Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vaterschaftstests ...

Peter, Wednesday, 13.08.2003, 00:36 (vor 8212 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Re: Vaterschaftstests ... von Andreas (der andere) am 12. August 2003 13:19:23:

Der Preis, den wir für die gesetzliche Verankerung des "Untreueverdachts" zahlen müßten, wäre nur, daß z.B. einem "unsicheren" Wert wie Vertrauen weniger Wertigkeit beigemessen würde als der "bewiesenen Sicherheit", sprich: dem Mißtrauen Platz gemacht würde, durch welches derlei Maßnahmen sanktioniert würden. Abhängig davon, in welcher Weise und Stärke man dieses Konzept verfolgte, würde "Vertrauen" an sich zunehmend obsolet ...

Ein interessanter Gedanke.

Vielleicht ist meine Einstellung diesbezüglich zu "romantisch", aber dieses Opfer erscheint mir zu hoch!

Ehe ist romantisch, Ehebruch nur für einen und Scheidung für keinen. Man könnte auch sagen: Warum noch Ehe, lasst uns einander vertrauen ohne Papierkram? Hmm, lacht da jemand...

Welches wären die Unsicherheiten, die wir als nächstes eliminieren würden - und wie? Das problematische an dem "Präventiv"-Konzept "Sicherheit" ist, daß es in Praxis immer der Unschuldsvermutung, Freiheit und Integrität der Individuen zuwiderläuft.

Nicht zuwiderläuft, aber die Integrität (und Vertrauen) entbehrlicher macht. Das entspricht einem langfristigen Trend in unserer Gesellschaft. Schon Kant sah es als Ideal einer Verfassung, wenn sie Teufel dazu brächte, wie Engel zu handlen, denn
Die Menschen sind schlecht,
sie denken an sich,
nur ich denk an mich.

Gruß,

Peter


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