Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: "Frau im Trend" zu Vaterschaftstests

Garfield, Wednesday, 13.08.2003, 21:32 (vor 8211 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: "Frau im Trend" zu Vaterschaftstests von Xenia am 12. August 2003 14:38:52:

Hallo Xenia!

Sicher steckt nicht nur kühle Berechnung dahinter, wenn eine Frau ihrem Partner einen Seitensprung auch dann nicht beichten möchte, wenn dabei ein Kind entstanden ist. Ich denke, daß der hauptsächlichste Grund dafür meist darin besteht, daß Frauen in der Situation fürchten, daß der Partner sie dann verlassen würde oder daß er - selbst, wenn er ihnen verzeiht - das Kind dann eben nicht als sein eigenes betrachtet und es entsprechend schlechter behandelt.

Das hindert Frauen üblicherweise aber nicht daran, später nach einer Trennung Unterhalt vom angeblichen Vater zu kassieren. Der echte Vater ist längst über alle Berge, vielleicht kennt sie nicht mal seinen Namen, oder sie weiß, daß bei ihm eh nichts zu holen ist - also zapft frau lieber den Ex an, sofern der solventer ist.

DAS ist dann kühle Berechnung. Und genau das ist für mich auch das wesentliche Problem bei der Sache.

Wenn es nur darum ginge, Gewißheit zu haben, würde ich das eher locker sehen. Manche Menschen wollen gar nicht so genau wissen, was der Partner oder die Partnerin hinter ihrem Rücken schon alles getrieben hat. Oft ist es für eine Beziehung oder Ehe wirklich besser, einen Seitensprung zu verschweigen und auch niemandem zu erzählen, von wem ein Kind wirklich ist (nicht einmal dem Kind selbst).

Nach einer Trennung sieht das aber anders aus. Die Unterhaltsregelungen sind ohnehin schon ungerecht genug. Fairerweise sollte Unterhalt nach Bedürftigkeit, also nach den Lebenshaltungskosten berechnet werden. Es geht schließlich darum, dem Kind eine Existenzgrundlage zu sichern und nicht darum, der Mutter ein gutes Zusatzeinkommen zu verschaffen. In der Theorie jedenfalls. Unterhaltspflichtige Männer haben es schwerer, eine neue Familie aufzubauen, weil sie einfach durch die Unterhaltszahlungen finanziell enorm belastet werden. Solange ein Kind wirklich von ihnen ist, kann man darin ja noch eine Berechtigung sehen. Es ist jedoch extrem unfair, einen Mann für ein fremdes Kind zur Kasse zu bitten und ihm so die Chancen zur Gründung einer neuen Familie deutlich zu verschlechtern oder sogar ganz zu verbauen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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