Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kraft durch Freude

Nick, Tuesday, 25.05.2004, 05:45 (vor 7928 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: ich halte Tomators Kritik für sehr konstruktiv! von Der Eman(n)ze am 24. Mai 2004 22:47:09:

Hallo Eman(n)ze,

ich stimme deinen Gedanken im Prinzip zu. Es wäre selbstverständlich Unsinn, die landläufigen Denkblockaden ausgerechnet an diesem Punkt sprengen zu wollen. Die Mehrzahl der Opfer von Vergewaltigung sind Frauen und die Mehrzahl der Täter sind Männer. Punkt. Frauen brauchen deswegen mehr Schutz und Solidarität im Eindämmen und Verfolgen dieses Verbrechens als Männer. Das steht für mich außer Frage und es wäre böswillig oder Unsinn, uns anderes zu unterstellen. Deshalb sollten wir diesen Eindruck nicht eigens bestärken, der von interessierter Seite geschürt wird. So verstehe ich dich - und stimme wie gesagt zu.

Daraus folgt für mich aber nicht, daß man das Thema "Vergewaltigung von Männern" vollkommen meiden sollte; Arne hat dazu schon das Nötige gesagt. Denn auch, wenn Vergewaltigung eine "Frauendomäne" ist, so bedeutet das mitnichten, daß männliche Opfer keine Beachtung verdienten - womöglich gar deswegen, weil es "ja nur Männer" sind: es kann durchaus thematisiert werden, warum Männer - auch in dieser Frage - als Opfer von den meisten nicht einmal "gedacht" werden können... daß zum Thema Vergewaltigung auch der Strafvollzug gehört (wo das ein riesiges Problem darstellt)... daß Mißbrauch von Jungs keineswegs nur von Männern begangen wird, sondern eben oft von ihrer eigenen Mama, z.B. als "Partnerersatz" bei Alleinerziehenden, oder von anderen "lieben Tanten"... daß dazu im weiteren Sinne auch die fast lückenlose Feminisierung des Erziehungswesens gehört... etc. pp.

Noch wichtiger in der Diskussion aber finde ich klarzumachen, daß aus der Aussage "die meisten Opfer von Vergewaltigung sind Frauen" nicht der gedankenlose und absurde Umkehrschluß gezogen - oder eben von interessierter Seite "nahegelegt" werden darf, die meisten Männer wären Vergewaltiger. Das ist doch die feministische Schweinerei an dem Punkt!

So wird nämlich aus der fraglos gebotenen Verfolgung von Straftaten gegen Straftäter, analog z.B. Verfolgung von Diebstahl durch Zigeuner, eine Kampagne "gegen kriminelle Zigeuner". Und das genau ist eine rassistische Kampagne. Das klarzumachen wäre wichtig und lohnend und in der Vergewaltigungsfrage für uns vordringlich.

Was du in deinem letzten Absatz schreibst ist deshalb nach meinem Dafürhalten viel zu defensiv und läßt den Gegnern die Möglichkeit, ihre sexistische Schuldkampagne fortzuführen. Das Ergebnis dieser inzwischen jahrzehntelangen Kampagne ist in der allgemeinen Vorstellung ein Opfergeschlecht (Schwarzer bei Amnesty: "Wir Frauen sind das gefolterte Geschlecht!") - und ein Tätergeschlecht: "Männer sind potentielle Vergewaltiger!"

Dieser blanke, ordinäre Rassismus fällt vielen Menschen überhaupt nicht auf, wie ich bei unserer "Amnesty-Kampagne" jüngst wieder massiv erlebt habe. Für viele Leute ist Rassismus offenbar etwas ganz besonders Schönes und völlig alltäglich und normal, solange sie dabei nur "Mitglied der guten Menschen" bleiben können - ich nenne das den Opportunismus gegenüber der feministischen KDF: "Kraft durch Freude"! Das korrumpiert viele Menschen.

Man muß durchaus kein(e) Feminist(in) sein, um an dieser Art "Kraft durch Freude" Gefallen zu finden. Man mußte ja auch kein Nazi sein, um den persönlichen, ökonomischen Vorteil von "arisiertem Eigentum" zu erkennen und abzugreifen.

Das war eben im Grunde schon immer so.

Gruß vom
Nick

P.S.: Im übrigen bin ich ganz entschieden der Ansicht, daß solche Fragen rigoros nicht mit geistesgestörten Irren aus den feministischen Tobzellen im Internet diskutiert werden sollten, sondern mit geistig gesunden Leuten - die es außerhalb der Virtualität in großer Zahl gibt.


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