und Magazinen, häufiger sexueller Missbrauch von Jungen wird zumindest in Fachkreisen längst anerkannt ... die Vergewaltigung von Männern durch Frauen ist meines Wissens in der Genderdebatte das letzte große Tabu. Und das wird es möglicherweise auch noch die nächsten 20 Jahre bleiben. Aber wir müssen nicht noch dabei mithelfen, indem wir als Männerrechtler es auch noch selber übergehen.

Herzlicher Gruß

Arne


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