Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Zustimmung

Emmalein, Friday, 16.04.2004, 11:48 (vor 7966 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Zustimmung von Garfield am 16. April 2004 08:32:23:

Hi, Garfield,

entschuldigung, aber dieser Vergleich ist in meinen Augen historisch falsch und überzogen.

1. Historisch falsch:
Nationalsozialisten wollten die totale Unterordnung der Frau, der Feminismus die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Es mag sein, dass er an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist, dennoch ist es klar, dass das schon aus diesem Grunde nicht vergleichbar ist.

Feministen verbieten Maskulisten nicht den Mund, im Gegenteil, teilweise suchen sie ja sogar die Diskussion .Eine Diktatur, wie sie der Faschismus immer anstrebt, verbietet gegenteilige Meinungen. Torpedierung gegenteiliger Meinungen durch Anzeigen, Fakes etc. kommen aber eher von maskulistischer als von feministischer Seite vor. Dennoch ziehe ich in jedem Fall keinen Vergleich zwischen Faschismus und Maskulismus.

Maskulistische Thesen scheinen sich vor allem im Internet, teilweise aber auch in Fernsehen und Presse, immer mehr auszubreiten. Glaubst Du, das würde geschehen, wenn der Feminismus faschistisch wäre oder auch nur annähernd so viel Macht hätte, wie Du ihm zutraust? Der Nationalsozialismus und andere faschistische Bewegungen, die regierten, haben mit legalen und illegalen Mitteln zu verhindern gesucht, dass sich andere Ideen als die ihren verbreiteten. Komm mir nicht damit, dass Arnes Buch von vielen Verlagen abgelehnt wurde: Was sich nicht verkauft, nimmt kein Verleger. Bücher zu verkaufen, ist im Kapitalismus ein Geschäft. Das darf man nicht vergessen. Wenn man also kein Potential von Käufern für ein bestimmtes Buch sieht, wird es nicht verlegt. So einfach ist das im Kapitalismus.

2. Überzogen

Es mag einige Radikale in der feministischen Bewegung geben, die ziemlich dämliche Sachen schreiben. Es gibt da einen Kandidaten,den ich jetzt nicht namentlich nennen will, aber der von fantasy-Romanen auf die Realität schiesst, und der sowieso sehr merkwürdige Thesen vertritt. (Dummheit in den eigenen Reihen ist der schlimmste Feind der Sache).

Allerdings gab es in der maskulistischen Bewegung ebenfalls bereits enorme Morddrohungen gegen Andersdenkende, sowohl im Einzelbereich, als auch kollektiv (da sollten alle nicht-maskulistischen Frauen nach einer maskulistischen "Revolution" dem Tode anheimfallen). Die Morddrohungen sind also keine Spezialität des Feminismus.

Und auch keine Spezialität des Faschismus. Morddrohungen gibt es auch in anderen Denk-Richtungen. (Ich persönlich halte von solchen Mitteln gar nichts, aber wer es mag;-)..)

Ich weiss, dass ich Dich nicht werde überzeugen können, aber das konnte ich einfach nicht so stehen lassen.

Es grüsst
das Emmalein


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